T„Ich hasse verlieren“: Warum der Drochterser Traum vom Aufstieg platzte
Nico von der Reith ist gegen den SV Meppen im Spitzenspiel etwa 9,5 Kilometer gelaufen. Foto: Struwe
Der SV Meppen demonstriert in Drochtersen Stärke und zeigt D/A, warum es für den Titel nicht reicht. D/A-Kapitän von der Reith kennt die Gründe und hat ein großes Ziel.
Drochtersen. Am Morgen nach dem Meppen-Spiel trainiert D/A-Kapitän Nico von der Reith im Fitnessstudio in der „D/Arena“, der Soccerhalle neben dem Kehdinger Stadion. Ein bisschen Laufband, ein bisschen Oberkörper. Von der Reith lässt es ruhig angehen.
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Am Vorabend lief der Innenverteidiger in 90 Minuten noch 9,5 Kilometer. Dazu Sprints, Zweikämpfe, Kopfballduelle. 1:2 hatte D/A gegen den designierten Meister und Drittligaaufsteiger aus Meppen verloren. Die Niederlage hat Gründe. Von der Reith schaut auf dieses Spitzenspiel, in dem es um nichts mehr ging, auf die Saison im Allgemeinen und auf die nahe und ferne Zukunft. Längst hat sich D/A wieder hohe Ziele gesetzt.
Jannes Wulff trifft aus 18 Metern
Mit einem Traumtor schoss Jannes Wulff D/A am Freitagabend vor 1712 Zuschauern im Kehdinger Stadion in der 38. Minute in Führung. Wulff hatte den Ball selbst erobert und dann nach einem Zusammenspiel mit Alla Aid Hamid aus 18 Metern trocken abgeschlossen. Von der Reith selbst verpasste kurz vor der Halbzeit per Kopf die 2:0-Führung.
Nach der Pause spielte Meppen die Stärke aus, die den Verein in dieser Regionalliga-Saison frühzeitig die Meisterschaft und den Aufstieg feiern ließ. Meppen drehte viele Spiele in diesem Jahr in der zweiten Hälfte oder erst in der Schlussphase. D/A verlor noch Spiele oder Punkte kurz vor dem Abpfiff.

D/A-Kapitän Nico von der Reith hat für den SV Meppen und Thorben Deters Blumen dabei. D/A gratuliert zur Meisterschaft. Foto: Struwe
„Meppen hat mit seiner Qualität verdient gewonnen“, sagt Nico von der Reith. Der Spitzenreiter kann in einem Spiel personell immer noch nachlegen. Die Spieler, die gegen D/A von der Bank kamen, waren an der Wende des Spiels direkt beteiligt. Torjäger und Routinier Simon Engelmann stand vor seinem Treffer zum 1:1 erst ein paar Minuten auf dem Platz. Das 2:1 erzielte Julian Ulbricht.
Verletzungen werfen D/A zurück
D/A fehlt diese Breite im Kader. Obwohl Nico von der Reith betont: „Jeder Einzelne bei uns hat die Qualität, in der Regionalliga zu spielen.“ Aber in dieser Saison sei vieles zusammengekommen.
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Neben der Breite des Kaders seien das Verletzungen und Sperren gewesen. Offensivmann Alla Aid Hamid war sechs Wochen raus. Von der Reith: „Bis zur Verletzung war er überragend.“ Dennis Rosin fehle im Mittelfeld mit seinen Ideen. Maximilian Geißen und Martin Sattler fallen nach Kreuzbandrissen aus. Von der Reith über Geißen: „Ein unglaublicher Spieler.“
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D/A ließ im März im Kampf um die Meisterschaft und den Aufstieg gegenüber dem SV Meppen abreißen. Das 0:1 bei Werder Bremen war der Bruch. Sagt auch von der Reith. „Insgesamt haben wir zu viele Niederlagen kassiert. Das ließ unseren Traum vom Aufstieg platzen.“
So viele Punkte wie nie zuvor
Verloren hatten D/A das Rückspiel gegen den VfB Oldenburg. Aber viel bitterer waren die Niederlagen gegen den HSV II, Flensburg und Eintracht Norderstedt. Beim VfB Lübeck, beim HSC Hannover und in Emden gab D/A einen Sieg spät aus der Hand und spielte unentschieden. Der SV Meppen agierte da um einiges konstanter.
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Trübt es das Gesamtbild der Saison? Bis zum vorletzten Spieltag sammelte D/A bereits 69 Punkte und schoss 81 Tore. So viele wie noch nie. Der Verein kann mit Platz zwei das beste Ergebnis seiner zehnjährigen Regionalligageschichte erzielen. Und trotzdem bleibt ein kleiner Funken Enttäuschung. „Ich hasse es zu verlieren“, sagt Nico von der Reith.
Der Kapitän will den Pokalsieg
Deshalb betrachtet der Drochterser Mannschaftskapitän das letzte Ligaspiel am Samstag, 16. Mai, beim SSV Jeddeloh zwar als Generalprobe vor dem Landespokalfinale gegen den gleichen Gegner acht Tage später. Aber Gewinnen ist Pflicht, um „Rang zwei zu sichern und sich positives Gefühl vor dem Finale“ zu holen.
Nach 2016, 2018 und 2019 kann D/A zum vierten Mal den Landespokal gewinnen und sich für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren. Das ist das Nahziel. Das Ziel für die Saison 2026/2027 ergibt sich offenbar von selbst.
„Nach dieser Saison können wir nicht sagen, dass wir 26/27 Fünfter oder Sechster werden wollen. Die Saison war überragend, da können wir nicht tiefer stapeln“, sagt Nico von der Reith. Der Kapitän will nächstes Jahr wieder oben stehen.

Kapitän Nico von der Reith verpasst per Kopf das 2:0 kurz vor der Pause. Foto: Struwe
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