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Inklusion

TGute Laune und viele Besucher beim Fest der Vielfalt in Buxtehude

Bei Nina, Anka und Katharina am Stand der Kalle-Gerloff-Schule konnten die Gäste sich mit wunderschönen Blumenkränzen schmücken - echte Hingucker in der Menge der Festbesucher.

Bei Nina, Anka und Katharina am Stand der Kalle-Gerloff-Schule konnten die Gäste sich mit wunderschönen Blumenkränzen schmücken - echte Hingucker in der Menge der Festbesucher. Foto: Svenja Weil

So abwechslungsreich wie das Wetter war der Aktionstag „Vielfalt feiern!“. Was unterschied das inklusive Fest von anderen Veranstaltungen?

Von Svenja Weil 06.09.2026, 13:50 Uhr

Buxtehude. Einmal mehr war die Buxtehuder Innenstadt am Samstag Schauplatz eines großen Festes. Die Lebenshilfe Niedersachsen hatte Buxtehude als Veranstaltungsort für ihren alle zwei Jahre stattfindenden Aktionstag „Vielfalt feiern!“ ausgewählt.

Im Gegensatz zu anderen großen Veranstaltungen in der Stadt standen Menschen mit Behinderungen im Mittelpunkt des inklusiven Festes. Bei der Eröffnung auf der Bühne am Rathaus waren sich alle Rednerinnen und Redner einig: Es ist normal, verschieden zu sein. Gabriele Bökenkröger, stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Niedersachsen, betonte die Kraft der Gemeinschaft und äußerte ihre Besorgnis angesichts von Sparplänen aus der Politik, die die Wahl- und Unterstützungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen einzuschränken drohen. „Teilhabe ist Menschenrecht“, bekräftigte sie und erhielt kräftigen Applaus von den zahlreichen Gästen mit und ohne Behinderungen.

Das Wohlfühlteam war auf dem Fest unterwegs, um die Gäste zu unterstützen. Ihre Basisstation hatte es vor dem Modehaus Stackmann aufgeschlagen, denn dort stand eigens ein geschützter Bereich zur Verfügung, in dem Gäste Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten genießen konnten.

Das Wohlfühlteam war auf dem Fest unterwegs, um die Gäste zu unterstützen. Ihre Basisstation hatte es vor dem Modehaus Stackmann aufgeschlagen, denn dort stand eigens ein geschützter Bereich zur Verfügung, in dem Gäste Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten genießen konnten. Foto: Svenja Weil

Auch Landrat Kai Seefried (CDU) und Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) erklärten ebenso wie Sebastian Beck, Geschäftsführer der Lebenshilfe Buxtehude, dass Vielfalt die Stadtgesellschaft ausmache und das Leben erst richtig bunt. Dieses Bild bestätigte auch Nils Klensang, der bei der Lebenshilfe Buxtehude hauptverantwortlich die Organisation des Aktionstages übernommen hatte.

Buxtehude ist eine offene Stadt - aber...

Buxtehude sei eigentlich schon sehr offen, aber bei den meisten Veranstaltungen fehle es noch an Barrierefreiheit. Manchmal scheitere der Besuch eines Festes schon an einfachen, aber immens wichtigen Dingen wie geeigneten Toiletten. Bei einem inklusiven Fest werde an besondere Bedürfnisse gedacht. Dadurch sei es noch einladender und die Hemmschwelle zur Teilnahme geringer.

Barne Kudema und Nicole Schellstede arbeiten in den Hanse-Werkstätten. Sie zeigten den Besuchern, wie die Kaminanzünder K-lumet gefertigt werden. Trotz Regen hatten sie viel Spaß am Fest.

Barne Kudema und Nicole Schellstede arbeiten in den Hanse-Werkstätten. Sie zeigten den Besuchern, wie die Kaminanzünder K-lumet gefertigt werden. Trotz Regen hatten sie viel Spaß am Fest. Foto: Svenja Weil

Besonders glücklich zeigte Klensang sich im Gespräch mit dem TAGEBLATT über die breite Unterstützung aus der Stadtgesellschaft. In kürzester Zeit habe er Vereine, Blaulicht-Organisationen, Kirchengemeinden und andere Akteure für die Ausgestaltung des Tages gewinnen können.

Ihre Stände und Mitmachangebote bildeten einen Rahmen für das Programm auf den vier Bühnen. Neben den vielen Gästen aus anderen niedersächsischen Lebenshilfe-Organisationen trotzten auch viele Buxtehuder dem sehr wechselhaften Wetter. Als Besonderheit des inklusiven Festes sorgte ein Wohlfühlteam für die Besucher. Das Team bot Unterstützung bei Problemen aller Art und stellte in Zusammenarbeit mit dem Modehaus Stackmann einen geschützten Rückzugsraum bereit für alle, die eine Pause vom Trubel auf der Straße brauchten.

Außergewöhnlich wertschätzender Umgang

Lisa Klensang, Julia Tschritter, Lotte Heyhusen und Benjamin Hinsch, Mitglieder des Wohlfühlteams, beschrieben die Atmosphäre des Tages als besonders liebevoll und angenehm. Bereits während der Vorbereitungen sei der Umgang aller Beteiligten miteinander außergewöhnlich wertschätzend gewesen, berichteten sie.

Margarete Will und Tobias Holst (in Grün) von der Lebenshilfe Buxtehude eröffneten den Aktionstag, natürlich mit Unterstützung eines Gebärdendolmetschers.

Margarete Will und Tobias Holst (in Grün) von der Lebenshilfe Buxtehude eröffneten den Aktionstag, natürlich mit Unterstützung eines Gebärdendolmetschers. Foto: Svenja Weil

Enrike Sklomeit, Trainerin der Rollstuhlsportgruppe des Buxtehuder Sportvereins, gehörte zu denen, die Nils Klensang nicht lange bitten musste. „Wir wollten unbedingt bei diesem Fest dabei sein“, erzählte sie. Gemeinsam mit einigen Aktiven der Sportgruppe lud sie dazu ein, auf einem Parcours die Geschicklichkeit im Rollstuhl zu erproben. „Kinder machen ganz begeistert mit. Die Erwachsenen sind zögerlicher“, beschrieb sie ihre Beobachtungen. Noch ist ihre Gruppe klein und kann die Aufmerksamkeit am Stand gut gebrauchen.

Herausragendes Merkmal des inklusiven Festes

Dass die Belange von Menschen mit Behinderungen durch diesen Tag in der Öffentlichkeit besonders sichtbar werden, ist für Claudia Domnick und Steffi Schweinberger ein herausragendes Merkmal des inklusiven Festes. Die beiden Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe Buxtehude luden an ihrem regenbogenbunten Stand dazu ein, auf der Vielfaltscouch für ein Foto Platz zu nehmen. An einem der Nachbarstände war stattdessen Bewegung angesagt.

Bunt ging es zu beim Aktionstag „Vielfalt feiern“. Das Stelzentheater De Vil aus Kiel sorgte für Staunen und manchen Lacher bei den Besuchern der gut gefüllten Fußgängerzone.

Bunt ging es zu beim Aktionstag „Vielfalt feiern“. Das Stelzentheater De Vil aus Kiel sorgte für Staunen und manchen Lacher bei den Besuchern der gut gefüllten Fußgängerzone. Foto: Svenja Weil

Die Lebenshilfe Langenhagen-Wedemark lud zur „Silent Disco“ ein. Mit Kopfhörern auf den Ohren konnten Tanzwillige ganz in die Musik abtauchen. Kenny Macasero und Nina Lohse, die den Stand betreuten, zeigten sich begeistert von Buxtehude.

Vielfalt steht hier im Zentrum des Stadtbildes

„Die Stadt ist wirklich schön, und die Vielfalt steht hier heute im Zentrum des Stadtbildes“, lobte Macasero. Das Programm auf den Bühnen am Rathaus, auf der Bitterbrücke, am Hase-und-Igel-Brunnen und auf dem Ewer Margareta bot ganz dem Tagesmotto gemäß eine große Bandbreite von Stilrichtungen - von Coversongs aus Pop und Rock bis zu mitreißenden Samba-Rhythmen.

Inklusion habe nicht in erster Linie mit Gesetzen und Verordnungen zu tun, sondern mit Begegnungen, hatte Lebenshilfe-Geschäftsführer Sebastian Beck bei der Eröffnung gesagt. So wurde Inklusion gelebt beim Fest der Vielfalt.

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Vom zeitweise sehr nassen Wetter ließen sich Gäste und Akteure des inklusiven Stadtfestes die gute Laune nicht verderben. Die Gruppe Unikat aus Syke rockte auch im strömenden Regen zu mitreißender Musik auf der Bitterbrücke.

Vom zeitweise sehr nassen Wetter ließen sich Gäste und Akteure des inklusiven Stadtfestes die gute Laune nicht verderben. Die Gruppe Unikat aus Syke rockte auch im strömenden Regen zu mitreißender Musik auf der Bitterbrücke. Foto: Svenja Weil

Monika Blasinsky, Gabriele Bökenkröger (beide Lebenshilfe Niedersachsen), Sebastian Beck (Lebenshilfe Buxtehude), Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Frank Steinsiek (Lebenshilfe Niedersachsen) und Landrat Kai Seefried waren sich nach der Eröffnung einig: Es ist normal, verschieden zu sein.

Monika Blasinsky, Gabriele Bökenkröger (beide Lebenshilfe Niedersachsen), Sebastian Beck (Lebenshilfe Buxtehude), Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Frank Steinsiek (Lebenshilfe Niedersachsen) und Landrat Kai Seefried waren sich nach der Eröffnung einig: Es ist normal, verschieden zu sein. Foto: Svenja Weil

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