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Fußball-Regionalliga

TKrimi in Bremen: Miguel Fernandes schießt D/A zum Last-Minute-Sieg

Nach dem Schlusspfiff brechen alle Dämme. D/A schlägt den Bremer SV in der Nachspielzeit.

Nach dem Schlusspfiff brechen alle Dämme. D/A schlägt den Bremer SV in der Nachspielzeit. Foto: Berlin

D/A zeigt Moral in Bremen. Drochtersen wirft in der Schlussphase alles nach vorne und gewinnt 3:2. Ein Fußball-Krimi vor 930 Fans, der den Traum vom Aufstieg am Leben hält.

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Von Daniel Berlin
Sonntag, 29.03.2026, 16:00 Uhr

Bremen. Der Stadionsprecher hängt folierte Blätter an seinen blauen Holzverschlag unter dem Dach der Haupttribüne. Die Ziffern für die Tore. Zweistellig sollte das Ergebnis nicht ausfallen. Dann müsste er improvisieren. Das Stadion Am Panzenberg hat Charme mit seinen überdachten Stehplätzen und den orangefarbenen Sitzschalen in den ersten drei Reihen - voll mit Patina.

D/A ereilt das gleiche Schicksal wie im Hinspiel. Ein frühes Bremer Tor. Nach einer Ecke schießt Justin Gröger seine Mannschaft in der fünften Minute in Führung. Zuvor musste D/A-Keeper Patrick Siefkes schon bei einem Konter von Ken Tchouangue retten.

Spitzenreiter Meppen legt mit Heimsieg vor

D/A muss beim Tabellensiebten Bremer SV eigentlich nachlegen, um im Kampf um den Titel und den Aufstieg in die 3. Liga noch eine reelle Chance zu haben. Spitzenreiter SV Meppen hatte bereits am Samstag mit einem ungefährdeten 4:1-Heimsieg gegen Eintracht Norderstedt vorgelegt.

D/A-Trainer Oliver Ioannou muss gegen den Bremer SV auf den verletzten Jannes Elfers verzichten. Für ihn rückt Robin Kölle wieder in die Startelf. Kölle spielt auf der rechten Außenbahn. Der zuletzt überzeugende Matti Cebulla spielt links auf der Elfers-Position. Ansonsten vertraut Ioannou auf bekanntes Personal.

Dennis Rosin gelingt der schnelle Ausgleich zum 1:1.

Dennis Rosin gelingt der schnelle Ausgleich zum 1:1. Foto: Berlin

Dennis Rosin gleicht in der zehnten Minute aus der zweiten Reihe aus. Nach einem geblockten Freistoß fiel ihm der Ball auf die Füße. Ein trockener Schuss unter die Latte. D/A jubelt über die schnelle Antwort. Überzeugend spielt der Aufstiegsaspirant nicht.

Bremer SV geht erneut in Führung

Der Bremer SV kreiert in dieser Partie die Chancen. Die Gastgeber agieren spielfreudig, wendig, gedankenschnell. D/A hingegen wirkt seltsam ideenlos. Die langen Bälle auf die Zielspieler Haris Hyseni und Jannes Wulff sind an diesem Nachmittag kein gutes Rezept.

Nach 23 Minuten geht der Bremer SV wieder in Führung. Tchouangue linkt im Mittelfeld drei D/A-Spieler. Wenig später schlägt es bei Patrick Siefkes erneut ein. Gegen den Flachschuss von Gino Schmidt ist er machtlos.

Die Gastgeber erspielen sich viele Abschlussmöglichkeiten. Vornehmlich nach Standards. Eigentlich eine Drochterser Stärke. Aber auch dieses Mittel greift bei D/A noch nicht. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ist Drochtersen bei einer Ecke gefährlich. Der Ball trudelt über die Linie. Aber Schiedsrichter Alexander Rosenhagen erkennt es nicht an.

Gooßen: „Nicht zu ertragen“

Alles schiebt bei dieser Aktion. Die Bremer, die Drochterser. Keeper Pascal Manitz verschätzt sich schlichtweg. Und hat Glück.

Alles schiebt. Aber der Schiedsrichter erkennt das Tor nicht an. Er hat ein Foul an Bremens Keeper Pascal Manitz gesehen.

Alles schiebt. Aber der Schiedsrichter erkennt das Tor nicht an. Er hat ein Foul an Bremens Keeper Pascal Manitz gesehen. Foto: Berlin

Kurz nach dem Seitenwechsel schwebt mal wieder ein Fehlpass in den Bremer Strafraum. „Nicht zu ertragen“, ruft D/A-Präsident Rigo Gooßen von seinem Stuhl auf der Auswechselbank aufs Spielfeld. In dieser aktuellen Form muss D/A über einen Aufstieg in die 3. Liga nicht nachdenken. „Wir haben es nicht so umgesetzt, wie du es brauchst gegen solch eine Mannschaft“, sagt Oliver Ioannou über die erste Halbzeit gegen das Team mit der zweitbesten Abwehr der Liga.

D/A-Innenverteidiger Tjorve Mohr ist bei fast jedem Standard Zielspieler.

D/A-Innenverteidiger Tjorve Mohr ist bei fast jedem Standard Zielspieler. Foto: Berlin

In der Pause reagiert Ioannou mit einem Wechsel in der Offensive. Jelldrik Dallmann soll als Stürmer in der Box für Unruhe sorgen. Matti Cebulla bleibt in der Kabine. Für Robin Kölle kommt nach einer Stunde Nikola Serra. Der ist zwar Innenverteidiger, hat aber auch Offensivqualitäten.

Elfmeter bringt D/A zurück ins Spiel

D/A muss diese Partie irgendwie drehen. Aber nichts deutet zunächst darauf hin. Bis Schiri Rosenhagen pfeift und aus dem Nichts auf den Elfmeterpunkt deutet. Er hat in der 67. Minute ein Foul an Dallmann gesehen. Wilde Proteste kommen von der Tribüne. Haris Hyseni schiebt den Strafstoß locker ein. 2:2. Jetzt kann D/A Mentalität beweisen.

Erst mal muss Tjorve Mohr mit einer Monstergrätsche im eigenen Strafraum das dritte Bremer Tor verhindern. Dann kreiert Nikola Serra mit einer butterweichen Flanke einen Hochkaräter. Der Kopfball von Dallmann landet an der Latte. Dallmann ist der Unruheherd im Bremer Strafraum. Immer aktiv, immer an der Grenze des Erlaubten. D/A wirft in der Schlussphase alles nach vorn. Die Bremer Fans rufen: „Niemals 3. Liga.“

Lob vom Bremer Trainer

Jannes Wulff scheitert in der Nachspielzeit knochenfrei am Bremer Torwart. Dann segelt ein letzter Freistoß von Jorik Wulff in den Strafraum. D/A kämpft und stochert. Miguel Fernandes schießt Drochtersen mit seinem 3:2 zurück ins Rennen um die Meisterschaft. Der Unparteiische pfeift gar nicht mehr an.

Die zweite Hälfte entschädigt. Da hat Oliver Ioannou bei seinem Team „viel Kampf und viel Leidenschaft“ gesehen. „Viel Spiel auf zweite Bälle.“ Der Siegtreffer in der Nachspielzeit tue sehr gut. Ioannous Kollege Ralf Voigt lobt D/A während der Pressekonferenz: „Du siehst die Reife einer Mannschaft. Und die hat Drochtersen. Es dauert noch ein bisschen, bis wir dahin kommen.“

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