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Fußball-Kreisliga

TFünfkampf um die Meisterschaft und Spannung im Tabellenkeller

TSV-Kapitän Michel Junge und seine Wiepenkathener sind die Gejagten.

TSV-Kapitän Michel Junge und seine Wiepenkathener sind die Gejagten. Foto: Berlin

Die Ausgangslage könnte kaum spannender sein. Der Titelkampf hat sich zugespitzt. Im Keller wird die Luft dünner und ein Trainer hat schon resigniert. Die Zwischenbilanz.

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Von Moritz Studer
Donnerstag, 01.01.2026, 06:00 Uhr

Landkreis. Sicherlich bekleidete der TSV Wiepenkathen von Beginn an mindestens eine Mitfavoritenrolle. Als Hinrundenmeister und Kreispokal-Halbfinalist überwintert der Spitzenreiter durchaus zufrieden.

Die Mannschaft von Trainer Nils Zielesniak tritt an, „um Spiele zu gewinnen“, und daraus „ergibt sich von selbst, wo wir stehen wollen.“

Der zwischenzeitlich sehr komfortable Vorsprung ist aber beachtlich geschrumpft. Nach acht Spielen war der TSV verlustpunktfrei und hatte acht Punkte Vorsprung, dann folgte eine kleine Ergebniskrise mit drei Remis.

Die erste von zwei Niederlagen musste der TSV gegen den ASC Cranz-Estebrügge (Platz 6) schlucken, dessen Formkurve nach einem Fehlstart klar nach oben zeigt.

Der VfL Güldenstern Stade II steht als erster Verfolger mit einem Zähler Rückstand im Windschatten Wiepenkathens, ein weiteres Pünktchen dahinter steht der FC Mulsum/Kutenholz.

Während Stade nur aufsteigen dürfte, wenn die Landesliga-Elf den Klassenerhalt schafft, ist Mu/Ku in dieser Hinsicht unabhängiger. „Wir wollen um die ersten drei Plätze mitspielen“, sagt Coach Sjard Steffens.

„Wenn es für ganz oben reicht, nehmen wir das mit, es ist aber nicht das ausgegebene Ziel.“ Mu/Ku bezwang im letzten Spiel des Jahres Wiepenkathen mit 2:1.

Zwei Verfolger können noch Punkte gutmachen

Mit zwei ausstehenden Nachholspielen kann auch noch der TuSV Bützfleth an die Spitze aufschließen. Die Niederlage um den Spielabbruch gegen Mitbewerber Stade bremste die Bützflether, um ihren Namen noch vehementer im Titelrennen zu platzieren.

Süleyman Yaman feiert sein 1:0 in Wiepenkathen.

Süleyman Yaman feiert sein 1:0 in Wiepenkathen. Foto: Berlin

„Die Qualität dafür wäre auch da und wir haben auch viele Punkte unnötig liegengelassen - trotzdem haben wir andere Ziele“, sagt Trainer Can Yildiz.

„Bei uns ist nicht die Rede davon, aufsteigen zu wollen, sondern die Vorsaison zu bestätigen.“ Dafür fehlen den Bützflethern noch 14 Zähler.

Genauso kann auch die SG Lühe über ausstehende Begegnungen einen Fünfkampf um die Meisterschaft gestalten. Allerdings müssen die Altländer aufgrund eines Kreuzbandeinrisses auf ihren Unterschiedsspieler Mario Scheffler verzichten.

„Wir wollen uns in allen Bereichen weiter verbessern und hoffen auf die Rückkehr des einen oder anderen Spielers aus Verletzungen“, sagt Trainer Steffen Wilkens. „Dann schauen wir, was am Ende der Saison möglich ist.“

Zwei Teams sind den Ansprüchen nicht gerecht geworden

Den Neuanfang sieht man beim TSV Eintracht Immenbeck als geglückt an. Zwar findet Dirk Ahlfeld, dass seine Schützlinge Punkte liegen gelassen haben, „weil wir noch nicht reif genug sind“.

Trotzdem sieht der Eintracht-Coach sein Team auf dem richtigen Weg und ist mit der bisherigen Spielzeit „einverstanden - mit Luft nach oben“.

Der MTV Himmelpforten hat sich ins Tabellenmittelfeld gearbeitet und mit dem 19-jährigen Torjäger Matti Neumann ein Nachwuchsjuwel in seinen Reihen. Die VSV Hedendorf/Neukloster II überraschte sich mit 18 Zählern selbst und ist fest vom Klassenerhalt überzeugt.

Während sich der SSV Hagen tapfer Punkt für Punkt erkämpft, kann die SV Ahlerstedt/Ottendorf III noch nicht an ihre Vorjahresleistung anknüpfen. Gleiches gilt für Vizemeister FSV Bliedersdorf/Nottensdorf, der zum Jahresende das Gaspedal wiedergefunden hat.

„Bei uns sind vorher viele Dinge zusammengekommen, die Stimmung hat aber immer gepasst“, betont Trainer Rainer Rambow.

Weil der FSV noch in der Aufstiegsrelegation gefordert war, hatten die Bliedersdorfer eine stark verkürzte Sommerpause. „Ich hoffe, dass wir nun die Zeit dafür nutzen können, alles auf Vordermann bringen zu können.“

Ein Trainer drückt seine Unzufriedenheit aus

Immerhin ist es der Rambow-Elf noch geglückt, sich am TuS Eiche Bargstedt vorbei ans rettende Ufer zu schieben. Trainer Maik Ohlandt ist „doch schon ein wenig enttäuscht“ über den Saisonverlauf.

Insbesondere der Klassenunterschied zur 1. Kreisklasse sei für den Aufsteiger enorm, der Glaube an den Ligaverbleib aber nicht erschüttert.

Ein wenig anders sieht die Lage beim FC Wischhafen/Dornbusch aus. Im Sommer hatte Patrick Dittmer die Nachfolge von Stefan Raap angetreten und sich durch den neuen Impuls mehr intrinsische Motivation aus der Mannschaft versprochen.

„Die Vorbereitung lief schon nicht gut, leider haben nicht viele die Begeisterung, voll durchzuziehen“, sagt Dittmer. „Deswegen stehe ich nach dem Saisonende auch nicht mehr zur Verfügung.“ Trotzdem werde er mit seinem Team „alles tun“, um die „Mammutaufgabe“ zu meistern.

Derzeit steht Wischhafen nur drei Zähler vor dem tapferen Schlusslicht MTV Hammah II, das in der aktuellen Spielzeit schon mehrmals zweistellig unter die Räder geriet.

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