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Kommunale Wärmeplanung

TKlimafreundlich heizen: Das ist der Fahrplan für Horneburg und das Alte Land

Klimaschutzmanagerin Judith Sievers koordiniert die Wärmeplanung für Horneburg, Jork und Lühe.

Klimaschutzmanagerin Judith Sievers koordiniert die Wärmeplanung für Horneburg, Jork und Lühe. Foto: Buchmann

Wie können Bürger in Horneburg und dem Alten Land zukünftig heizen und das Klima schonen? Der Wärmeplan soll Optionen aufzeigen. Als Erstes schaffte die Klimaschutzmanagerin ein Gerücht aus der Welt.

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Von Steffen Buchmann
Dienstag, 20.01.2026, 12:50 Uhr

Horneburg, Altes Land. Eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe: Bis 2045 will Deutschland in puncto Treibhausgase klimaneutral sein. Dieses Ziel schrieben bereits 2018 die damaligen Regierungsparteien CDU, CSU und SPD in den Koalitionsvertrag, um die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen umzusetzen. Das Land Niedersachsen peilt derweil schon 2040 als Zielmarke an. Jetzt sind die Kommunen am Zug, um konkrete Maßnahmen für ihre Regionen zu finden - auch in Horneburg und im Alten Land.

Klimaschutzmanagerin Judith Sievers lud daher interessierte Bürger aus den Samtgemeinden Horneburg und Lühe sowie der Gemeinde Jork in die Aula der Horneburger Oberschule ein, um in einer ersten Veranstaltung über die Pläne der Kommunalen Wärmeplanung zu informieren.

Kommunen arbeiten für Wärmeplanung zusammen

Jede Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, bis zum 30. Juni 2028 eine Wärmeplanung durchzuführen. So sollen die Kommunen maßgeschneiderte Pläne entwickeln, um langfristig ihre Gebiete klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Horneburg und die beiden Altländer Gemeinden haben sich deswegen zur Klimaschutzregion Altes Land und Horneburg zusammengeschlossen. Die Kosten für das Projekt teilen sich die Kommunen auf.

Maja Overberg vom Hamburg Institut stellte in der Horneburger Oberschule den Fahrplan für die Kommunale Wärmeplanung vor.

Maja Overberg vom Hamburg Institut stellte in der Horneburger Oberschule den Fahrplan für die Kommunale Wärmeplanung vor. Foto: Buchmann

In jedem Teilgebiet soll untersucht werden, ob etwa der Aufbau oder Ausbau von Wärmenetzen sinnvoll ist oder wo erneuerbare Energien besonders gut genutzt werden können. Dieser Überblick über mögliche Potenziale soll den Kommunen bei der zukünftigen Stadtplanung helfen, aber auch Bürger und Wirtschaft mehr Planungssicherheit in puncto Wärmeversorgung ermöglichen. Ab April soll zudem ein neuer Energiemanager an der kommunalen Wärmeplanung in der Klimaschutzregion mitwirken.

Keine Pflicht, eine funktionierende Heizung auszubauen

Für die Analysen, Auswertungen und Aufstellung des Wärmeplans arbeiten die Kommunen mit dem Hamburg Institut zusammen. Der aktuelle Zeitplan sehe vor, dass im Juni 2026 der Wärmeplan öffentlich ausgelegt und vorgestellt werden soll, sagte die Institutsberaterin Maja Overberg in ihrer Präsentation den zahlreich angereisten Bürgern.

Mit einer hartnäckigen Falschinformation räumte Overberg gleich zu Beginn auf: Durch die Wärmeplanung entstehen für Bürger keinerlei Verpflichtungen, etwa eine funktionierende Heizung auszubauen oder eine bestimmte Heizungsart einzubauen.

„Die Wärmeplanung beschreibt Möglichkeiten, wie die zukünftige Wärmeversorgung in Horneburg, Lühe und Jork aussehen kann“, betonte Overberg. Rechtlich verbindlich sei sie nicht. Die Wärmeplanung sei ein Instrument für eine Gesamtstrategie, nicht für individuelle Gebäude.

Erste Ergebnisse werden im März vorgestellt

Den Bürgern in den betroffenen Gemeinden rät Overberg, sich trotzdem frühzeitig über mögliche Fördermaßnahmen zu informieren. So stellt der Bund beispielsweise über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Zuschüsse für energetische Sanierungen wie etwa Dämmung oder klimafreundliche Heizungsanlagen bereit.

Am Dienstag, 3. März, um 18.30 Uhr findet bereits die nächste Öffentlichkeitsveranstaltung für die Klimaschutzregion im Dorfgemeinschaftshaus Steinkirchen statt. Dort wollen Hamburg Institut und Klimaschutzmanagement erste Ergebnisse aus der Potenzialanalyse vorstellen. Zudem wollen Energieberater der Klimawerkstatt Stade dort für Fragen der Bürger zur Verfügung stehen.

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