Zähl Pixel
Verkehr

THagener Weg: Straße der Schlaglöcher voll gesperrt

Schlagloch-Gefahr: Die Gemeinde Dollern hat den Hagener Weg vollgesperrt.

Schlagloch-Gefahr: Die Gemeinde Dollern hat den Hagener Weg vollgesperrt. Foto: Vasel

Die Gemeinde Dollern hat die Notbremse gezogen und den Hagener Weg zwischen Friedhof und Umspannwerk voll gesperrt. Deshalb ist die Straße dicht.

author
Von Björn Vasel
Mittwoch, 22.04.2026, 11:30 Uhr

Dollern. „Mehrere Pkw-Fahrer haben uns Schäden an ihren Fahrzeugen gemeldet“, bestätigt Bauamtsleiter Roger Courtault. Weitere Unfälle sollen vermieden werden, viele Autofahrer seien zu schnell unterwegs.

Auf dem Gemeindeverbindungsweg zwischen B73 und K30 reiht sich Schlagloch an Schlagloch. Der Frost hat Löcher in den Asphalt gesprengt. Zwischen Fahrbahn und Seitenraum gibt es erhebliche Höhenunterschiede. Die 2025 ausgebrachte Schotterschicht hat sich bereits aufgelöst.

Die Schlaglöcher werden voraussichtlich in der kommenden Woche mit Heißasphalt verfüllt.

Die Schlaglöcher werden voraussichtlich in der kommenden Woche mit Heißasphalt verfüllt. Foto: Vasel

Die Gemeinde Dollern habe bereits eine Straßenbaufirma beauftragt, so Courtault. Diese werde in der kommenden Woche loslegen. Die Arbeiter werden die Löcher mit Heißasphalt verfüllen. Dieser dient als Füllmittel. Damit die Füllung - wie bei der Zahnbehandlung - im Loch kleben bleibt, kommt ein Gusskleber als Dichtmittel zum Einsatz, um die Anschlüsse und Risse wasserdicht zu machen.

Die Verwaltung rechnet mit Kosten von 5000 bis 6000 Euro - abhängig von der benötigten Materialmenge. In einer ersten Kalkulation war von 20.000 Euro die Rede gewesen.

Hagener Weg für heutigen Verkehr nicht ausgelegt

„Der Hagener Weg war ursprünglich ein Sandweg“, sagt der Dollerner Bürgermeister Jan-Hinnerk Burfeind (CDU). Vor dem Bau des Umspannwerks Dollern im Jahr 1970 sei der 3,2 Kilometer lange Feldweg asphaltiert worden, damit die Schwerlaster die Transformatoren anliefern konnten. Es fehle weiter ein richtiger Unterbau. Den Vollausbau könne sich die Kommune allerdings nicht leisten.

Die Fahrbahn war 2025 für 120.000 Euro teils abgefräst und neu asphaltiert worden, Seitenräume waren aufgeschottert worden. Die Baukosten übernahm die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Hintergrund: Der Hagener Weg diente 2022/23 bei der Grundsanierung der B73 in Dollern und Agathenburg als Umleitungsstrecke. Erhebliche Schäden waren die Folge.

Im vergangenen Winter 2025/26 kam es zu massiven Frostschäden. Die Höchstgeschwindigkeit wurde von 50 auf 30 km/h herabgestuft, der Samtgemeinde-Bauhof stellte „Achtung Straßenschäden“-Schilder auf. Pkw-Fahrer meldeten Schäden an ihren Fahrzeugen. Kein Wunder: Einige Schlaglöcher sind 20 Zentimeter tief.

Autofahrer könnten auf Schaden sitzen bleiben

Ob die Versicherung der Kommune, der Kommunale Schadenausgleich, zahlt, ist allerdings offen. Zur Wahrung der Verkehrssicherungspflicht reicht es laut der Rechtsprechung und der Versicherer in der Regel aus, wenn der Straßenbaulastträger auf Schäden aufmerksam macht, beispielsweise durch Warnschilder - wie in diesem Fall.

Und selbst, wenn diese fehlen, würden Bund, Land oder Kommune nicht automatisch ihre Pflichten verletzen, sollte eine Straße ganz offensichtlich in einem schlechten Zustand sein.

Unfallgefahr: Erheblicher Höhenunterschied zwischen Fahrbahn und Seitenraum am Hagener Weg.

Unfallgefahr: Erheblicher Höhenunterschied zwischen Fahrbahn und Seitenraum am Hagener Weg. Foto: Vasel

Damit nicht genug: In Deutschland gilt das Sichtfahrgebot. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) sind die Autofahrer verpflichtet, die Geschwindigkeit ihres Fahrzeugs an die Straßenverhältnisse anzupassen - so steht es in Paragraf 3 der StVO. Fahrer müssen also mit angemessenem Tempo unterwegs und in der Lage sein, vor einem Schlagloch (und bei Gegenverkehr) noch rechtzeitig reagieren zu können.

11.500 Fahrzeuge nutzen den Weg zwischen Dollern und Stade-Hagen im Schnitt pro Woche. Bürgermeister Burfeind sowie Ratsherr Ralf Kimmel (beide CDU) wollten die Straße mit Blick auf alljährliche Sanierungskosten und Unfallgefahren zum Wirtschaftsweg (Anlieger frei für Landwirte und Umspannwerk) erklären. Doch die Mehrheit im Rat will die Straße offenhalten - für Pendler, aber auch für die Kunden Mohr, Edeka, Krümet und Shell-Tankstelle.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel