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THorneburg: Neuer Taufengel ist ein Hingucker in der Liebfrauenkirche

Helfen, trösten, führen und beschützen: Blick auf den neuen Taufengel in der Liebfrauenkirche in Horneburg.

Helfen, trösten, führen und beschützen: Blick auf den neuen Taufengel in der Liebfrauenkirche in Horneburg. Foto: Vasel

Die Kirchengemeinde Horneburg hat einen neuen Beschützer. Ein knapp 300 Jahre alter Taufengel hängt jetzt von der Decke der Liebfrauenkirche.

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Von Björn Vasel
25.07.2026, 11:00 Uhr

Horneburg. Die umfassende Sanierung der 1729/1739 errichteten barocken Liebfrauenkirche ist abgeschlossen. Jetzt haben sich die Horneburger einen Engel geschenkt. Der heimatlose, barocke Taufengel war der Kirchengemeinde vor zwei Jahren über das Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche Hannover vermittelt worden. Denkmalpfleger bescheinigten, dass dieses sakrale Kunstwerk „in seiner barock-bäuerlichen Machart“ gut zu dem farbig gefassten Taufstein aus Sandstein und den weiteren Kunstschätzen in der Kirche passe. Diesen Taufstein hatte Diederich Holst 1738 seiner Kirche gestiftet.

Die mannshohe Holzfigur hängt links vom Altar der Liebfrauenkirche in Horneburg.

Die mannshohe Holzfigur hängt links vom Altar der Liebfrauenkirche in Horneburg. Foto: Vasel

Die Taufengel waren im 17./18. Jahrhundert in lutherischen Kirchen vor allem in Deutschland, Dänemark und Schweden weit verbreitet, weiß Pastorin Dorlies Schulze. Die Skulpturen hingen vertikal schwebend von der Decke des Chors herab. Bei den Taufen wurden sie heruntergelassen.

Taufengel als Botschafter Gottes

Um die 450 soll es noch in Deutschland geben. Nach der Barockzeit fielen die Engelsfiguren in Ungnade und verschwanden aus den Gotteshäusern. Der schwebende Engel aus der Liebfrauenkirche in Horneburg veranschauliche letztlich den bekannten Taufspruch „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten“. Der Psalm aus dem Alten Testament (Psalm 91,11) erinnert daran, dass das Kind durch die Taufe von himmlischen Mächten beschützt wird.

„Ich weiß nicht, ob der Zufall oder die Fügung den Engel zu uns schickte“, sagt die Pastorin Dorlies Schulze. Doch jetzt habe die Liebfrauenkirche „einen Hingucker mehr - und noch dazu einen recht alten“. Der Taufengel stamme aus dem 18. Jahrhundert. Die Restauratoren Yvonne Erdmann und Gerold Ahrends aus Lauenburg restaurierten das Kunstwerk. Die Farbgebung passe zu den Figuren auf dem Altar von 1729. Dort stehen zwei Engelsgestalten: Die linke hält einen Kelch, die rechte ein Kreuz in Händen. Das sind Symbole für die Liebe und den Glauben. Bekrönt wird der Altar von dem triumphierenden Christus mit Kreuzesfahne. „Unser Engel fügt sich in seiner bäuerlichen Art wunderbar ein“, sagt Dorothee Kröger vom Kirchenvorstand.

Kunstwerk hängt unter dem Tonnengewölbe

Das Aufhängen des Taufengels war kein einfaches Unterfangen. „Es war nicht leicht, einen Handwerker zu finden“, sagt Kröger. Die geschmiedete Aufhängung musste aufgrund geltender Sicherheitsvorschriften so berechnet werden, dass sie „das dreifache Gewicht des Taufengels tragen kann“. Letztlich fanden sie mit dem Handwerksbetrieb „Schwarze Schmiede“ aus dem Wendland mit dem Schmied Peter Maas einen Experten. Der Meister fertigte die Kette aus Haken und Kugeln in Anlehnung an die Aufhängung des alten Leuchters der Kirche.

Der Taufengel ‚schwebt‘ über dem Sandstein-Taufstein aus dem Jahr 1738 in der Liebfrauenkirche in Horneburg.

Der Taufengel ‚schwebt‘ über dem Sandstein-Taufstein aus dem Jahr 1738 in der Liebfrauenkirche in Horneburg. Foto: Vasel

Kirchenvorstand Johannes Kühn, Gründer der gleichnamigen Dachdeckerei aus Horneburg, brachte seine Expertise bei der Befestigung des Engels im Bereich des Tonnengewölbes ein. Er besorgte eine Hebebühne und brachte den Restaurator und den Schmied zusammen. Bange Minuten bei der Lochbohrung in der Decke, dann war das Werk vollbracht. Auch die Stuckdecke hielt. „Wir hatten einen Spezialisten für Stuckdecken in der Hinterhand, falls da was runtergekommen wäre“, sagt die Pastorin.

Der restaurierte Taufengel in der Liebfrauenkirche ist knapp 300 Jahre alt.

Der restaurierte Taufengel in der Liebfrauenkirche ist knapp 300 Jahre alt. Foto: Vasel

Knapp 12.000 Euro habe das Projekt mit der Restaurierung und der Aufhängung die Kirchengemeinde gekostet. Schulze und Kröger danken den Spenderinnen und Spendern, die das alles erst möglich gemacht hätten.

Offene Kirche: Blick auf den Engel

Der schmucke Engel kann bei Gottesdiensten und Konzerten, aber auch an den Tagen der Offenen Kirche bewundert werden. Die Liebfrauenkirche ist montags bis sonnabends von 10 Uhr bis 17 Uhr für jedermann geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Einweihung folgt.

Der Taufengel ‚schwebt’ über dem Sandstein-Taufstein aus dem Jahr 1738 in der Liebfrauenkirche in Horneburg.

Der Taufengel ‚schwebt’ über dem Sandstein-Taufstein aus dem Jahr 1738 in der Liebfrauenkirche in Horneburg. Foto: Vasel

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