T„Ich war sprachlos“: So erlebt ein D/A-Rohdiamant sein Startelf-Debüt
Luca Daginnus erzielt bei seinem Startelfdebüt sein erstes Regionalligator. Foto: Struwe
Zuerst ein breites Grinsen, dann pure Emotionen. Innerhalb von 24 Stunden erlebt D/A-Debütant Luca Daginnus sein erstes Karriere-Highlight. Ohrenschnipsen inklusive.
Drochtersen. Luca Daginnus sitzt nach dem Abpfiff des Regionalligaspiels gegen Blau-Weiß Lohne auf der Auswechselbank und lächelt. D/A schlug am Dienstag im Nachholspiel den abstiegsbedrohten Gast mit 4:1. Der 19-Jährige hat gerade ein Fußballmärchen erlebt. Er war der Hauptdarsteller dieser Geschichte, die bereits am Montagabend begann.
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Es läuft das Abschlusstraining der SV Drochtersen/Assel. Das Trainerteam um Chefcoach Oliver Ioannou steckt die Köpfe zusammen. Wen sollen sie etwa 24 Stunden später gegen Lohne aufstellen? Zwei Offensivkräfte fallen aus. Alla Aid Hamid ist verletzt, Jorik Wulff nach der zehnten Gelben Karte gesperrt. Ioannou muss im Angriff improvisieren. Der Trainer hat da so „ein reines Bauchgefühl“, was die Startelf angeht. Die Verantwortlichen beordern Luca Daginnus in die Kabine. Zum Gespräch.
Überzeugender Kurzeinsatz gegen Weiche Flensburg
Daginnus war Ioannou in der Hinrunde der Landesliga bereits bei der zweiten D/A-Mannschaft positiv aufgefallen. Daginnus erzielte in 17 Spielen sechs Tore. Jetzt überzeugte das Talent auch beim Training im Regionalligakader. Bei seinem ersten Kurzeinsatz am vergangenen Samstag gegen Weiche Flensburg hatte Ioannou gespürt: „Der Junge traut sich etwas zu.“ Also hörte Ioannou auf seinen Bauch und bescherte Daginnus das erste Mal in dessen noch junger Karriere die große Bühne von Anfang an.
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Daginnus erzählt von dem besonderen Moment, als Ioannou ihn in die Startelf beorderte: „Ich wusste gar nicht, was die Trainer von mir wollten. Dann war ich sprachlos.“ Ganz euphorisch, glücklich und gestikulierend beschreibt der Youngster den Augenblick. Ioannou sagt, dass sein Schützling ihn „mit großer Freude angestrahlt“ habe.
Mit einem breiten Grinsen fährt Daginnus am Abend nach dem Abschlusstraining nach Hause. Er geht ins Bett, steht am nächsten Tag auf, isst, arbeitet, fährt zum Spiel. „Ich hatte das die ganze Zeit im Kopf“, sagt Daginnus. Doch das Beste kommt erst noch.
Dagninnus verstärkt D/A II in der Landesliga
Luca Daginnus spielte als Kind und Jugendlicher für den TSV Altkloster, den FC Süderelbe, später für den JFV A/O/B/H/H und Billstedt. Erst im letzten Sommer wechselte das Talent nach Kehdingen und spielte im Kader der zweiten Mannschaft, die jetzt, wenn alles normal läuft, den Aufstieg in die Oberliga schaffen wird.

Seit diesem Winter trainiert Luca Daginnus bei der ersten Drochterser Mannschaft mit. Foto: Struwe
Oliver Ioannou hätte den weitaus erfahreneren Miguel Fernandes von Anfang an spielen lassen können. Der sei aber noch nicht fit genug. Oder Philipp Aue. Oder Jelldrik Dallmann. Alle haben ihre Vorzüge. Ioannou setzt auf Daginnus und führt auch taktische Gründe an. „Er bewegt sich gut zwischen den Ketten, ist handlungsschnell und verfügt über eine gute Qualität im Abschluss.“ Ioannou beweist das sprichwörtliche goldene Händchen.
In der neunten Minute tänzelt Luca Daginnus durch den Lohner Strafraum. Matti Cebulla und Haris Hyseni hatten starke Vorarbeit geleistet. Daginnus sucht den Abschluss und wird zunächst geblockt, er schlägt einen Haken und zieht mit links erneut ab. Rechts unten rollt der Ball ins Tor. 1:0 für D/A.
Torhungrig: D/A schlägt Lohne mit 4:1
Daginnus läuft zu den Fans und feiert mit ihnen und seinen Kollegen. „Da waren tausende Emotionen“, sagt der Stürmer. Er werde sich das Video noch mal anschauen. Realisieren werde er das Ganze sicher erst später. „Ich bin dem Trainerteam dankbar für die Chance und das Vertrauen“, sagt Daginnus.
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Der neue Drochterser Rohdiamant bejubelt in der 19. Minute den erfolgreichen Strafstoß von Haris Hyseni. Jannes Wulff hatte den Elfmeter herausgeholt. Als Lohne durch Nico Thoben in der 60. Minute den 1:2-Anschlusstreffer erzielt, sitzt Daginnus schon eingepackt in eine dicke Jacke auf der Bank.
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D/A übersteht vor knapp 900 Zuschauern eine kurze Schwächephase. Philipp Aue und Dennis Rosin schießen die Drochterser Tore Nummer drei und vier. Das 4:1 besitzt Slapstickcharakter. Per Kopf spielt ein Lohner Abwehrspieler aus kurzer Distanz den Ball zurück auf Keeper Pascal Kokott. Der Ball rutscht durch dessen Finger und trudelt durch seine Beine in den Lauf von Rosin.

Dennis Rosin markiert das 4:1 gegen Lohne. Ein Slapsticktor. Zuvor hatte Keeper Pascal Kokott den Ball durch die Finger flutschen lassen. Foto: Struwe
Kurzer Schmerz: Ohrenschnipsen gilt als Lob
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Zurück auf die Auswechselbank. Es ist halb zehn Uhr abends. Luca Daginnus packt seine Sachen zusammen und gibt aufgeregt sein erstes ernsthaftes Interview. Mannschaftskollege Robin Kölle schleicht sich von hinten an und schnipst seinen Zeigefinger gegen Daginnus‘ linkes Ohr. Diese Geste gilt in Fußballerkreisen eigentlich als klassisches und nicht ganz ernstgemeintes Straf-Ritual, wenn Kicker Fehler machen. Kölle meint das anders. Eher als Lob. Es ist Wertschätzung für den jungen Kollegen.
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