TKein Speiseöl mehr in den Abfluss: Horneburg plant neue Sammelstellen
Wohin mit übrig gebliebenem Speiseöl? Die Samtgemeinde Horneburg will im nächsten Jahr erstmals Sammelboxen für Küchenfette aufstellen lassen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Ob beim Schnitzel braten oder nach dem Genuss eingelegter Antipasti: In der Küche bleibt häufig Speiseöl übrig. Doch wohin damit? Horneburg plant jetzt etwas Neues dazu.
Horneburg. Die Kartoffelpuffer liegen knusprig auf einem Abtropfgitter neben dem Herd. Doch wohin mit dem übrig gebliebenen Frittieröl aus der Pfanne? Bisher hieß es: Verpacken und ab in den Restmüll damit. In der Samtgemeinde Horneburg soll es jedoch bald Entsorgungsstellen für altes Speiseöl geben - um daraus Treibstoff herzustellen.
Kurz vor Weihnachten informierte die Horneburger Verwaltung bereits die Gemeinderäte Nottensdorf und Bliedersdorf über die Absicht, Sammelboxen für Altspeiseöl aufzustellen. „Wir sehen dieses Projekt als positiven Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Klimaschutzmanagerin Judith Sievers. Speiseöl sei eine unterschätzte Ressource, die meistens im Abfluss oder im Hausmüll lande. Durch die aufgestellten Sammelboxen sollen Bürger künftig das gesammelte Speiseöl in Plastikflaschen direkt in ihrer Gemeinde entsorgen können.
Aus altem Küchenfett wird Treibstoff
Als Kooperationspartner soll die Firma Münzer Deutschland GmbH aus Rosenheim auftreten, die sich auf die Sammlung und Aufbereitung von Altspeiseöl spezialisiert hat. Denn anstatt im Ausguss oder im Hausmüll soll das aufbereitete Speiseöl laut Firmenangaben wieder als sogenannter Biokraftstoff zum Einsatz kommen. So wolle das Unternehmen die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen reduzieren und durch eingesparte CO2-Emissionen zum Klimaschutz beitragen.
Abfallberatung
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„So wird nicht nur Müll vermieden, sondern wir tragen auch zu einer stärkeren Kreislaufwirtschaft bei“, erklärt Judith Sievers. Auch würde die Kanalisation so weniger verschmutzt und hohe Wartungskosten reduziert. Der Aufwand für die teilnehmenden Gemeinden sei gering, sie müssten lediglich die Flächen für die Sammelboxen bereitstellen. Entleerung und Reinigung würde Firma Münzer übernehmen.
Samtgemeinde Horneburg will das Angebot testen
Aktuell sei pro Gemeinde eine Sammelbox in Planung, die im Laufe des neuen Jahres aufgestellt werde. In Nottensdorf und Bliedersdorf sind aktuell Standorte in der Nähe von Supermärkten oder zentralen Ortstreffpunkten im Gespräch. Die Sammelstellen sollen ausschließlich von Privathaushalten genutzt werden, nicht von Gewerbetreibenden.
Abfallvermeidung
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Die Klimamanagerin geht davon aus, dass das neue Entsorgungsangebot für die Menschen in Horneburg zunächst eine Umstellung sein wird. „Wir wollen das Angebot mindestens ein Jahr lang austesten und Werte erheben, um zu sehen, wie es weitergeht“, sagt Sievers.
Landkreis Stade bietet seit Dezember Boxen an
Bisher riet der Landkreis Stade dazu, flüssiges Speisefett entsprechend verpackt über die Restmülltonne oder über die Abfallannahmestellen zu entsorgen. Seit Anfang Dezember 2025 hat der Landkreis an den Abfallwirtschaftszentren Stade-Süd und Buxtehude-Ardestorf zwei sogenannte OckoBoxen der Firma Altfett-Verwertung-West GmbH aus Vechta aufgestellt. Das Unternehmen bereitet das Speisefett wie die Firma Münzer ebenfalls zur Biodieselproduktion auf.
An den Landkreis-Sammelstellen können Privathaushalte abgekühlte Flüssigöle in Plastikbehälter oder ausgehärtete Fette in Kunststoffverpackungen mit Deckel wie etwa alten Margarinebechern kostenfrei entsorgen. Motorenöle und andere Flüssigkeiten gehören in die entsprechende fachgerechte Entsorgung und nicht in die OckoBoxen.
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