TKritik an AfD-Politikerin Kaiser nach Teilnahme an Antaios-Akademie
Marie-Thérèse Kaiser (links) und ihre Arbeitgeberin und AfD-Chefin Alice Weidel. Foto: privat
Stades Ex-AfD-Bundestagskandidatin Marie-Thérèse Kaiser gerät wegen ihrer Teilnahme an einer Veranstaltung eines rechtsextremen Verlags in die Kritik. Sie wehrt sich.
Landkreis. Marie-Thérèse Kaiser, 29-jährige AfD-Politikerin, steht in der Kritik. Sie nahm an der Winterakademie des Verlags Antaios in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) teil. Der Verfassungsschutz stuft diesen Verlag als rechtsextrem ein. Fotos des Mediennetzwerks Recherche Nord und eigene Bilder, die Kaiser am 28. Januar auf ihrem Instagram-Kanal postete, dokumentieren ihre Teilnahme.
Netzwerk der Neuen Rechten in Deutschland
Götz Kubitschek, Verleger von Antaios, gilt als Vordenker der „Neuen Rechten“. Diese Bewegung umfasst laut Verfassungsschutz ein Netzwerk von rechtskonservativen bis rechtsextremistischen Gruppierungen und Personen.

Marie-Thérèse Kaiser (AfD) war zwei Mal Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Stade/Rotenburg II. Foto: Martin Elsen www.nord-luftbilder
Außerdem wurde die wegen Volksverhetzung verurteilte Mitarbeiterin Kaiser von der AfD-Parteichefin und Bundestagsfraktionsvorsitzenden Alice Weidel zur Delegierten der Generation Deutschland (GD) für Niedersachsen für den Bundeskongress gewählt. Das schreibt das Nachrichtenportal Endstation Rechts. Generation Deutschland ist die neue Jugendorganisation der AfD. Der niedersächsische Landesverband wurde am letzten Februar-Wochenende gegründet.
Kaiser: Haltlose Einstufung als rechtsextrem
Kaiser ist Kreisvorsitzende der AfD im Nachbarkreis Rotenburg und spielt im AfD-Kreisverband Stade eine wichtige Rolle. Sie kandidierte bei den Bundestagswahlen 2021 und 2025 im Wahlkreis Stade/Rotenburg II und erhielt bei der Wahl im Februar 2025 18,02 Prozent der Erststimmen.
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Kaiser widerspricht der Kritik an ihrer Teilnahme. „Die Einstufung des Verlags Antaios als rechtsextrem ist ebenso haltlos wie die Einstufung der AfD“, sagte sie gegenüber dem TAGEBLATT.
Verwaltungsgericht stoppt Verfassungsschutz
Marie-Thérèse Kaiser bezieht sich auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln, das entschied, dass der Verfassungsschutz die AfD vorerst nicht als rechtsextremistisch einstufen und behandeln darf.
Das Gericht stellte fest, dass innerhalb der AfD zwar gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtete Bestrebungen existieren, diese jedoch nicht das Gesamtbild der Partei prägen. Sie besuche die Veranstaltungen des Antaios-Verlags seit Jahren punktuell, „sofern es meine Termine zulassen“, sagte Kaiser.
Kaisers politische Zukunft ist offen
Der Bundesverfassungsschutz hatte die AfD im vergangenen Jahr nach mehrjähriger Prüfung als rechtsextremistisch eingestuft. Auch der niedersächsische Verfassungsschutz kam im Februar zu diesem Ergebnis. Kaiser hält auch diese Einstufung für ungerechtfertigt.
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Ob Kaiser bei den Kommunalwahlen am 13. September erneut kandidieren wird, ließ sie offen. „Zu möglichen erneuten Kandidaturen meinerseits äußere ich mich gerne, sobald entsprechende Entscheidungen innerparteilich getroffen wurden“, sagte sie.
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