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THitlergruß beim Erstwählerforum - und warum ein Drochterser viral ging

Das Erstwählerforum im Stader Stadeum.

Das Erstwählerforum im Stader Stadeum. Foto: Stehr

Nach dem Erstwählerforum im Stader Stadeum ermittelt der Staatsschutz, und auf Facebook sticht Cornelius van Lessen in ein blaues Wespennest.

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Von Lena Stehr,
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Von Lars Wertgen
Sonntag, 07.06.2026, 09:50 Uhr

Drochtersen/Stade. Ein ungebetener Gast rief am Dienstag die Polizei auf den Plan beim Erstwählerforum. Ein junger Mann hatte sich laut Polizeisprecher Daniel Kraus ins Stadeum gemogelt. Während einer Podiumsdiskussion zeigte er von seinem Sitzplatz aus den Hitlergruß. Die Veranstalter - ein Team von Schülern mehrerer Stader Schulen - reagierten sofort.

Sie schmissen den Eindringling raus und riefen die Polizei. Damit haben sie alles richtig gemacht. Der Hitlergruß ist nämlich kein Kavaliersdelikt.

Wer den Hitlergruß zeigt, begeht eine Straftat. Der Gruß fällt unter das Verbot von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Bei einer Verurteilung drohen bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Deshalb ermittelt jetzt der Staatsschutz.

Der junge Mann sei beim Eintreffen der Polizei zwar schon weg gewesen, es gebe aber Hinweise auf ihn, so Daniel Kraus. Werde er überführt, entscheide die Staatsanwaltschaft, ob der Fall vor Gericht kommt.

„Auf jeden Fall sollte ein Hitlergruß nicht verharmlost und immer angezeigt werden“, sagt der Polizeisprecher. Auch das Orga-Team hat eine klare Meinung: „Taten wie diese zeigen die Relevanz von Aktionen zur Stärkung der Demokratiebildung.“ Mehr klare Kante gegen Rechts wünscht sich derweil in Drochtersen Cornelius van Lessen.

Facebook-Algorithmus funktioniert in Drochtersen

„Da bekomme ich eine Gänsehaut. Das ist erschütternd, dass sich nicht mehr Widerstand regt“, sagt Cornelius van Lessen, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft in Drochtersen.

Van Lessen meint die Machtfantasien der AfD, die zum Beispiel in Sachsen-Anhalt eine Bürgerwacht einführen möchte. „Das erinnert an die SA“, sagt er.

Seine Meinung über die AfD vertritt er regelmäßig auch auf Facebook. Als es um den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg zur AfD-Nutzung des Kehdinger Bürgerhauses ging, provozierte sein Kommentar dazu jedoch eine massive Welle der Empörung.

Dabei hatte van Lessen lediglich die eigentliche Nachricht geteilt und geschrieben: „An die AfD und ihre Funktionäre: Der Rechtsstaat funktioniert.“ Mehr als 1800 Nutzer reagierten auf den Post, der zusätzlich rund 1800 Kommentare zählt - meist von AfD-Anhängern.

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Darunter finden sich Belehrungen über Demokratie und Häme von Nutzern, die mit dem konkreten Vorgang offensichtlich nicht vertraut sind. „Ich schaue mir das gar nicht an“, so van Lessen.

Die wenigsten Kommentare stammen von Nutzern aus der Region - die meisten dagegen aus Sachsen, Süddeutschland sowie Berlin und Brandenburg. „Die Menschen in Drochtersen wissen, wie van Lessen tickt“, sagt er.

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