TKrimi im Pokal: Sanne und Wulff erlösen D/A gegen Delmenhorst
Tom Sanne rettete seine Mannschaft per Strafstoß in die Verlängerung. Foto: Struwe
D/A schlägt Delmenhorst im Pokal nach einem Krimi. Den spielerisch durchwachsenen aber kämpferisch starken Saisonauftakt trübt die Verletzung eines Leistungsträgers.
Drochtersen. Nachdem sich in der vergangenen Woche Innenverteidiger Tjorve Mohr einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zugezogen hatte, erwischte es während des Abschlusstrainings am Freitag eine weitere Defensivkraft.
Kapitän Liam Giwah verletzte sich im Abschlusstraining an der Schulter. Foto: Struwe
Liam Giwah wird mit einer Schulterverletzung für unbestimmte Zeit ausfallen. Zwei der besten Verteidiger der Regionalliga stehen ihrer Mannschaft nicht zur Verfügung. Ein Schock für D/A.
Ausmaß von Giwahs Verletzung steht noch nicht fest
Giwah, der 26-jährige Kapitän der Mannschaft verletzte sich bei einem Kopfballduell und fiel auf die Schulter. Erste Untersuchungen ergaben einen Knochenbruch. Ob die Bänder auch in Mitleidenschaft gezogen worden sind, entscheidet sich in den nächsten Tagen.
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D/A lief gegen Delmenhorst in der Qualifikationsrunde des Landespokal-Wettbewerbs lange einem Rückstand hinterher. Ein Strafstoß von Tom Sanne brachte in der 90. Minute das 1:1 und die Verlängerung. Per Freistoß sorgte Jorik Wulff in der 101. Minute für den 2:1-Endstand.

Jorik Wulff (links) und D/A boten gegen Atlas Delmenhorst eine durchwachsene Leistung. Bis Wulff seine Mannschaft in der Verlängerung erlöste. Foto: Joerg Struwe
Giwah und Mohr verfolgten das spannende aber nicht hochklassige Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst am frühen Samstagabend von der Tribüne aus. Ihre Positionen in der Abwehrzentrale besetzten Neuzugang Luca Menke und Matti Steinmann. Außerdem spielte Nico von der Reith von Beginn an. Er hatte eigentlich die Kapitänsbinde an Giwah abgegeben. Weil mit Giwah und Mohr beide Kapitäne ausfallen, trug er sie am Samstag am Oberarm.
D/A fehlt in der Offensive das Tempo
D/A kam schwer in die Partie gegen den Aufsteiger. Die Gastgeber begannen nervös. In der Offensive fehlten die Abstimmung und zunächst das Tempo. Gerade für die Geschwindigkeit im Spiel nach vorne hatte Drochtersen in der Sommerpause Spieler verpflichtet. Delmenhorst stand kompakt in der Defensive.
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Das breite Mittelfeld bildeten Jorik Wulff und Dennis Rosin in der Zentrale sowie Dominique Ndure und Jannes Elfers auf den Außenbahnen. In der Offensive sollten Alla Aid Hamid, Jannes Wulff und Tom Sanne wirbeln. Neuzugang Jesper Heim war im Tor die Nummer eins.
Nach neun Minuten ging es das erste Mal schnell über die rechte D/A-Angriffsseite. Alla Aid Hamid und Dominique Ndure spielten sich sehenswert in den Delmenhorster Strafraum, ehe ein Gegner zur Ecke klärte. Jorik Wulffs Eckstoß fand Nico von der Reith, der den Ball nicht richtig traf. Die ersten zarten Angriffsbemühungen.
So gerät D/A gegen Delmenhorst in Rückstand
Delmenhorst versuchte Mitte der ersten Halbzeit, Drochtersen mit rustikaler Spielweise den Schneid abzukaufen. In der 20. Minute ging der Gast in Führung.
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Den ersten Schussversuch der Delmenhorster parierte Jesper Heim aus Nahdistanz mit einem sensationellen Reflex. Beim Nachschuss von Steffen Rohwedder war er machtlos. Der Pokalfinalist der vergangenen Saison hatte sich das erste Pflichtspiel der Saison anders vorgestellt.
Nach dem Rückstand spielte D/A zunächst wie in Schockstarre. Nur wenigen Sekunden nach Wiederanpfiff prüfte Dinand Gijsen den D/A-Keeper aus der Distanz. Eine schöne, aber wichtige Flugeinlage des Drochterser Neuzugangs.

Alla Aid Hamid kämpfte. Aber viele seiner Aktionen verpufften. Foto: Joerg Struwe
Der Topfavorit auf die Meisterschaft in der Regionalliga erarbeitete sich in der ersten Halbzeit kaum Chancen. Allenfalls Standards brachten ein wenig Gefahr. Darunter war nichts, was die gute Delmenhorster Defensive wirklich forderte. Ein von Alla Aid Hamid geschossener Freistoß aus aussichtsreicher Position landete in der 38. Minute zwei Meter über dem Tor.
Drochtersen läuft die Zeit davon
In der Pause wechselte D/A-Trainer Oliver Ioannou. Neuzugang und Mittelstürmer Sean Busch kam für Jannes Wulff. Nach Wiederanpfiff sahen die Zuschauer einen druckvolleren Gastgeber. Und ein paar gefährliche Strafraumaktionen. Aber keinen klaren Abschluss. So langsam lief den Drochtersern die Zeit davon.
In der 64. Minute hätte Ibrahim Temin für die Vorentscheidung für Delmenhorst sorgen können. Knochfrei drosch er den Ball über Jesper Heims Tor. D/A agierte in dieser Phase des Spiels wieder so unkreativ wie in der ersten Hälfte. Ioannou brachte mit Terry Becker eine weitere Offensivkraft. Er kam für Dennis Rosin. Luca Menke verließ für Ole Schulz den Platz.
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Viel passierte nicht, bis sich in der 90. Minute die Ereignisse überschlugen. Der eingewechselte Christopher Schepp lief einen Konter. Allein aufs Tor zu. Von hinten trat ihm Marlo Siech in die Beine. Der sah sofort Rot. Notbremse. Aber war es auch Strafstoß?
Tom Sanne bleibt vom Punkt ganz cool
Schiedsrichter Tom Holsten und seine Assistenten berieten lange. Und entschieden auf Elfmeter. Die Delmenhorster Bank rastete aus. Rudelbildung auf der Tartanbahn. Nach Ansicht der bewegten Bilder aus dem Livestream vermuteten die Delmenhorster eine Fehlentscheidung.
Tom Sanne blieb jedenfalls cool am Punkt und hämmerte den Ball in die rechte Ecke. D/A war wieder im Spiel. Sanne rettete sein Team in die Verlängerung.
Delmenhorst stellte sich sofort tief hinten rein. Lauerte auf Konter. D/A legte sich den Gegner zurecht. Ein Schuss von Terry Becker ging zunächst weit über das Tor. Dann trat Jorik Wulff in der 101. Minute aus 25 Metern einen Freistoß.
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Mit dem rechten Fuß hob Wulff den Ball über die Delmenhorster Mauer. Ganz leicht abgefälscht landete der Ball im Winkel. D/A bejubelte das 2:1. Die meisten der 936 Zuschauer feierten im Kehdinger Stadion. D/A brachte den Sieg über die Zeit.
So geht es für D/A weiter
Nach dem Sieg gegen Atlas Delmenhorst geht es für D/A im Pokal-Viertelfinale am 22. August um 15 Uhr vor eigenem Publikum gegen Kickers Emden weiter. Die Regionalliga Nord startet bereits am Freitag, 31. Juli, um 19.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen Phönix Lübeck.
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