TKeine Toleranz der Intoleranz – Aktionswochen in Buxtehude
Wann ist Toleranz gefragt? Die Gäste der Ausstellung ToleranzRäume finden im Wimmelbild viele Szenen, die zum Nachdenken anregen. Foto: Svenja Weil
Stadtjugendring und Deutsch-Israelische Gesellschaft organisieren eine Ausstellung und eine Veranstaltungsreihe zum Thema Toleranz.
Buxtehude. Es gibt viele Denkanstöße für den Alltag zu entdecken in der Ausstellung ToleranzRäume. Sie wird seit Montag im Deck 1 der Malerschule gezeigt und ist das Herzstück der Aktionswochen ToleranzLeben. Der Stadtjugendring und die Buxtehuder Arbeitsgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft haben gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern neben der Ausstellung eine vielfältige Reihe von Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Allen gemeinsam ist die oft gar nicht so leichte Frage, wie Toleranz im konkreten Zusammenleben aussieht und wo ihre Grenzen sind.
Vertonung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
Der Titel ToleranzLeben sei bewusst sehr weit gefasst worden, berichtete Anna Bundt vom Stadtjugendring (SJR) aus der fast einjährigen Vorbereitungsphase. Gemeinsam mit ihrem SJR-Kollegen Lars Neuber eröffnete sie am Montagabend in der Malerschule die Aktionswochen. Der Chor des Bunten Blocks Buxtehude brachte mit einer Vertonung des Artikels 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf den Punkt, was die Basis eines friedlichen Miteinanders sein sollte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

Anna Bundt und Lars Neuber vom Stadtjugendring haben viel Zeit und Arbeit in die Vorbereitung der Aktionswochen investiert. Am Montagabend eröffneten sie die Veranstaltung. Foto: Svenja Weil
Gleichzeitig zeigt dieser Grundsatz klar die Grenzen von Toleranz auf, denn diese ist dort zu ziehen, wo Menschen in ihrer Würde und ihren Grundrechten eingeschränkt werden. Das machten Achim Biesenbach, Vorsitzender des Stadtjugendrings, und Katrin Hauschildt, Sprecherin des Bunten Blocks Buxtehude, in ihren Reden deutlich. Andere Meinungen, Ansichten und Lebensentwürfe auszuhalten sei manchmal anstrengend aber unverzichtbar für ein gelingendes Miteinander und eine demokratische Gesellschaft. Gleichzeitig dürften Äußerungen und Handlungen, die die Rechte und Würde anderer untergraben, nicht toleriert werden.
Thema Israel-Palästina-Konflikt besonders geschützt
„Eine Gesellschaft, die Intoleranz als freie Meinung durchgehen lässt, macht sich selbst kaputt“, fasste Hauschildt das aus der Philosophie bekannte Paradoxon der Toleranz zusammen. Sicher werden auch in vielen Veranstaltungen der Aktionswochen kontroverse Meinungen aufeinandertreffen und Gäste sich in Toleranz üben müssen. Damit das überall sicher möglich ist, werden Vorträge und Diskussionen zum Themenkomplex Israel-Palästina-Konflikt besonders geschützt.

Junge Erwachsene leiten die Workshops, in denen Schülergruppen vormittags die Ausstellung erleben können. Auch Fenja (li.,18) und Jana (20) werden Gruppen betreuen. Foto: Svenja Weil
Erst nach Anmeldung erfahren die Teilnehmer den Veranstaltungsort, wer hinein will, muss sich ausweisen. Für andere Veranstaltungen ist die Anmeldung allein aus organisatorischen Gründen erforderlich, etwa beim Tanztheater „PIPER“ im Theater im Hinterhof oder dem Kabarettprogramm von Kerim Pamuk im Deck 2. Noch sind für alle Veranstaltungen einige Plätze verfügbar. Auch Schulen haben noch die Möglichkeit, einen Workshop in der Ausstellung zu buchen.
Junge Erwachsene für die Workshopleitung geschult
Die jungen Erwachsenen, die eigens für die Workshopleitung geschult wurden, freuen sich auf Gruppen aus weiterführenden Schulen nicht nur aus Buxtehude. Nachmittags steht die Ausstellung bis zum 17. September für alle Interessierten offen.
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Bis zu diesem Termin folgen auch weitere Veranstaltungen für spontan Entschlossene, beispielsweise der Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand“ und das Inklusionsfest „Vielfalt feiern“. Alle Termine und Informationen auf www.toleranzleben.com

Der Chor des Bunten Blocks Buxtehude lud das Publikum ein zum Mitwirken am Klangteppich aus positiven Worten. Foto: Svenja Weil
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