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Problemwölfe

TLandvolk und Jägerschaft fordern regionale Wolfsjagd: Konflikte in Niedersachsen

Im Landkreis Stade gibt es in Oldendorf und in Drochtersen jeweils ein Wolfsrudel.

Im Landkreis Stade gibt es in Oldendorf und in Drochtersen jeweils ein Wolfsrudel. Foto: Christian Charisius/dpa

Landvolk und Jägerschaft fordern konkrete Maßnahmen zur Regulierung des Wolfsbestandes. Eine Umfrage zeigt: Es gibt eine Mehrheit für die Bestandskontrolle über Jagdrecht.

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Von Karsten Wisser
Montag, 19.01.2026, 11:00 Uhr

Landkreis. Die Bundesregierung hat kurz vor Weihnachten einen Entwurf zur Änderung des Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt.

Dieser soll die Entnahme von Wölfen erleichtern. Niedersachsen hat dazu mehrere Anträge im Bundesrat eingebracht, um die Umsetzung praktikabel und den Bundesländern angemessen zu gestalten.

Wolfsabschuss: Das sagen die grünen Minister

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer und Agrarministerin Miriam Staudte (beide Grüne) wollen gemeinsam mit dem Dialogforum „Weidetierhaltung und Wolf“ Kriterien für einen Wolfs-Managementplan erarbeiten.

In der Sitzung in dieser Woche stellten sie den Entwurf des Bundes zur Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht vor. Agrarministerin Staudte kritisierte, dass einige Vorschläge im Gesetzentwurf noch nicht ausgereift seien. Eine Eingabe Niedersachsens, die der Bund bereits aufgegriffen hat, sieht vor, den Radius rund um ein Rissgeschehen zu verkleinern, um Schnellabschüsse zu ermöglichen.

Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) ist Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Niedersachsen.

Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) ist Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Niedersachsen. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Umweltminister Meyer betonte, dass die Entnahmen schnell, einfach, klar und rechtssicher zum Schutz der Weidetiere erfolgen müssen. Obergrenzen oder Mindest-Jagdquoten seien im Gesetzentwurf des Bundes nicht vorgesehen und auch nicht hilfreich.

Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltminister von Niedersachen.

Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltminister von Niedersachen. Foto: Shireen Broszies/dpa

Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers kritisierte, dass Niedersachsen bereits vor der Diskussion im Dialogforum Änderungsvorschläge nach Berlin gegeben hat. Er fordert ein Management, das die Regulierung des Wolfsbestandes beinhaltet und nicht nur die Entnahme bei Problemen, so Ehlers als Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement. Das Aktionsbündnis ist ein Zusammenschluss einer Vielzahl von Verbänden und Interessenvertretungen aus der Landwirtschaft, der Jagd und den Zuchtverbänden.

Tote Heidschnucken in Bremervörde. Die Wolfsattacken gefährden den Beistand an seltenen Schafsrassen.

Tote Heidschnucken in Bremervörde. Die Wolfsattacken gefährden den Beistand an seltenen Schafsrassen. Foto: Wisser

Helmut Dammann-Tamke, Bundes- und niedersächsischer Landesvorsitzender der Jägerschaft in Personalunion, fordert die Landesregierung auf, den Koalitionsvertrag umzusetzen. Er kritisiert, dass die grünen Minister die Vereinbarungen zum Wolfsmanagement nicht ernsthaft verfolgten.

Zwei Drittel wollen eine Bestandskontrolle von Wölfen

Nach der Herabsetzung des Schutzstatus‘ des Wolfs auf europäischer Ebene sei der Weg frei für ein regional differenziertes Wolfsmanagement. Der Gesetzentwurf des Bundes berücksichtigt den maximalen Schutz bestehender Rudelstrukturen und sieht Handlungen bei Nutztierrissen vor.

Helmut Dammann-Tamke (CDU), der Präsident des Deutschen Jagdverbandes.

Helmut Dammann-Tamke (CDU), der Präsident des Deutschen Jagdverbandes. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Dammann-Tamke betont, dass die Zielkonflikte durch den Wolf in Niedersachsen nicht länger hinnehmbar seien und die Menschen eine Lösung erwarten. Die Landesjägerschaft Niedersachsen sei bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihren Beitrag zu leisten. Eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Jagdverbandes ergab aus Sicht der Jäger, dass knapp zwei Drittel der Befragten eine Bestandskontrolle von Wölfen über das Jagdrecht befürworten. Auf dem Land ist die Zustimmung noch höher.

Das mit der Umfrage beauftragte Unternehmen Civey hat für den Deutschen Jagdverband e.V. vom 9. bis 11. Dezember 2025 online 5000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sollen aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,6 bis 2,7 Prozentpunkten sein.

Im Landkreis Stade gibt es in Oldendorf und in Drochtersen jeweils ein Wolfsrudel.

Im Landkreis Stade gibt es in Oldendorf und in Drochtersen jeweils ein Wolfsrudel. Foto: Christian Charisius/dpa

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