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Fußball

THitzeschlachten beim Kreispokal - Spannung und Drama in den Finals

Da ist das Ding: Michel Junge und die Wiepenkathener feiern den Pokalsieg.

Da ist das Ding: Michel Junge und die Wiepenkathener feiern den Pokalsieg. Foto: Schmietow

Wiepenkathen triumphiert im Kreispokal und krönt die Erfolgssaison. Estebrügge kämpft, wird belohnt und verschickt Genesungswünsche. Und: Der Finaltag wurde immer länger.

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Von Jan Bröhan
Montag, 22.06.2026, 05:20 Uhr

Oldendorf. Im Schnitt waren in den vergangenen Jahren 1000 Zuschauer bei den Finaltagen des Kreispokals. In Oldendorf waren es gut die Hälfte über den Tag verteilt. Es war schlicht zu heiß und drückend am Samstag.

Ohne Abkühlungen ging es nicht.

Ohne Abkühlungen ging es nicht. Foto: Schmietow

Die Hitze brachte auch den Zeitplan und Ablauf kräftig ins Schlingern, da die nötigen Trinkpausen während der sechs Finals natürlich Zeit kosteten. Hinzu kamen drei Elfmeterschießen.

In jedem Spiel gab es mindestens zwei Trinkpausen, hinzu kamen drei Elfmeterschießen - so verzögerte sich der Ablauf stetig wachsend nach hinten. Das Finale endete genau eine Stunde später um 21.45 Uhr.

In jedem Spiel gab es mindestens zwei Trinkpausen, hinzu kamen drei Elfmeterschießen - so verzögerte sich der Ablauf stetig wachsend nach hinten. Das Finale endete genau eine Stunde später um 21.45 Uhr. Foto: Schmietow

Schon das Plaketten-Finale verzögerte sich um eine halbe Stunde. Das abschließende Finale endete eine Stunde später als geplant, um 21.45 Uhr. Es war ein langer Tag.

Organisation lässt keine Wünsche offen

„Der FC Oste/Oldendorf hat hier richtig gute Arbeit geleistet“, sagte Kai-Uwe Gersmann, Staffelleiter Kreisliga des NFV-Kreis Stade. Unter anderem gab es für Kinder eine Hüpfburg, für die Ersatzspieler wurden riesige Schirme als Schattenspender besorgt.

Ausrichter FC Oste/Oldendorf hatte an alles gedacht: Die Mannschaften wurden von großen Schirmen vor der Sonne geschützt.

Ausrichter FC Oste/Oldendorf hatte an alles gedacht: Die Mannschaften wurden von großen Schirmen vor der Sonne geschützt. Foto: Schmietow

Für den Ausrichter hat sich der Finaltag sicherlich auch gelohnt. Der Verkauf lief gut. Am Grill kamen sie ins Schwitzen. Gut 800 Liter Bier waren schon bis zum Finale gezapft.

Oldendorf ist für Wiepenkathen eine Reise wert

Erst vor einer Woche feierte der TSV Wiepenkathen den Bezirksliga-Aufstieg mit seinen Fans im Rudolf-Pöpke-Stadion in Oldendorf. Der Dritte der Kreisliga Stade besiegte den Cuxhavener Vizemeister TSV Geversdorf deutlich.

„Wir wollen den Pokal unbedingt“, sagte Trainer Nils Zielesniak. Daran ließen die Wiepenkathener in der ersten Hälfte gegen Finalgegner TSV Eintracht Immenbeck keine Zweifel aufkommen.

Der leicht favorisierte Aufsteiger drückte von Beginn an aufs Gaspedal und war die klar spielbestimmende Mannschaft. Tom Martens traf dann schnell zum 1:0 (11.) und erhöhte kurz vor der Pause auf 2:0 (42.). „Davon erholt sich Immenbeck nicht“, so die Prognose unter den neutralen Zuschauern.

Der TSV Wiepenkathen und sein Anhang feierten zum zweiten Mal innerhalb einer Woche in Oldendorf. Nach dem siegreichen Aufstiegsspiel holte der TSV auch den Pokal. Der Bezirksliga-Aufsteiger gewann gegen Immenbeck mit 3:1.

Der TSV Wiepenkathen und sein Anhang feierten zum zweiten Mal innerhalb einer Woche in Oldendorf. Nach dem siegreichen Aufstiegsspiel holte der TSV auch den Pokal. Der Bezirksliga-Aufsteiger gewann gegen Immenbeck mit 3:1. Foto: NFV

Doch die Eintracht gab sich nicht auf und agierte nach der Pause wesentlich griffiger. Der schnelle 1:2-Anschlusstreffer (53.) durch Timo Dietrich brachte die erhoffte Spannung. Mehr aber nicht. Das Spiel selbst war zwar umkämpft, aber fahrig. Immenbeck war aber bei Standards gefährlich.

„Wir standen ganz schön unter Druck“, so Zielesniak, die Eintracht habe gezeigt, warum sie in diesem Jahr nur gegen Meister Bützfleth verloren hatte.

Als Nico Bardenhagen dann in der Schlussminute das 3:1 erzielte, sackten die Immenbecker kollektiv zusammen, erschöpft und enttäuscht. Der Abpfiff ertönte noch während des Wiepenkathener Jubels.

Die besiegten Immenbecker sanken gleich nach dem 3:1-Treffer zu Boden.

Die besiegten Immenbecker sanken gleich nach dem 3:1-Treffer zu Boden. Foto: Schmietow

Der TSV Wiepenkathen hat eine durch Personalnot aufreibende Saison nun maximal gekrönt. „Das haben sich die Jungs verdient“, sagte Zielesniak. „Auf diesen Erfolgen können wir aufbauen, das gibt Selbstvertrauen.“ Der Klassenerhalt in der Bezirksliga sei das Ziel, denkt der Trainer schon voraus.

Plaketten-Finale hat perfekten Spannungsbogen

Vor zwei Jahren hatte die dritte Mannschaft des ASC Cranz-Estebrügge das Plaketten-Finale verloren. Trainer Christian Suhr dachte, das Schicksal wiederholt sich durch erneuten „Chancenwucher“.

Der ASC II sah gegen das bessere A/O IV in der ersten Hälfte wie der klare Verlierer aus. Ein arg unnötiges Foul führte schon früh zum 0:1 per Elfmeter durch Sebastian Schmitt. Simon Laß erhöhte für A/O nach einer halben Stunde auf 2:0 und feierte per sehenswertem Rückwärtssalto.

Simon Laß feiert sein 2:0 per Rückwärtssalto. Der A/O-Stürmer kommt aus dem Kampfsport und feierte dort viele Erfolge. Der Plakettensieg blieb ihm verwehrt.

Simon Laß feiert sein 2:0 per Rückwärtssalto. Der A/O-Stürmer kommt aus dem Kampfsport und feierte dort viele Erfolge. Der Plakettensieg blieb ihm verwehrt. Foto: Schmietow

Der ASC ließ seine wenigen Chancen harmlos liegen. Doch Azizi gelang dann doch der wichtige Anschlusstreffer zum 1:2 kurz vor der Pause. Das belebte. Die Estebrügger kamen mit Schwung aus der Kabine und waren das drückende Team. Wenn da nicht der Chancenwucher wäre.

In der Nachspielzeit gelang Philipp Hollmann noch der verdiente Ausgleich. Es ging ins Elfmeterschießen. Gleich der erste A/O-Schütze schoss drüber, das sollte schon die Vorentscheidung sein. Alle anderen trafen. Er war untröstlich.

Der ASC Cranz-Estebrügge II (2. Kreisklasse) feiert den Plaketten-Sieg nach einem super spannenden Finale gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf IV (Absteiger 1. Kreisklasse). Der ASC erzwang das Elfmeterschießen.

Der ASC Cranz-Estebrügge II (2. Kreisklasse) feiert den Plaketten-Sieg nach einem super spannenden Finale gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf IV (Absteiger 1. Kreisklasse). Der ASC erzwang das Elfmeterschießen. Foto: NFV

Der ASC feierte und gedachte per Trikot seinem langjährigen Kult-Betreuer „Opa Georg“. Das Siegerfoto wurde ihm, der erkrankt ist, als aufbauenden Genesungswunsch geschickt.

Gefeiert wurde dann bei Suhr im Partyraum. „Da gibt‘s Fassbier und wir haben eine große Leinwand.“ Die deutsche Nationalmannschaft spielte abends ja auch noch.

Hedendorfer waren die großen Verlierer

Der lange Pokaltag begann morgens mit dem Finale der Ü50. Die VSV Hedendorf/Neukloster verlor dieses nach Elfmeterschießen gegen den Nachbarn Buxtehude und Ottensen, die als Spielgemeinschaft antraten.

Die Ü50 der ASSG Buxtehuder SV/SV Ottensen setzte sich im Elfmeterschießen (3:2) gegen die VSV Hedendorf/Neukloster durch.

Die Ü50 der ASSG Buxtehuder SV/SV Ottensen setzte sich im Elfmeterschießen (3:2) gegen die VSV Hedendorf/Neukloster durch. Foto: NFV

Der SV Ottensen feierte dann auch mit seiner Ü40. Im Finale wurde der TSV Wiepenkathen mit 3:2 bezwungen, wobei der TSV den 0:2-Rückstand noch aufgeholt hatte.

Die Ü40 des SV Ottensen setzte sich mit 3:2 gegen den TSV Wiepenkathen durch.

Die Ü40 des SV Ottensen setzte sich mit 3:2 gegen den TSV Wiepenkathen durch. Foto: NFV

Im Finale der Alten Herren ließen die Hedendorfer in den ersten 20 Minuten ihre Chancen liegen und gingen mit einer 1:0-Führung in die Pause. Immenbeck schaffte den Ausgleich. Es ging ins Elfmeterschießen. Und da verschossen gleich drei Hedendorfer. Immenbeck feierte.

Die Ü32 des TSV Eintracht Immenbeck gewann gegen die VSV Hedendorf/Neukloster im Elfmeterschießen.

Die Ü32 des TSV Eintracht Immenbeck gewann gegen die VSV Hedendorf/Neukloster im Elfmeterschießen. Foto: NFV

Bei den Frauen hatte es keine Mannschaft aus dem Kreis Stade ins Finale geschafft. Im Harburger Duell gewann Rosengarten mit 4:2 gegen den TVV Neu Wulmstorf.

Im Finale der Frauen trafen mit dem FC Rosengarten und dem TVV Neu Wulmstorf zwei Teams aus dem Kreis Harburg aufeinander. Rosengarten gewann 4:2.

Im Finale der Frauen trafen mit dem FC Rosengarten und dem TVV Neu Wulmstorf zwei Teams aus dem Kreis Harburg aufeinander. Rosengarten gewann 4:2. Foto: NFV

Der TVV hatte schon 2023 in Hedendorf das Nachsehen gegen Bliedersdorf. 2024 und 2025 holte der FC Oste/Oldendorf II den Kreispokal der Frauen.

Gleich der erste Elfmeter von A/O IV ging drüber, es sollte die Vorentscheidung sein.

Gleich der erste Elfmeter von A/O IV ging drüber, es sollte die Vorentscheidung sein. Foto: Schmietow

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