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TJunge Robotik-Cracks aus Stade dürfen bei Weltcup in Südkorea antreten

MIt ihrem Falco-Roboter haben Ole Gehrmann, Tim Kehr, Lajos Madrian und Julia Janthe (von links) vom Athenaeum sich für die RoboCup-WM qualifiziert.

MIt ihrem Falco-Roboter haben Ole Gehrmann, Tim Kehr, Lajos Madrian und Julia Janthe (von links) vom Athenaeum sich für die RoboCup-WM qualifiziert. Foto: Richter

Die Robotikbranche entwickelt sich rasant. Die Experten von morgen wachsen in Stade nach: Vier Neuntklässler vom Athenaeum haben sich für die RoboCup-Weltmeisterschaft in Südkorea qualifiziert.

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Von Anping Richter
Montag, 23.03.2026, 20:39 Uhr

Stade. Der RoboCup ist der größte und renommierteste Robotik-Wettbewerb der Welt. 1997 wurde er zum ersten Mal in Nagoya in Japan als Roboter-Fußball-Wettkampf ausgetragen. Daraus haben sich inzwischen mehrere Robotik-Disziplinen und eine Junior-Liga entwickelt. Ein Team vom Stader Athenaeum ist jetzt Deutscher Meister des RoboCup Junior - und darf bei der Weltmeisterschaft antreten.

Die Robotik-Cracks vom Athe zeigen ihre Roboter-Performance bei den German Open.

Die Robotik-Cracks vom Athe zeigen ihre Roboter-Performance bei den German Open. Foto: Thomas Allion

Ole Gehrmann, Julia Janthe, Tim Kehr und Lajos Madrian dürfen Deutschland bei der WM in Südkorea vom 30. Juni bis zum 6. Juli 2026 vertreten. „Der Cup findet in Incheon statt. Das ist nicht weit von Seoul entfernt, aber eine Stadt für sich“, erklärt der 15-jährige Ole Gehrmann, der sich schon genau erkundigt hat, und strahlt. Die Neuntklässler hoffen sehr, dass sie Sponsoren finden, die ihre Flugtickets bezuschussen.

Beliebt und respektiert: Die Robotik-AG vom Athe

In den letzten Jahren haben Teams der Robotik-AG immer wieder Erfolge erzielen können. Unter Insidern hat sich das Athenaeum inzwischen einen Namen gemacht, berichtet die 14-jährige Julia Janthe: „Wir hören oft: Ach, wieder das Athenaeum in Stade.“ Die Robotik-AG ist am Athe sehr beliebt: 27 Schülerinnen und Schüler besuchen das freiwillige Angebot jeden Freitag in der 7. und 8. Stunde.

„In der Zeit vor Wettbewerben arbeiten wir freitags mit Open End“, berichtet Mathe- und Physiklehrer Thomas Allion, der die AG anbietet und sich damit einen alten Traum erfüllt: Er wollte eigentlich Mikroelektronik studieren, doch in der DDR, wo er aufgewachsen ist, konnte er sich das nicht aussuchen.

Thomas Allion unterrichtet die Robotik-AG am Athenaeum.

Thomas Allion unterrichtet die Robotik-AG am Athenaeum. Foto: Richter

Über seine eigene Begeisterung hinaus hält Allion die Robotik-AG pädagogisch für sehr sinnvoll: „Hier können die Schülerinnen und Schüler haptisch mit Technik arbeiten. Das gibt es sonst in der Schule viel zu selten.“

Mehrere Teams vom Athe bei den German Open

Insgesamt durften sogar drei Teams aus der Robotik-AG des Athenaeums bei der deutschen Meisterschaft des RoboCup Junior 2026 in Köln antreten. Im Finale traten 500 Schülerinnen und Schüler in 250 Teams aus ganz Deutschland in drei Wettbewerbskategorien gegeneinander an. Vorher mussten sie sich bei regionalen Turnieren dafür qualifizieren.

In der Kategorie „Rescue Line“ starteten Elftklässler vom Athenaeum und erzielten einen 16. Platz, in der Kategorie „Rescue Line Entry“ erzielte ein Athe-Team von Siebtklässlern den 28. Platz von 66 teilnehmenden Teams.

Die Teilnehmer vom Athenaeum bei den German Open des RoboCup Junior in Köln 2026.

Die Teilnehmer vom Athenaeum bei den German Open des RoboCup Junior in Köln 2026. Foto: Thomas Allion

In der Disziplin „On Stage“, in der das Weltmeister-Team vom Athenaeum angetreten ist, geht es darum, mit selbst gebauten und programmierten Robotern eine Bühnenperformance zu gestalten. Die darf nur sieben Minuten dauern - inklusive Auf- und Abbau. Bewertet werden nicht nur Kreativität und Wirkung aufs Publikum, sondern auch Entwicklungsprozess, Dokumentation und technische Umsetzung.

Warum Falco als Roboter wiederaufersteht

Bei ihrem Projekt „AtheAmadeus“ hat sich das Team eine österreichische Poplegende als Hauptfigur ausgedacht: Falco. Das hatte auch strategische Gründe, erklärt der 15-jährige Lajos Madrian: „Falco ist in Österreich so bekannt. Wir haben gehofft, dass wir in der nächsten Runde beim Europacup in Wien antreten dürfen.“

Doch als deutsche Meister dürfen die vier Athe-Schüler jetzt direkt zur Weltmeisterschaft weiterziehen. Sie hoffen, dass ihre Show, in der sie den verstorbenen Popsänger Falco als Roboter wiederauferstehen lassen, auch in Südkorea gut ankommt. Der Plot ist wild, und neben Falco spielen auch ein Diamantenraub, ein Dieb und ein Kommissar wichtige Rollen - allesamt gespielt von selbst programmierten Robotern.

Mit Lichtsensoren und Ultraschallsensoren können sich Kommissar und Dieb auf der Bühne bewegen. Falco - mit Pappgesicht, Hemd und Sakko über dem Fahrgestell - kann sogar tanzen. Seine zwei Holzarme haben die Schüler mit Gelenken und Servomotoren ausgestattet. Dank beweglicher Räder kann er sich in alle Richtungen bewegen und drehen - zu Hits wie „Der Kommissar“ und „Rock me Amadeus“. Vom Publikum in der Halle in Köln gab es dafür viel Applaus.

Hoffnung auf Sponsoren für WM-Teilnahme

Nun hofft das Team, auch Jury und Publikum in Südkorea für ihren AtheAmadeus begeistern zu können - und Sponsoren zu finden, die die Reise zur WM bezuschussen. Um sich zu akklimatisieren, möchte die sechsköpfige Truppe schon zwei, drei Tage vor dem RoboCup in Incheon eintreffen, so dass der Aufenthalt insgesamt zehn Tage dauern dürfte. Robotik-Lehrer Thomas Allion und ein Vater, der die AG mit ihm betreut, wollen das Stader Team begleiten.

Sponsoren, die die Teilnahme des Stader-Robotik-Teams an der WM mit einem kleinen oder größeren Betrag unterstützen möchten, sind willkommen und können sich per E-Mail melden bei Robotik-Lehrer Thomas Allion unter thomas.allion@athenetz.de.

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