TGroße Pläne: Wie ist eigentlich der Stand bei der Buxtehuder Malerschule?
Die Veranstaltungs-Lounge Decke 2 ist seit 2016 Mieterin in der ehemaligen Malerschule in Buxtehude. Foto: Sulzyc
Was aus der Malerschule in Buxtehude wird, bleibt selbst nach zehn Jahren Übergangsnutzung offen. Ein konkretes Datum gibt es allerdings.
Buxtehude. Die beabsichtigte Umwidmung der ehemaligen Malerschule zu einem Zentrum für Kreativwirtschaft und Kultur lässt weiter auf sich warten. Die Zwischennutzung des im Eigentum der Stadt Buxtehude stehenden Gebäudes dauert seit nunmehr zehn Jahren an - und verlängert sich um ein weiteres Jahr.
Die Mietverträge für Deck 2 und Deck 3, so heißen die Etagen wegen der schiffsförmigen Architektur des Gebäudes, sollen um ein weiteres Jahr, bis zum 30. September 2027, verlängert werden. Dieser Empfehlung der Buxtehuder Stadtverwaltung folgte der zuständige Ausschuss für Wirtschaft und Gewerbeflächenmanagement einstimmig.
Die frühere Malerschule (links) am Hafen und die St.-Petri-Kirche in der Altstadt prägen das Panorama der Stadt Buxtehude. Foto: Sulzyc
Redebedarf hatten Buxtehudes Politiker und Politikerinnen in dieser Sache nicht. Ohne vorherige Aussprache stimmten sie ab. Laut Verwaltungsvorlage bleiben die bisherigen Bedingungen der Mietverträge unverändert.
Seit 2016 beschäftigt sich die Stadt mit einer Nachnutzung der unter Denkmalschutz stehenden früheren Malerschule. Seitdem ist auch die Veranstaltungs-Lounge Deck 2 Mieterin. Zusätzlich nutzen derzeit zwei weitere Mieter das Gebäude: Das Kulturforum (mit längerfristigem Mietvertrag) und die Berufsbildenden Schulen (BBS) auf Deck 3. Laut Verwaltung werden die BBS Buxtehude voraussichtlich vor Ablauf des neuen Mietvertrages die Malerschule verlassen.
Zur Erinnerung: Nach einer Bürgerbeteiligung im Jahr 2022, mit der ein Planungsbüro aus Heidelberg beauftragt war, entstand die Idee einer sogenannten produktiven Malerschule. Damit gemeint sind eine gleichermaßen gewerbliche Nutzung (zum Beispiel eine Textilmanufaktur von Modelabels), Büroarbeitsplätze und kulturelle Veranstaltungen - im Grunde ähnlich wie die Zwischennutzung heute.
Im November 2023 beauftragte die Politik die Verwaltung mit der Nutzungsänderung. Die hierfür erforderlichen Unterlagen erreichten im Mai 2025 das Bauordnungsamt zur Prüfung.
Dauer des Prüfverfahrens ist nicht absehbar
Alles sei auf dem Weg, sagte der Ausschussvorsitzende Heinrich Bröhan (CDU) auf Nachfrage dem TAGEBLATT. Im vergangenen Februar habe der Landkreis Stade den Brandschutz begutachtet. Noch fehle die Stellungnahme, hieß es in der jüngsten Ausschusssitzung. Die Dauer des Prüfverfahrens lasse sich derzeit nicht abschließend einschätzen, äußert sich die Verwaltung in ihrer Vorlage an den Ausschuss für Wirtschaft und Gewerbeflächenmanagement.
Bei der Prüfung gehe es im Wesentlichen um den Brandschutz, zudem um die Heizung und Lüftung. „Die eigentliche Umwidmung des Gebäudes hängt vom Geld ab“, sagt Heinrich Bröhan. Weil niemand die Kosten für die Sanierung des 1853 errichteten ehemaligen Fabrikgebäudes kennt und auch nicht abschätzen kann, dürfte die provisorische Zwischenlösung auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben. Finanzielle Mittel sind laut Verwaltung bisher nicht im Haushalt vorgesehen - und die Stadt ist klamm.

Dieses Puppenensemble lagert im Souterrain der früheren Malerschule in Buxtehude. Foto: Sulzyc
Frühestens ab 2030 käme eine Gebäudemodernisierung in Betracht, hieß es bereits im Oktober 2023 im Ausschuss für Wirtschaft und Gewerbeflächenmanagement. „Die Zahl können sie so stehen lassen“, sagte jetzt Heinrich Bröhan dem TAGEBLATT.
Kann bei der bisherigen Dauer von zehn Jahren überhaupt noch von einer Zwischennutzung die Rede sein? Auf die Frage, wie lange eine Zwischenlösung normalerweise dauere, antwortete der KI-Chatbot Gemini von Google zur Lebenssituation Wohnen: „Übergangslösungen können durchaus ein bis zwei Jahre andauern.“ Die Maschine scheint also mit dem Tempo in der Buxtehuder Politik zu fremdeln.
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