TGrößter Riss des Jahres: 46 tote Schafe im Hemelsmoor
Wieder hat es einen Wolfsriss im Kreis Cuxhaven gegeben. Foto: picture alliance/dpa
Die nächste Wolfsattacke in der Region hat eine mächtige Dimension. Das ist über den Angriff südlich von Zeven bekannt.
Zeven. Laut Mitteilung erhielt die Landwirtschaftskammer in Oldenburg am Dienstagmorgen Kenntnis von einem mutmaßlichen Wolfsübergriff auf dem Gebiet eines südlichen Ortsteils von Zeven im Landkreis Rotenburg. Wenig später war ein Rissbegutachter des Forstamts Nordheide-Heidmark am Ort des Geschehens. Der Begutachter habe festgestellt, dass aus einer Herde von 365 Schafen wenigstens 30 Tiere getötet und mehrere verletzt worden sind.
Die Herde stand hinter einem mobilen Weidezaun, der den Vorgaben des Landes Niedersachsen für eine wolfsabweisende Zäunung entspricht, heißt es in dem Schreiben der Kammer. Im Verlauf des Übergriffs sei die Herde offenbar ausgebrochen. Nach Auswertung der Spurenlage ist der Wolf als Verursacher festgestellt worden. Es ist davon auszugehen, dass mehrere Wölfe an dem Übergriff beteiligt waren.
Tarmstedter Wolfsrudel für Attacke verantwortlich?
Die Suche nach ausgebrochenen, verletzten und toten Schafen dauerte am Dienstagnachmittag an. Stand Mittwochmorgen sind bei dem Übergriff 46 Schafe getötet und acht Schafe verletzt worden.
Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine Schlachtviehherde eines Schäfers aus Borchel, die im Hemelsmoor gehalten wurde. Es ist damit in der Region der größte in diesem Jahr erfolgte Wolfsangriff, der vermutlich auf das Tarmstedter Rudel zurückzuführen ist.
An den toten Schafen sind laut Kammer Genetikproben gesichert worden. Über deren Auswertung entscheidet das Wolfsbüro, das zum Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gehört. Die Entscheidung über weitere Maßnahmen liegt beim Umweltministerium.
Hetzjagd im Landkreis Cuxhaven
Erst in der vergangenen Woche hat eine Hetzjagd in Stinstedt und Mittelstenahe im Landkreis Cuxhaven bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. 20 tote und zwölf verletzte Schafe gab es danach zu beklagen. Am Sonntag wurde die Herde erneut angegriffen; dann mit vier toten Schafen. (pm/tk)
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