THarsefeld feiert 5:1-Sieg und sucht dennoch seine Selbstverständlichkeit
Die Harsefelder haben ihr Heimspiel souverän gewonnen. Foto: Bröhan
Harsefeld wird seinem Anspruch mit dem holprigen Saisonstart nicht gerecht. Der jetzige Pflichtsieg wendet die Krise ab, ist aber auch noch kein Wendepunkt. Der TuS im Check.
Harsefeld. Der TuS Harsefeld empfing mit dem VSK Osterholz-Scharmbeck einen punktgleichen Gegner. Nur zwei Siege, zwei Remis und fünf Niederlagen standen in der Statistik. Das hört sich nach dem ersten Saisondrittel nach Abstiegskampf an. Harsefeld sieht sich aber im oberen Tabellendrittel. Der souveräne 5:1-Heimsieg war also vonnöten.
„In unserer Situation brauchen wir nicht mehr auf die Tabelle zu schauen“, sagte Alexander Martens vor dem Spiel. Von Spiel zu Spiel schauen, sei nun die angebrachte Devise, so der Sportdirektor. Der ebenso klarstellte: Der „nicht zufriedenstellende Saisonstart“ spiegele nicht „den Leistungsstand der Mannschaft“ wider.
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„Der Fußball wird besser, aber die Ergebnisse stimmen nicht“, so Martens. Das wurde gegen den VSK bereinigt. Trainer Nabil Toumi war mit der „Intensität“ des Harsefelder Spiels in den beiden vorangegangenen Partien (1:2 gegen Lindwedel-Hope, 2:2 gegen Hagen/Uthlede) schon zufrieden, „aber da ist der Spielverlauf nicht in unsere Richtung gekippt“.
Mit der Führung wird der TuS nachlässig
Gegen Osterholz-Scharmbeck erwischten die sehr engagierten Harsefelder dagegen einen Traumstart. Jonathan Bondombe-Simba verwandelte einen Flankenball volley zum 1:0 (5.) und Per Lasse Schmidt traf aus mehr als 20 Metern zum 2:0 (11.). Der TuS bestimmte das Spiel komplett, hätte sogar noch komfortabler führen können wenn nicht müssen. Auch eine effizientere Chancenverwertung war zuletzt ein Thema.
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Dann ließen kleine Fehler und falsche Entscheidungen den VSK ins Spiel und zu Chancen kommen. Eine unnötige Ecke hier, ein provokantes Dribbling im Zentrum inklusive Ballverlust da, ein riskanter Rückpass dort. „Bekommen wir das 1:2, wird es vielleicht ein anderes Spiel“, sagt Toumi. Dem vor allem die offensivere Ausrichtung missfiel, statt durch gewissenhafte Positionierung die nötige Stabilität zu wahren. „Das muss sich finden“, sagt Toumi, der während des Spiels des Öfteren korrigierende Ansagen machte.

Jelldrik Dallmann erzielte seinen vierten Saisontreffer sehenswert per Lupfer, vergab aber auch zwei Großchancen. Foto: Bröhan
Jelldrik Dallmann, der einige sehenswerte Szenen hatte, aber auch Großchancen ausließ, erhöhte dann nach einem Chipball hinter die Abwehr per Heber über den VSK-Torhüter auf 3:0 (41.). Gleich im Gegenzug verursachte der TuS einen Foulelfmeter und so ging es mit einem 3:1 in die Pause.
Den Sieg nicht überbewerten und weiterarbeiten
Nach dem Seitenwechsel war der Pflichtsieg schnell eingetütet, weil Ben Wilkens sofort per Kopf auf 4:1 (47.) erhöhte. Das Spiel hatte noch seine hektischen Phasen, insgesamt machte der TuS es gegen zunehmend resignierende Gäste aber souverän. Hadi Assaf sorgte für den überfälligen 5:1-Endstand (77.). „Auch das ist mittlerweile viel besser geworden, dass wir nach hintenheraus die nötigen Körner haben“, sagt Toumi.
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Osterholz-Scharmbeck war in diesem Spiel ein willkommener Aufbaugegner, der Auftritt des TuS Harsefeld darf aber Mut machen und sollte weiteres Selbstvertrauen bringen.
Sportdirektor Martens gibt zu, dass er den „Entwicklungsprozess unterschätzt“ habe. Ein neuer Trainer, einige neue Spieler. „Ich dachte, das greift schneller“, so Martens. So eine Gruppe müsse aber erst mal zusammenwachsen. Zumal Nabil Toumi mit seiner Regional- und Oberligaerfahrung eine ganz andere Herangehensweise habe als noch Vorgänger Nico Matern. „Auch das ist eine Umgewöhnung.“
Toumi sieht noch einige Arbeit und viel Steigerungspotenzial, und ordnet den bisherigen Saisonverlauf relativierend ein. Nachdem Harsefeld zum Saisonstart bei der SG Scharmbeck-Pattensen-Ashausen eine 4:2-Führung noch verspielt hatte (4:4), sei das „Kopfkino“ angegangen. Eine gewisse Verunsicherung habe den Saisonstart erschwert. Mit Celle und Rotenburg kamen dann zwei Schwergewichte zu früh, so Toumi.

Per Lasse Schmidt (Zweiter von rechts) wird nach seinem 2:0 aus mehr als 20 Metern gefeiert. Foto: Bröhan
Gegen den kommenden Gegner TB Lüneburg (17.10.) muss der TuS weiter an seiner Stabilität, Souveränität und Effizienz arbeiten. Dann wartet das Derby gegen A/O (23.10.).
Tore: 1:0 (5.) Bondombe-Simba, 2:0 (11.) Schmidt, 3:0 (41.) Dallmann, 3:1 (43.) Bayrak, 4:1 (47.) Wilkens, 5:1 (77.) Assaf
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