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IHK-Konjunkturumfrage

Hohe Energiepreise belasten Unternehmen im Elbe-Weser-Raum

Der Iran-Krieg trifft die von Rohstoffen abhängigen Wirtschaftszweige hart.

Der Iran-Krieg trifft die von Rohstoffen abhängigen Wirtschaftszweige hart. Foto: Marijan Murat/dpa

Die Lage der Wirtschaft im Elbe-Weser-Raum befindet sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Der Ausblick auf die kommenden Monate hat sich verschlechtert.

Von Redaktion Dienstag, 05.05.2026, 11:00 Uhr

Landkreis. Branchenübergreifend tritt die Wirtschaft im Elbe-Weser-Raum weiter auf der Stelle. „Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Stimmung im ersten Quartal etwas verschlechtert“, berichtet Henrik Gerken, Volkswirt der Industrie- und Handelskammer (IHK) Elbe-Weser. Insgesamt sprechen 17 Prozent (zuvor: 18 Prozent) von einem guten Quartal, 57 Prozent sind zufrieden. Auf der anderen Seite bewerten 27 Prozent (zuvor: 25 Prozent) ihre Lage als schlecht.

Bei der Umfrage wurden 368 Unternehmen aus dem Elbe-Weser-Raum befragt, 185 Unternehmen haben geantwortet. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 50,3 Prozent. „Ein großes konjunkturelles Risiko ist der Krieg im Nahen Osten“, berichtet IHK-Volkswirt Gerken. Die Lage sei weiter unübersichtlich, und die wirtschaftlichen Folgen seien bereits jetzt zu spüren. Viele Unternehmen seien direkt oder indirekt durch den Krieg betroffen. Dies drücke sich in erster Linie durch gestiegene Fracht- und Transportkosten, gestiegene Energiekosten sowie gestiegene Rohstoff- und Materialkosten aus.

Pessimismus überwiegt

„Im Elbe-Weser-Raum ist die gestiegene Kostenbelastung ebenfalls zu spüren“, so Gerken. Bei 44 Prozent der Unternehmen hat sich die Ertragslage verschlechtert, bei knapp jedem zweiten ist sie gleichgeblieben. Vor allem die Industrie, der Einzelhandel und das Transportgewerbe sind betroffen. „Branchenübergreifend geben dennoch sieben von zehn Unternehmen an, dass sie gegenwärtig über eine solide Finanzlage verfügen“, zeigt sich der Volkswirt erfreut. „Bei den Betrieben im Elbe-Weser-Raum hat sich die Erwartungshaltung an die kommenden Monate deutlich verschlechtert“, berichtet Gerken. Während nur knapp jedes zehnte Unternehmen (zuvor: 12 Prozent) mit einer eher besseren Geschäftsentwicklung rechnet, sind 46 Prozent (zuvor: 31 Prozent) pessimistisch gestimmt. Laut Gerken bereitet den Unternehmen der schwelende Konflikt in Nahost und die damit verbundenen Preisausschläge bei Öl und Gas große Sorgen. So sehen 69 Prozent der Betriebe in den Energie- und Rohstoffpreisen ein erhebliches Risiko für die künftige Geschäftsentwicklung.

So haben sich die Lage (blau) und die Erwartungen (grün) der Unternehmen im Elbe-Weser-Raum entwickelt.

So haben sich die Lage (blau) und die Erwartungen (grün) der Unternehmen im Elbe-Weser-Raum entwickelt. Foto: IHK Elbe-Weser

Entlastungen sind überfällig

Ebenfalls im Fokus der Unternehmen sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Bislang zeigen die Maßnahmen der Bundesregierung wenig konjunkturelle Effekte. Hinzu komme, dass die angedachten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung nicht ausreichend sind, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Christoph von Speßhardt. So dürfte die temporäre Reduzierung der Energiesteuer zwar die Transportkosten senken, insgesamt aber oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. In der Praxis komme es darauf an, dass die Steuersenkung auch bei den Kunden ankomme. Aus Sicht der IHK sei es zudem wichtig, auch die Energiesteuer auf Gas zu senken.

„Die Abwälzung der Entlastungsprämie auf die Betriebe sorgt bei vielen Unternehmerinnen und Unternehmern für Unmut“, berichtet von Speßhardt. Unternehmen könnten solche Leistungen nur dann leisten, wenn sie selbst spürbar entlastet werden. Hier fehlten weiterhin konkrete und verlässliche Vorschläge der Bundesregierung. „Das Vorziehen der bereits beschlossenen Unternehmenssteuerreform oder die Senkung der Stromsteuer für alle Betriebe wären ein konkretes Signal“, so Hauptgeschäftsführer von Speßhardt. (sal)

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