T„Haben eine Katastrophe verhindert“: Dank an die Retter von Dollern
Jahreshauptversammlung Feuerwehr Samtgemeinde Horneburg Fotos Vasel Foto: Vasel
Wie wichtig die Feuerwehr ist, das zeigte sich 2025 vor allem beim Großfeuer in Dollern. „Euer Engagement verdient höchsten Respekt“, sagte Bürgermeister Knut Willenbockel.
Horneburg. „Sie haben eine Katastrophe verhindert“, unterstrich der Bürgermeister von Dollern, Jan-Hinnerk Burfeind (CDU), am Freitagabend bei der Samtgemeindewehrversammlung der fünf Ortsfeuerwehren im Gerätehaus in Horneburg.
Burfeind und Samtgemeinde-Bürgermeister Knut Willenbockel (parteilos) dankten den Feuerwehrleuten. In der Nacht zum 6. März 2025 hätten die Einsatzkräfte verhindert, dass der historische Ortskern von Dollern - wie beim Großen Brand von 1793 - zerstört wurde.
Der Bürgermeister von Dollern, Jan-Hinnerk Burfeind (CDU), dankte den Einsatzkräften. Foto: Vasel
Kurz nach Mitternacht waren in dieser Nacht ein mehr als 200 Jahre altes Wohn- und Wirtschaftsgebäude und ein weiteres Wohnhaus in Flammen aufgegangen. Die Brandursache konnte nicht mehr geklärt werden.
Auf der Hofstelle Stüven wütete bei dem Eintreffen der Wehren bereits ein Feuersturm. Den mehr als 210 Feuerwehrleuten und Einsatzkräften von DLRG und DRK bot sich ein Bild wie aus der Apokalypse.
„Die Schadensbegrenzung ist uns hervorragend gelungen“, betonte Gemeindebrandmeister Torben Schulze mit Blick auf den Erhalt der reetgedeckten, denkmalgeschützten sieben Bauernhäuser im Umkreis der Hofstelle. Die Wasserversorgung sei eine Herausforderung gewesen.
Neues Gerätehaus in Dollern auf dem Weg
Bürgermeister Knut Willenbockel kündigte an, dass die Samtgemeinde Horneburg den Bau des neuen Gerätehauses in Dollern an einen Totalübernehmer vergeben wolle. Dieser soll das Bauprojekt, von der Planung bis zur schlüsselfertigen Erstellung, umsetzen.

Befördert: Gemeindebrandmeister Torben Schulze und Bürgermeister Knut Willenbockel nehmen den Horneburger Ortsbrandmeister Dennis Dalchau und den Vize-Gemeindebrandmeister Niels Bründel (2. von rechts) in ihre Mitte. Foto: Vasel
Mit dem Baurecht rechnet Willenbockel in diesen Sommer. Die Samtgemeinde und die Gemeinde haben die Grundlagen über den F-Plan beziehungsweise über die Aufstellung eines Bebauungsplans geschaffen. Der Entwurf des Bebauungsplans Nr. 21 liegt noch bis zum 12. Februar 2026 öffentlich aus. In den Jahren 2026 und 2027 soll das voraussichtlich 5,1 Millionen Euro teure Feuerwehrgerätehaus Dollern hinter Krümet an Hagener Weg/B73 errichtet werden.

Blick auf das Feuerwehrgerätehaus in Horneburg bei Nacht. Foto: Vasel
Geplant ist aktuell, einen Gerätewagen Logistik und ein Löschgruppenfahrzeuge (LF Kats) für den auch überörtlichen Brand- und den Katastrophenschutz in Dollern zu stationieren. Diese speziellen Löschfahrzeuge - finanziert über den Bund - sind laut Torben Schulze nicht nur für Brandbekämpfung, sondern auch für die Wasserförderung über lange Strecken und technische Hilfeleistungen ausgelegt.
Bekanntlich entspricht das heutige Gerätehaus nicht mehr der Norm. Die Feuerwehr-Unfallkasse listete Mängel auf.
Die Stellplätze sind zu klein, es gibt keine getrennten Schwarz-Weiß-Bereiche. Nach einem Feuer oder Unfall könnte kontaminierte Einsatzkleidung die Privatkleidung verunreinigen - eine Gefahr für die Gesundheit. Im Neubau der Stützpunktwehr werde es endlich auch Umkleide- und Sanitärräume nach Geschlechtern getrennt geben.
Einsätze im Jahresmittel
Im vergangenen Jahr seien die fünf Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Horneburg zu 228 Einsätzen ausgerückt. Das Großfeuer von Dollern prägte das Jahr. Kreisweit gab es laut Vize-Kreisbrandmeister Thorsten Hellwege 17 Großbrände.
Die Notfallgruppen rückten zu 51 AED-Einsätzen aus, rechnete der stellvertretende Gemeindebrandmeister Niels Bründel vor. Aufgrund der Ortsnähe sind sie in der Regel vor Rettungsdienst und Notarzt vor Ort und können vor deren Eintreffen bereits mit der Reanimation beginnen. 225 Feuerwehrleute gibt es aktuell, unter ihnen sind 28 Frauen. Zehn Übertritte aus der Jugendfeuerwehr gab es (Mitglieder: 71).

Karl-Heinz Meier (Mitte) aus Bliedersdorf ist seit 70 Jahren in der Feuerwehr: Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thorsten Hellwege und Gemeindebrandmeister Torben Schulze (rechts) ehrten ihn bei der Jahreshauptversammlung. Hinten rechts hat sich Bliedersdorfs Bürgermeister Tobias Terne (CDU) erhoben. Foto: Vasel
Bei der Ehrung für Karl-Heinz Meier (87) aus Bliedersdorf erhoben sich die Feuerwehrleute und ihre Gäste von ihren Plätzen. Der Landwirt war vor 70 Jahren eingetreten. Sohn und Enkelkinder sind „selbstverständlich“ in der Feuerwehr aktiv.

Marcus, Heinrich, Karl-Heinz und Christina Meier - alle brennen für die Feuerwehr. Foto: Vasel

Gemeindebrandmeister Torben Schulze befördert seinen Stellvertreter Niels Bründel (rechts) und den Horneburger Ortsbrandmeister Dennis Dalchau (2. von rechts); links schaut der stellvertretende Kreisbrandmeister Thorsten Hellwege zu. Foto: Vasel
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