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Verkehrssicherheit

TGefährlicher Schulweg in Ahlerstedt sorgt für Eltern-Kritik

Auf ihrem Weg zur Schule nutzen viele Kinder den Zebrastreifen an dieser Stelle.

Auf ihrem Weg zur Schule nutzen viele Kinder den Zebrastreifen an dieser Stelle. Foto: P. Meyer

Die Kreuzung Großer Damm/Kleiner Damm soll eine Ampel bekommen. Seit 2015 gibt es hier einen Zebrastreifen. Aber der macht den Schulweg für Kinder noch gefährlicher.

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Von Pauline Meyer
Donnerstag, 07.05.2026, 14:00 Uhr

Ahlerstedt. 5500 Fahrzeuge befahren täglich die Kreuzung Kleiner Damm/Großer Damm in Ahlerstedt. Dabei nutzen Kinder aus dem nahegelegenen Wohngebiet den Zebrastreifen auf ihrem Weg zur Schule. Und doch kommt es in diesem Bereich immer wieder zu Unfällen und gefährlichen Situationen mit Autofahrern: missachtete Verkehrszeichen oder hohe Geschwindigkeiten sind hier keine Seltenheit.

Diese Gefahrenstelle zu entschärfen, war darum vor kurzem Thema im Ausschuss für Klima, Bau, Wege und Ortsentwicklung der Gemeinde Ahlerstedt.

Gefahr gestiegen: 2015 gab es keine Ampel

„Die Problematik beschäftigt uns schon seit Jahren“, erklärt Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt. Bereits 2015 wurde hier eine Verkehrsbesichtigung an der Kreuzung durchgeführt. Gefährlich sei der Bereich schon damals gewesen, so Arndt.

Doch seitdem die neue Ortsmitte eingeweiht wurde und sich immer mehr Familien mit Kindern rundum ansiedeln, sei die Gefahr noch größer. 2015 habe der Landkreis Stade eine Ampelanlage für nicht erforderlich erachtet - stattdessen wurde ein Zebrastreifen mit entsprechender Beschilderung eingerichtet und ein Verkehrsspiegel installiert. Die Gemeinde Ahlerstedt will das Versäumnis jetzt, elf Jahre später, nachholen lassen.

Im kommenden Jahr sieht der Landkreis eine teilweise Sanierung der Fahrbahn vor. Jetzt eine Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu beantragen, sei laut Gemeinde daher der richtige Zeitpunkt. „Dann könnten entsprechende Kabel gleich mitverlegt werden und die Straße müsste nicht zweimal aufgerissen werden“, sagt Uwe Arndt.

Hohes Tempo und wenig Übersicht am Zebrastreifen

Dass sich der Zebrastreifen für einen sicheren Schulweg nicht bewährt hat, davon zeugten Berichte anwesender Anwohner und Eltern, die in einer Online-Petition fast 300 Stimmen gesammelt hatten. Sie sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder und fordern die Errichtung einer Ampelanlage - der Fußgängerüberweg reiche nicht aus. „Der Zebrastreifen täuscht eine gefühlte Sicherheit vor“, erklärt Uwe Arndt. Das Problem sei, dass die Straße in Richtung Autobahn 1 von vielen schnellen Autos befahren wird.

Oft sehen Fahrer, die aus Richtung Ahrenswohlde mit hoher Geschwindigkeit in den Ort fahren, nur sehr spät, dass sich hier ein Zebrastreifen befindet. Hier sei es schon zu folgenden Situationen gekommen, schildert Arndt: Ein Fahrzeug hält ordnungsgemäß am Zebrastreifen - Passanten wollen ihn überqueren. Ein weiteres Auto naht mit hoher Geschwindigkeit aus Richtung Ortsausgang. Der Fahrer dieses Autos erkennt den Zebrastreifen nicht und denkt, dass der andere Pkw dort lediglich parkt. Er setzt zum Überholen an und kollidiert dabei beinahe mit den Passanten.

Eine Million Euro: Warum ein Kreisel nicht sinnvoll wäre

Um solche Situationen zu verhindern und die Gefahr vor allem für die Schulkinder zu minimieren, soll daher eine Ampelanlage errichtet werden. Die würde rund 60.000 bis 80.000 Euro kosten und könnte 2027 im Zuge der Fahrbahnsanierung gleich mit installiert werden.

An der Kreuzung Großer Damm/Kleiner Damm in Ahlerstedt kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen.

An der Kreuzung Großer Damm/Kleiner Damm in Ahlerstedt kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. Foto: P. Meyer

Unrealistisch sei hingegen der Vorschlag, einen Kreisel zu errichten, so Bürgermeister Arndt. Hierfür stünden die erforderlichen Flächen schlichtweg nicht zur Verfügung und müssten erst angekauft werden. Zudem wären die Kosten mit voraussichtlich einer Million Euro extrem hoch. Die Ampel wäre nicht nur günstiger, sondern würde auch deutlich weniger Fläche in Anspruch nehmen.

Die Verwaltung soll nun beim Landkreis Stade einen Antrag auf Errichtung eines Kreisels oder einer Ampel stellen. Darüber beschloss der Ausschuss einstimmig. „Wir hoffen, dass wir uns auf eine Ampelanlage einigen können“, sagt Uwe Arndt.

Diese Maßnahmen sollen kurzfristig für Sicherheit sorgen

In der Zwischenzeit sollen allerdings auch kurzfristig umsetzbare Maßnahmen das Gefahrenpotenzial senken. Zusätzliche Straßenmarkierungen sowie ein Hinweisschild sollen bald durch den Landkreis angebracht werden.

Außerdem soll eine Geschwindigkeitsmessanzeige installiert und ein Ortstermin zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. „Wenn alle Verkehrsteilnehmer sich an die Regeln halten würden, hätten wir das Problem nicht“, so Uwe Arndt abschließend. Doch darauf will man sich in Ahlerstedt nicht verlassen.

Viele Autofahrer kommen mit hoher Geschwindigkeit aus Richtung Ahrenswohlde in den Ort. Aber auch Kinder nutzen den Bereich Großer Damm/Kleiner Damm auf ihrem Weg zur Schule.

Viele Autofahrer kommen mit hoher Geschwindigkeit aus Richtung Ahrenswohlde in den Ort. Aber auch Kinder nutzen den Bereich Großer Damm/Kleiner Damm auf ihrem Weg zur Schule. Foto: P. Meyer

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