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Stadtentwicklung

THistorische Chance für Buxtehude: Neuer Bahnhof und Fahrradparkhaus

Das alte Bahnhofsgebäude in Buxtehude soll abgerissen und einem Fahrradplatz mit 750 Plätzen weichen.

Das alte Bahnhofsgebäude in Buxtehude soll abgerissen und einem Fahrradplatz mit 750 Plätzen weichen. Foto: Wisser

Buxtehude steht vor einer historischen Entscheidung: Mit 8,146 Millionen Euro Fördergeldern könnte ein modernes Fahrradparkhaus und ein neuer Bahnhof realisiert werden.

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Von Karsten Wisser
25.08.2026, 11:30 Uhr

Buxtehude. Kurz vor Ende der Legislaturperiode steht Buxtehude vor einer wegweisenden Entscheidung. Die Stadtverwaltung bestätigte dem TAGEBLATT, dass die erhofften Fördergelder für ein Fahrradparkhaus bewilligt wurden. Die Hansestadt erhielt von der N-Bank einen Bescheid über 8,146 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm Stadt und Land.

Das alte Bahnhofsgebäude in Buxtehude soll abgerissen und einem Fahrradplatz mit 750 Plätzen weichen.

Das alte Bahnhofsgebäude in Buxtehude soll abgerissen und einem Fahrradplatz mit 750 Plätzen weichen. Foto: Wisser

Damit deckt die staatliche Förderbank 75 Prozent der Gesamtkosten von 10,861 Millionen Euro. Die Stadt müsste die verbleibenden 2,715 Millionen Euro selbst aufbringen. Zudem liegt ein Vertragsentwurf zwischen der Deutschen Bahn und Buxtehude vor, der die Umgestaltung des gesamten Bahnhofsareals regelt.

33 Millionen Euro für den neuen Bahnhof

Die Bahn plant, ein neues Empfangsgebäude zu errichten, und will dafür 20 Millionen Euro investieren. Zusammen mit der Neugestaltung der Außenanlagen fließen insgesamt rund 33 Millionen Euro in das Projekt. Dank der Zusage der N-Bank könnte die Umsetzung zügig beginnen – allerdings nur, wenn das Vorhaben bis Ende 2030 abgeschlossen ist.

„Das ist eine historische Entscheidung für Buxtehude“, sagt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos). Eine solche Chance komme für die Stadt nur einmal in dieser Generation, betont sie. Nach zwei Amtszeiten tritt sie am 31. Oktober in den Ruhestand. Ihr Nachfolger wird genau wie der neue Rat am 13. September gewählt.

Die Deutsche Bahn und die Hansestadt wollen den Bahnhof zu einer zentralen Mobilitätsstation ausbauen, die alle Verkehrsträger, insbesondere den ÖPNV, verknüpft.

Mobilität: Bahnhof soll Schlüsselrolle spielen

Mit einer modernen Fahrradstation und der Erneuerung der Bahninfrastruktur sollen die Mobilitätsangebote attraktiver werden und Alternativen zum motorisierten Individualverkehr schaffen. Der Bahnhof soll eine Schlüsselrolle bei der Neuaufteilung des öffentlichen Raums spielen und die Funktion der Innenstadt als zentralen Ort stärken.

Die Fahrradständer am Bahnhof in Buxtehude weichen einem neue Empfangsgebäude der Deutschen Bahn.

Die Fahrradständer am Bahnhof in Buxtehude weichen einem neue Empfangsgebäude der Deutschen Bahn. Foto: Wisser

Nun braucht es einen Grundsatzbeschluss der Politik, um das Projekt zu starten. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz trifft sich dazu am Dienstag, 1. September (19 Uhr), im Stadthaus zu einer Sondersitzung.

Doch nicht alle Parteien stehen hinter dem Vorhaben. Die CDU und die Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freie Wählergemeinschaft äußern Bedenken wegen der Kosten. Neben dem Eigenanteil von 2,7 Millionen Euro für das Fahrradparkhaus müsste die Stadt auch in die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds investieren.

200 Millionen Euro für die Schulen

Erste Schätzungen gehen von über vier Millionen Euro aus. Insgesamt könnte das Projekt den ohnehin angespannten Haushalt mit sieben bis acht Millionen Euro belasten. Gleichzeitig plant die Stadt, in den nächsten zehn bis zwölf Jahren 200 Millionen Euro in Schulen und Sporthallen zu investieren.

Neben der politischen Zustimmung gibt es weitere Risiken. „Sollten Verzögerungen den engen Förderzeitraum bis 2030 gefährden, müsste das Projekt im Interesse der Stadt abgebrochen werden“, heißt es in der Vorlage für die Sondersitzung.

Ein kritischer Punkt ist die Genehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Falls die Behörde ein aufwendiges Verfahren fordert, könnte der Zeitplan scheitern – und das Projekt wäre gescheitert.

Externe Unterstützung für die Planungen

Klar ist auch, dass die Stadt externe Unterstützung benötigt, um die Planungen umzusetzen. Die kurze Frist, die Komplexität des Projekts und der Abstimmungsaufwand zwischen den Beteiligten erfordern bahnspezifische Expertise. Dafür müsste eine zusätzliche Stelle geschaffen werden, was weitere Kosten verursacht.

So konnte eine mögliche Variante des Buxtehuder Bahnhofs in Zukunft aussehen. (Visualisierung)

So konnte eine mögliche Variante des Buxtehuder Bahnhofs in Zukunft aussehen. (Visualisierung) Foto: DB BahnStadt

Die Bahn plant nicht nur ein neues Empfangsgebäude, sondern will auch das bestehende Türmchen mit Kiosk und Imbiss - im Bahnjargon Servicegebäude genannt - an der Bahnunterführung Richtung Altkloster abreißen. Der Neubau soll möglichst nah an die Kreuzung Bahnhofstraße/Giselbertstraße/Gildestraße rücken. Doch der Abriss betrifft nicht nur das Servicegebäude: Auch das historische Bahnhofsgebäude soll weichen.

Der alte Bahnhof wird abgerissen

Die Befürchtung, dass der alte Rotklinkerbau nicht zu retten ist, besteht schon länger. Der hintere, zweigeschossige Teil stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, steht jedoch nicht unter Denkmalschutz.

Die Bahn hat das Gebäude verfallen lassen, eine Sanierung würde Millionen kosten. Ein Investor ließ sich nicht finden. Auch die bestehende Fahrrad-Abstellanlage müsste dem neuen Empfangsgebäude weichen.

Teile des Bahnhofsgebäudes sind Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Das Gebäude ist aber nicht denkmalgeschützt.

Teile des Bahnhofsgebäudes sind Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Das Gebäude ist aber nicht denkmalgeschützt. Foto: Wisser

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