T„Niemand darf an Deck“: Das erleben die Kreuzfahrt-Urlauber im Kriegsgebiet
Die militärische Eskalation in Nahost trifft zahlreiche Urlauber: „Mein Schiff 4“ und weitere Kreuzfahrtschiffe liegen aktuell in der Golf-Region fest. Foto: picture alliance / dpa
„Keiner weiß, wie es weitergeht“, sagt Hans-Jürgen Hartmann (79), der ebenso wie die Bürgermeisterin von Wanna auf der „Mein Schiff“ im Arabischen Golf festsitzt.
Am Sonnabendmorgen wachten die Passagiere der „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ in einem Kriegsgebiet auf. Die beiden TUI-Kreuzfahrtschiffe liegen derzeit im Persischen Golf - die „Mein Schiff 4“ in Abu Dhabi, die „Mein Schiff 5“ in Doha, Katar. Gegen 10.30 Uhr deutscher Zeit meldeten beide Städte Explosionen, ausgelöst durch iranische Raketenangriffe. Auch am Sonntag gab es Einschläge.
Mehrere Kreuzfahrtschiffe im Golf von Angriffen betroffen
Neben den beiden deutschen Schiffen befinden sich vier weitere Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf: die „Celestyal Journey“ und „Celestyal Discovery“ von Celestyal Cruises, die „Aroya“ von Aroya Cruises sowie die „MSC Euribia“ von MSC Cruises. Die USA und Israel hatten am Sonnabendmorgen Luftschläge gegen Ziele im Iran gestartet, woraufhin das Mullah-Regime mit Angriffen auf Israel und US-Stützpunkte in der Golf-Region reagierte.
Cuxhavener sitzen auf Kreuzfahrtschiffen im Nahen Osten fest
An Bord der beiden Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ befinden sich auch mehrere Menschen aus dem Kreis Cuxhaven.

Nicole und Thomas Friedhoff sitzen auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“ fest. Trotz der schwierigen Lage fühlen sie sich „gut aufgehoben und informiert“. Foto: Friedhoff
Nicole und Thomas Friedhoff aus Wanna sitzen auf der „Mein Schiff 4“ in Abu Dhabi fest. Eigentlich wollten sie am Sonntag ab Dubai die Rückreise antreten - doch daraus wird vorerst nichts. „Wann, wo und wie eine Ausreise stattfinden kann, kann derzeit keiner sagen“, sagt Nicole Friedhoff. „Aktuell sind die Flughäfen und der Luftraum gesperrt.“ Die Bordkarten des Paares wurden zunächst bis zum 8. März verlängert.
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Thomas und Nicole Friedhoff haben den Drohnenanschlag unweit des Schiffes am Sonntag hautnah mitbekommen. „Der Kapitän hat uns zuvor per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, sofort von den Fenstern zurückzutreten und das Schiffsinnere aufzusuchen“, berichtet Nicole Friedhoff. Alles sei ruhig und besonnen abgelaufen. „Es gab keinerlei Panik.“ Auch in der Nacht zuvor seien die Passagiere einige Male durch Handywarnungen vor möglichen bevorstehenden Anschlägen gewarnt worden. „Seit Sonntagnachmittag ist es jetzt ruhig, wofür wir sehr dankbar sind“, so Friedhoff.
Paar aus Wanna fühlt sich an Bord sicher und gut betreut
Die Bürgermeisterin der Gemeinde Wanna und ihr Mann, der ehemalige Regierungsbrandmeister Thomas Friedhoff, beschreiben die Stimmung auf dem Schiff als gut, auch wenn die Außendecks und Balkone derzeit nicht betreten werden dürfen. „Wir fühlen uns gut aufgehoben und informiert“, so Nicole Friedhoff. Der gastronomische Betrieb und das Tagesprogramm würden wie gewohnt weiterlaufen. Und: „Der Kapitän informiert uns regelmäßig über den aktuellen Stand der Dinge.“

Vom Fenster ihrer Kabine aus fotografierte Nicole Friedhoff die schwarze Rauchsäule nach dem Einschlag. Foto: Friedhoff
Natürlich gebe es an Bord auch Passagiere, die meckern, „aber man sollte in dieser Situation auch Verständnis und Dankbarkeit gegenüber den Mitarbeitern zeigen“, findet die gebürtige Cuxhavenerin. „Auch sie sind in dieser besonderen Situation und versuchen gleichzeitig, unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.“
Cadenberger Unternehmer auf „Mein Schiff 5“ festsitzend
Sozusagen in Wartestellung ist auch der Unternehmer Hans-Jürgen Hartmann aus Cadenberge, der sich derzeit auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 5“ in Doha befindet und dort nicht wegkommt. „Keiner weiß, wie es weitergeht“, erklärt der 79-Jährige im Gespräch mit den „Cuxhavener Nachrichten“. Niemand dürfe das Schiff verlassen, noch sich draußen bewegen. „Gleiches gilt für die Bevölkerung“, sagt er.
Eigentlich wollte Hartmann am Donnerstag ab Dubai Richtung Heimat fliegen. Aber: Ob er die Reise antreten kann, steht noch in den Sternen.
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Fest steht: Tausende Urlauber sitzen am Arabischen Golf fest - in einer Region, die sich binnen Stunden von einer Ferienkulisse zu einem militärischen Krisengebiet entwickelt hat.
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