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Nachwuchs

THandwerk: So sichert sich NDB in Stade die Fachkräfte der Zukunft

Fynn Mohr in der Talentschmiede von NDB. Er lernt Elektrotechnik. Sein Ziel: Meister werden.

Fynn Mohr in der Talentschmiede von NDB. Er lernt Elektrotechnik. Sein Ziel: Meister werden. Foto: Strüning

Das Handwerk sucht händeringend nach Nachwuchs. NDB in Stade ist dabei besonders kreativ. Jetzt hat das Unternehmen eine Talentschmiede eröffnet. Ein Novum in der Region.

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Von Lars Strüning
Dienstag, 09.06.2026, 08:10 Uhr

Stade. NDB steht für Norddeutscher Blitzschutzbau. Klingt nicht gerade attraktiv für junge Menschen. Doch der Name täuscht.

NDB - 500 Mitarbeiter in neun Firmen an vier Standorten

NDB zählt heute - als Familienunternehmen in dritter Generation - 500 Mitarbeiter an vier Standorten mit der Zentrale in Stade. Heute installiert NDB mit seinen neun Firmen technische Systeme fürs ganze Gebäude - ob privates Eigenheim oder großes Betriebsgebäude.

Schnitten das Rote Band durch zur Talentschmiede (von links): Aldo Sahlke, Alexander Brotsmann, Matthias Geier, Sascha von Bargen und Florian Geier.

Schnitten das Rote Band durch zur Talentschmiede (von links): Aldo Sahlke, Alexander Brotsmann, Matthias Geier, Sascha von Bargen und Florian Geier. Foto: Strüning

In Stade haben die Geschäftsführer Matthias und Florian Geier gerade wieder in die Zukunft investiert. Etwa 600.000 Euro steckten sie in die Talentschmiede, wo ab sofort ihre Auszubildenden der Elektrotechnik und des Anlagenbaus geschult werden. Fynn Mohr aus Stade ist einer von ihnen.

Er lässt sich im ersten Lehrjahr als Elektroniker in der Energie- und Gebäudetechnik ausbilden. „Das macht mir super viel Spaß“, sagt er mit einem strahlenden Lächeln. Fynn hat noch viel vor in dem Unternehmen.

Fynn Mohr aus Stade ist Azubi und hat einen festen Plan

An seinem Arbeitsbrett montiert er während der offiziellen Talentschmiede-Eröffnung Lichtschalter, Leuchten, Verteilung oder auch Sicherungen. Der Trubel um ihn herum mit den offiziellen Gästen stört ihn nicht, er ist voll konzentriert bei der Arbeit. Und er hat einen Plan.

Thilo Frost baut in der Talentschmiede einen Anschluss für eine Gastherme. Büroarbeit wäre nichts für ihn.

Thilo Frost baut in der Talentschmiede einen Anschluss für eine Gastherme. Büroarbeit wäre nichts für ihn. Foto: Strüning

Die Ausbildung nimmt dreieinhalb Jahre in Anspruch, dann will er fünf Jahre als Geselle bei NDB arbeiten, um später seinen Meister zu machen. Fynn ist heute 18 Jahre alt, sein Kollege Thilo Frost aus Hechthausen ist 17 und wird Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Thilo Frost wollte „unbedingt ins Handwerk“

Thilo arbeitet mit seinem Brett auf der anderen Seite der Stellwand in der Talentschmiede – an einer „simplen Form“ für einen Anschluss an die Gastherme, wie er es beschreibt. Die Kupferrohre biegt er sich zurecht, seine Gäste bittet er dabei freundlich zur Seite. Auch Thilo ist noch im ersten Lehrjahr. Wie es weitergeht für ihn? „Erst mal die Ausbildung beenden“, sagt er.

Handwerk sollte es unbedingt sein. „Ich hatte keinen Bock, den ganzen Tag im Büro zu sitzen“, sagt Thilo. Er habe eine Firma gesucht, „die etwas bietet“. Er lobt die Teamarbeit und die Verantwortung, die er früh tragen durfte. Kollege Fynn sieht es genauso, denkt dabei zum Beispiel auch an die regelmäßigen Grillabende für alle Beschäftigten am Standort. „Das geht hier sehr familiär zu.“

NDB stellt jedes Jahr 50 neue Lehrlinge ein

Matthias und Florian Geier werden es gerne gehört haben. Wertschätzung zu vermitteln, ist eine Maßnahme, um junge Leute zu finden und zu halten. 50 Azubis in acht Berufen werden jedes Jahr in ihren Betrieben eingestellt. Aber auch NDB merkt: Die Ansprüche an die Ausbildung steigen, die Auswahl wird kleiner.

Deutschlandweit, so Matthias Geier, fehlten 250.000 Fachkräfte im Handwerk. Die Lücke werde größer. 2025 blieben 16.000 Lehrstellen unbesetzt. Bis 2030 stehen 125.000 Betriebsnachfolgen an, viele seien noch ungeklärt.

NDB versucht, gegenzusteuern, bietet ein eigenes Karrieremodell für seine Leute an, hat ein Sozialpaket mit diversen Annehmlichkeiten geschnürt, versucht früh an Schulen und auf Messen, den Spieltrieb der jungen Menschen anzuregen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Talentschmiede kommt jetzt dazu, „ein Wettbewerbsvorteil in einem hart umkämpften Markt“, wie Matthias Geier anmerkt.

Talentschmiede - damit keiner den Anschluss verliert

Die Talentschmiede mit ihrer großzügig ausgestatteten Werkstatt gilt als Brücke zwischen betrieblicher Ausbildung und Berufsschule und soll auch dafür sorgen, dass keiner während der Lehre den Anschluss verliert und dass die Azubis gut vorbereitet in ihre Gesellenprüfungen gehen. Das Konzept hat die Gäste überzeugt.

Auch Matthias Steffen aus Stade-Wiepenkathen. Er ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Das ist ein tolles Konzept“, sagte er. Das Unternehmen sei herausragend in Sachen Ausbildung. Steffen: „NDB ist ein Vorzeigebetrieb.“

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