TKontrovers diskutiert: Baugebiet in Himmelpforten nimmt erste Formen an
Das erste Konzept von Cappel + Kranzhoff ist die Basis für die weitere Planung. Zwischen den Clustern liegen private Grünflächen, genauso wie im Westen des Baugebiets. Foto: Cappel + Kranzhoff
Drei Wohncluster mit bis zu 38 Häusern sollen „Auf dem Besenriede“ entstehen. Der Aufstellungsbeschluss ist ein erster Schritt, der von vielen Diskussionen begleitet wird.
Himmelpforten. 24 Besucher drängten sich am Donnerstagabend in das Sitzungszimmer des Himmelpfortener Rathauses. Der Umwelt- und Planungsausschuss tagte.
Von 13 Tagesordnungspunkten zog vor allem einer die Gäste an: der Bebauungsplan „Auf dem Besenriede“, mit dem ein neues, wenn auch kleineres Baugebiet entstehen soll.
Der Ausschuss legte den Geltungsbereich des Plans fest, fasste den Aufstellungsbeschluss und entschied sich für ein Konzept, das das Planungsbüro Cappel + Kranzhoff vorgestellt hatte. Rechtlich bindend für einzelne Bauvorhaben ist damit noch nichts, formal aber ist ein Startschuss gefallen.
Neues Baugebiet
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Zufahrt nur über den Brink?
Das gewählte Konzept sieht drei Wohncluster mit insgesamt 37 bis 38 Einfamilienhäusern vor. Auf einem Grundstück könnte eine Doppelhaushälfte entstehen. Mehrere private „Handtuchstreifen“ trennen die Cluster, weil die Eigentümer der Flurstücke bislang nicht an die Gemeinde verkaufen.
Bei den Grundstücksgrößen orientierten sich die Planer an der bestehenden Nachbarschaft. „Wir haben versucht, auf die gängigen 600 bis 700 Quadratmeter zu kommen“, sagte Stadtplaner Moritz Mücke.
Nachverdichtung
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Die Zufahrt soll ausschließlich über den Brink erfolgen. „Der ist jetzt schon überlastet durch Kindergarten, Sport und Anlieger“, gab Jochen Hartlef vom Seniorenbeirat zu bedenken. Eine zusätzliche Zufahrt über den Stubbenkamp soll deshalb geprüft werden.
Lärmschutz für den Sportplatz
Auch der Lärmschutz beschäftigte die Planer, weil der Waldsportplatz des MTV Himmelpforten - insbesondere der C-Platz - direkt an das künftige Wohngebiet angrenzt. Verein und Gemeinde stünden bereits im Austausch. Spiele am Sonntagmittag sollen demnach die Ausnahme bleiben.
Lärm durch die beiden anderen Plätze lasse sich leichter in den Griff bekommen, so Mücke. Das Thema müsse aber noch vertieft werden.
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Verständnis und Kritik für Anwohner
Ursprünglich wollte die Gemeinde deutlich mehr Flächen ankaufen. Es trat jedoch zusätzlich die „Landwirtschaftliche Besenriede eGbR“ als Käuferin auf (TAGEBLATT berichtete). Das Baugebiet fällt daher deutlich kleiner aus, als ursprünglich geplant.
Jochen Hartlef zeigte zwar Verständnis dafür, dass Anwohner ihre freie Sicht behalten wollen, mahnte aber: „Auch die haben mal Baugrundstücke zur Verfügung gestellt bekommen.“
Es sei schade, anderen die Möglichkeit zum Bauen zu nehmen, zumal Bauflächen in Himmelpforten ohnehin knapp seien. „Das ist jetzt eine halbe Sache“, kommentierte Mücke die Reduzierung. Sitzungsleiter Lothar Wille und Ratskollege Michael Horeis (beide SPD) nannten es „bedauerlich“.
„Ich nehme gar nichts weg“
In der Einwohnerfragestunde äußerte CDU-Ratsmitglied Ludwig Oellerich, der als Anwohner und Mitglied der eGbR zu Gast war, verfahrensrechtliche Zweifel. Er gab zu bedenken, dass es ohne gültigen Flächennutzungsplan seiner Ansicht nach nicht möglich sei, einen Bebauungsplan vorzubereiten.
Silvio Cabraja vom Planungsbüro widersprach: Beide Verfahren würden parallel laufen und mit dem heutigen Aufstellungsbeschluss werde der Flächennutzungsplan zugleich angepasst.

Teile der Fläche werden auch künftig landwirtschaftliche Fläche sein, so Martin Wist vom Bauamt. Foto: Klempow
„Der Flächennutzungsplan stellt nur eine Fläche dar, und der Bebauungsplan konkretisiert diese Fläche“, so Cabraja. Der F-Plan sei zudem nicht parzellenscharf und eine Überlagerung der Flächen sage nichts aus.
Oellerich ließ das nicht gelten: Eine bestehende Randeingrünung im Bebauungsplan dürfe dadurch nicht einfach verschwinden. „Ihr Entwurf des Flächennutzungsplans geht in den bestehenden Bebauungsplan rein und nimmt sie weg“, kritisierte er. „Ich nehme gar nichts weg“, entgegnete Cabraja. Mücke ordnete das Konzept als reine Flächendarstellung ein, „damit man sieht, dass diese Baugebiete zusammengehören“. Lothar Wille unterbrach die Diskussion letztendlich.
Firma Mittelstädt soll erschließen
Nach derzeitigem Stand sollen die Flächen der Gemeinde komplett an die Firma Mittelstädt gehen, die dann als Erschließungsträger auftreten würde. Vertragliche Vereinbarungen dazu gibt es laut Wille bislang nicht.
Auf die Frage, wie das planungs- und vergaberechtlich gemacht werden soll und ob eine Ausschreibung vorgesehen sei, sagte Wille: „Diese Frage ist noch nicht geklärt, aber das ist eine Möglichkeit, die in Betracht gezogen wird.“ Zu einem möglichen neuen Musterhauspark gebe es bislang nur informelle Gespräche, aber keine Beschlüsse.
Wieviel die Grundstücke in dem neuen Gebiet kosten werden, steht ebenfalls nicht fest. „Dafür müsste man in die Glaskugel schauen können“, sagte Martin Wist von der Gemeinde. Schließlich seien weder die endgültige Wohnbaufläche noch die Erschließungsvariante entschieden.
Ramels-Nord: Preise und Straßenname stehen
Weiter ist die Gemeinde im Baugebiet „Ramels-Nord“. Einfamiliengrundstücke sollen 210 Euro pro Quadratmeter kosten. Damit liege man deutlich unter den Preisen von rund 270 Euro im jüngsten Fredenbecker Neubaugebiet, betont Wist. Einen Namen hat die Straße bereits, die neben Gerstenkamp und Roggenkamp liegt: Weizenring.
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