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Ungebetener Besuch

TKleiner Fauxpas im Stader Rat: Scientology-Kirche kommt in die Stadt

Der Platz am Sande: Hier baut die Scientology-Kirche im April Infozelte auf.

Der Platz am Sande: Hier baut die Scientology-Kirche im April Infozelte auf. Foto: Voigt/Stadt Stade

Stell dir vor, Scientology kommt in die Stadt und keiner weiß davon. So geschehen während der Ratssitzung am Montag in Stade.

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Von Lars Strüning
Freitag, 13.03.2026, 19:23 Uhr

Stade. Eine Anfrage aus dem Rat am Ende der Sitzung brachte es an den Tag. Wie die Stadt mit der Veranstaltung der Hamburger Scientology-Kirche umzugehen gedenke, lautete die Frage. Carsten Brokelmann, zuständiger Stadtrat aus dem Vorstand der Verwaltung, musste mit den Schultern zucken. Ihm sei nichts bekannt. Auch Lars Kolk, in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters die Nummer eins im Rathaus, wusste von nichts.

Ankerplatz distanziert sich von Ausstellung

Dabei hatte das Amt für Sicherheit und Ordnung bereits am 3. März die Genehmigung auf Antrag der Kirche erteilt. Es geht um eine „Sondernutzungserlaubnis über eine Informationsveranstaltung über die Tätigkeit der ehrenamtlichen Geistlichen der Scientology Kirche Hamburg“. Die wurde für den Platz am Sande erteilt.

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Da hat offenbar jemand die Brisanz nicht erkannt und das Thema nicht an die Verwaltungsspitze weitergeleitet. Rechtlich wird das kein Problem sein; die Erlaubnis zu verweigern wäre wohl nicht okay gewesen. Der Ankerplatz-Verein sorgt sich nun, dass der Auftritt der umstrittenen Scientology-Kirche auf ihn zurückfällt. Er war vorher von dem Ansinnen nicht informiert worden und distanziert sich ausdrücklich davon.

Die Kirche wird am 18. April auf dem Platz am Sande von 11 bis 18 Uhr ihre drei Zelte aufschlagen, die etwa 27 Quadratmeter bieten. Dort soll eine Art Ausstellung über die „selbstlose Arbeit“ der ehrenamtlichen Geistlichen in der Katastrophenhilfe nach Überschwemmungen oder Erdbeben aufgebaut werden.

Scientology will Menschen glücklich machen

Lernschwierigkeiten und Drogenaufklärung seien zwei weitere Themenfelder wie auch eine „ehrliche und integre Lebensführung“. Ziel: Menschen sollen Hoffnung und Zuversicht gegeben werden, um sie „glücklicher zu machen und von ihren seelischen Lasten zu erleichtern“. Ein hehrer Anspruch.

Mit der Veranstaltung tourt die Kirche durch Deutschland. Kostenloses Infomaterial und Einladungskarten sollen verteilt werden. Und: Passanten sollen unaufdringlich angesprochen werden an diesem Samstag im April.

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