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Verkehr

TKollisionen und ein zerstörtes Auto: Ein Selbstversuch im Fahrsimulator

TAGEBLATT-Volontärin Rebecca Haardt hat einen Fahrsimulator einem rigorosen Test unterzogen - und ihre Fahrkünste gleich mit.

TAGEBLATT-Volontärin Rebecca Haardt hat einen Fahrsimulator einem rigorosen Test unterzogen - und ihre Fahrkünste gleich mit. Foto: Andrade

Eine Autofahrt, bei der es keinen Zentimeter vorwärtsgeht: TAGEBLATT-Volontärin Rebecca Haardt testet einen Fahrsimulator. Von gekonnten Manövern und eingeklemmten Polizeiautos.

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Von Rebecca Haardt
18.09.2026, 12:30 Uhr

Hamburg. Der deutsche Autofahrer hält sich mehrheitlich für gut oder sehr gut hinterm Steuer, ist also ziemlich selbstbewusst. Das ergab eine Umfrage im Auftrag der ADAC-Autoversicherung. Ich habe seit acht Jahren meinen Führerschein und halte mich für eine mindestens passable Autofahrerin. Ob das gerechtfertigt ist, kann ich in Altona beim Start-up „uu-hh“ unter Beweis stellen.

Ich klemme mich hinter das Steuer eines Fahrsimulators. Und klemmen ist genau das richtige Wort: Da ich eher klein bin, muss ich den Simulatorsitz ganz nach vorne ans Lenkrad schieben, um überhaupt an die Pedale zu kommen. Das kenne ich nur zu gut.

Im Schritttempo durch den Stadtverkehr

Etwas weniger realistisch, als ich meinen virtuellen Schaltwagen durch den Stadtverkehr lenke, ist die Geräuschkulisse. Anstatt elegant um die Kurven zu gleiten, schleiche ich im Schritttempo durch die Straßen oder würge den Wagen ab. Und immer wenn ich einen Fehler mache, ertönt ein durchdringender Warnton über die Kopfhörer.

Der Fahrsimulator hat 38 verschiedene Fahrzeuge in petto. Manche davon sind Automatik-, andere Schaltwagen.

Der Fahrsimulator hat 38 verschiedene Fahrzeuge in petto. Manche davon sind Automatik-, andere Schaltwagen. Foto: Haardt

Ein Kind rennt über die Straße. Ich bremse abrupt. Plötzlich öffnet sich eine Autotür am Straßenrand. Die Situationen sind genau wie die aus meinen Fahrschulvideos. Allerdings muss ich im Anschluss nicht die richtige Antwort auf einem Papierbogen ankreuzen, sondern selbst in die Eisen steigen.

Nach der 20-minütigen Übung gibt es eine Übersicht über all meine fahrerischen Verfehlungen. Ich habe einige Male zu spät geblinkt, bin zu weit entfernt von einer Haltelinie stehen geblieben oder habe einen ineffizienten Gang gewählt. Meine Erfolge überstrahlen das: Ich habe niemanden überfahren, und auch das Auto ist intakt.

Unfall auf nächtlicher Landstraße

Nachdem der erste Versuch nicht in einem Desaster geendet ist, fühle ich mich kompetent genug für das nächste Level: Ich setze mich hinter das Steuer eines virtuellen Feuerwehrautos, das ich über eine nächtliche Landstraße manövriere.

Das Beste daran: Ich kann Sirene und Blaulicht anmachen. Und andere Autofahrer aus dem Weg drängeln! Zumindest in der Theorie. Tatsächlich dauert meine rasante Fahrt maximal eine Minute. Dann komme ich von der Straße ab - „Der Wagen ist zerstört“ steht auf dem Bildschirm. Schade.

26 Kollisionen in wenigen Minuten

Neuer Versuch, wieder Blaulicht. Ich, ein Polizeieinsatzwagen - und kein Platz. Ich steuere im Einsatz über Fußwege, Einfahrten und durch Fußgängerzonen. Unerklärlicherweise liegen immer wieder gefällte Bäume auf den Wegen. Fußgänger spazieren seelenruhig neben meinem Polizeiauto her. Beide Arten von Hindernissen umfahre ich in den meisten Fällen, während die Parksensoren des Fahrzeugs penetrant piepsen.

Schalten, kuppeln, lenken: Alles wie im echten Auto, nur dass ich mich bei meiner Fahrt keinen Zentimeter fortbewege.

Schalten, kuppeln, lenken: Alles wie im echten Auto, nur dass ich mich bei meiner Fahrt keinen Zentimeter fortbewege. Foto: Haardt

Mein Simulator-Ergebnis: Ich habe niemanden umgefahren, aber insgesamt 26 Kollisionen verursacht, die meisten davon, als ich das Auto zwischen einem Zaun und einer Hausmauer eingeklemmt habe.

So fährt es sich im Simulator

Mein persönliches Erlebnis: Zwar bin ich im Simulator alles andere als reibungslos durch den Verkehr gekommen. Mein autofahrerisches Selbstbewusstsein ist trotzdem nur leicht angekratzt. Denn im Simulator ist einiges anders als im echten Auto.

Ich konnte bis zum Schluss weder die Geschwindigkeit noch die Breite des Fahrzeugs vernünftig einschätzen. Das Lenkrad leistete kaum Widerstand, und die Pedale verhielten sich ebenfalls anders als in einem echten Wagen, vor allem die Kupplung. Kurzum: Simulatorfahren fühlt sich zum Teil eher nach einem Videospiel an. Und ein echtes Feuerwehrfahrzeug werde ich so schnell nicht steuern, versprochen.

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