TKleiabbau in Kehdingen: Lassen sich die Folgen reduzieren?
Kleiboden-Cocktail aus dem Nord-Ostsee-Kanal wurde 2023 bei Horneburg aufgeschichtet.
Mehr als 500 Stellungnahmen sind zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms beim Landkreis eingegangen. Der setzt beim Kleiabbau in Kehdingen weitere Hebel in Bewegung.
Landkreis. Wo das Konfliktpotenzial beim Regionalen Raumordnungsprogramm liegt, wird in den Stellungnahmen deutlich, die dazu beim Landkreis Stade eingegangen sind. 530 sind es insgesamt.
Zu einem Großteil geht es um die Ausweisung von Natur- und Landschaftsgebieten, Biotopverbund und Torferhaltungsgebieten. Aber es geht auch um die Befürwortung einzelner Windpotenzialflächen und die Rohstoffgewinnung. Das kann Sandabbau sein - vor allem sorgen die Flächen für Kleiabbau in Nordkehdingen für Diskussionen und Besorgnis.
Landkreis soll Alternativen prüfen
Der Landkreis setzt mit der Ausweisung dieser Gebiete im neuen Raumordnungsprogramm Vorgaben des Landes um. In vergleichbaren Landkreisen würde aber deutlich weniger Fläche für Kleiabbau veranschlagt, merkt zum Beispiel das Landvolk an. Die Forderung: „Der Landkreis muss alle Alternativen genügend und ausreichend prüfen.“
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Das ist - wie berichtet - bereits in die Wege geleitet, der Landkreis ist bemüht, auch den Weg für temporäre Kleilager vor Ort zu ebnen. Dafür muss er aber die Voraussetzungen schaffen, damit diese Kleilager im Schutzgebiet eine Chance haben, überhaupt genehmigt zu werden. Es braucht dafür eine Prüfung, ob die Kleilager mit den Erhaltungszielen des Natura-2000-Gebiets vereinbar sind (FFH-Verträglichkeitsprüfung).
Deichbaumaterial aus Sediment bevorzugen
Ohnehin soll die Nutzung von „Material und die Wiedergewinnung von Sediment aus den Nebengewässern der Elbe“ bevorzugt werden, das hatte der Landkreis entsprechend ins RROP geschrieben und weist auf diesen Passus hin. Die Kritik aus den Stellungnahmen „haben wir uns zu Herzen genommen und werden die Vorranggebiete Klei überarbeiten“, stellte das Planungsressort jüngst in einer Ausschusssitzung in Aussicht.
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Flankierend dazu hat der Landkreis sich an das zuständige Ministerium in Hannover gewandt. Der Landrat hat an die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin geschrieben und darum gebeten, von den Vorgaben des Landes in Sachen Vorranggebiete Kleiabbau für die erforderliche Deicherhöhung abrücken zu dürfen. Ziel sei, so die zuständige Dezernentin Madeleine Pönitz, „dass wir die Flächen für Kleiabbau vom Umfang zurücknehmen können.“
Ob das möglich ist, wird im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz derzeit geprüft, bestätigt Ministeriums-Pressesprecherin Stefanie Geisler. „Die Anfrage ist uns bekannt, wird aktuell fachlich bearbeitet und der Landkreis bekommt zeitnah eine Antwort.“
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