TLeerstände in Stader City: Das wird aus dem Pop-up-Store
Der Pop-up-Store Stade ist Geschichte: Organisiert wurde das Projekt unter anderem von Torsten Kramer und Christine Plath. Die letzten Künstler im Store waren Bolko Lange, Jens Ahrens und Helen Krebs. Foto: Haardt
Stades Innenstadt verändert sich. Am 27. August schloss der Kultur-Pop-up-Store, der einen Leerstand überbrücken sollte. Dieses Fazit ziehen Künstler und Organisatoren.
Stade. Helen Krebs ist traurig. „Mich muss man hier festketten”, scherzt die Künstlerin aus Belum. Gemeint mit „hier” ist der Kultur Pop-up-Store in Stade. Dort hatte Krebs gemeinsam mit den Künstlern Bolko Lange und Jens Ahrens in den letzten vier Wochen in zentraler Lage nahe der Hökerstraße gearbeitet, ihre Werke ausgestellt und verkauft.
Sie sind die Letzten, die den Ausstellungsraum in der Stader Innenstadt, der gleichzeitig Atelier war, nutzten. Am Donnerstag, 27. August, öffnete er das letzte Mal seine Türen für Besucher.
Mit Kunst gegen das Innenstadtsterben
Möglich gemacht haben das gemeinsame Atelier die Stade Marketing und Tourismus GmbH (SMTG) und die Wirtschaftsförderung der Hansestadt Stade, die den großen lichtdurchfluteten Raum anmieteten und wechselnden Künstlern gegen geringe Kosten zur Verfügung stellten. Insgesamt 22 verschiedene Künstler arbeiteten in den letzten 14 Monaten im Pop-up-Store. Der war zunächst in der Hökerstraße angesiedelt und zog Mitte April 2026 wenige Meter weiter in die Goos.
Über den Wegzug aus der Hökerstraße 33 habe man sich gefreut, so Torsten Kramer von der Wirtschaftsförderung. Denn Ziel des Projekts war, Leerstände in der Stader City zu überbrücken. Seit sechs Monaten ist im ehemaligen Atelier in der Hökerstraße das Geschäft Fischers Weinwerk.
Andreas Schäfer von der SMTG sieht das Konzept als Win-win-Situation für Künstler und die Hansestadt. „Der Konsum in Innenstädten geht zurück zum Beispiel durch den Onlinehandel. Kunst ist ein Medium, das die Menschen begeistert und wieder in die Innenstadt zieht. Außerdem macht man auf die Fläche aufmerksam.” Gleichzeitig biete die Stadt dadurch Künstlern und Künstlerinnen aus der Region eine günstige Möglichkeit, sich zu vernetzen und öffentlich auszustellen.
Künstler ziehen positives Fazit
Das bestätigt das Künstler-Trio, das zuletzt den Store nutzte. Bolko Lange, der seine Coronauten-Zeichnungen in Stade ausstellte, erzählt von vielen interessanten Gesprächen und positivem Feedback. Der Store habe Einheimische und Touristen gleichermaßen angezogen.
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Für Helen Krebs war es das erste Mal, dass sie ihre Werke der Öffentlichkeit zeigen konnte. Die Belumerin, die Tierbilder auf Federn erschafft, hat „Blut geleckt”. Sie sucht aktuell nach einer neuen Möglichkeit, auszustellen.
Der Dritte im Bunde war Jens Ahrens. Der Stader war beim Spazieren durch die Fußgängerzone auf den Pop-up-Store aufmerksam geworden und bewarb sich. Ahrens stellte im geteilten Atelier Ölgemälde aus.

Der Pop-up-Store war für 14 Monate Atelier und Ausstellungsraum für viele verschiedene Künstler. Künstler wie Bolko Lange und Jens Ahrens waren begeistert vom Projekt. Foto: Haardt
Trotz der positiven Bilanz ist der Pop-up-Store in Stade erst mal Geschichte. Citymanagerin Christine Plath sagt, dass das vor allem am Geld liege. „Der Store war anfangs nur auf sechs Monate ausgelegt. Schließlich wurden es 14.” Zudem sei nicht allzu bald mit einem Nachfolge-Store zu rechnen, so Schäfer. Ob es dafür Gelder gebe, hänge unter anderem von den Ergebnissen der Kommunalwahl ab.
Unklar, was aus Räumlichkeiten wird
Was aus der Fläche des ehemaligen Pop-up-Stores wird, ist noch nicht klar. Der Eigentümer, die Lührs-Gruppe, befinde sich im Gespräch mit einem Interessenten. Falls daraus nichts werde, ziehe die Gruppe in Betracht, die Fläche zu teilen. Vielleicht wird aus dem verlassenen Atelier demnächst also wieder das, was der Pop-up-Store vermeiden sollte: ein Leerstand in der Innenstadt.
Davon gebe es aktuell 16, so Schäfer. In drei Fällen seien die Eigentümer in Gesprächen mit potenziellen Mietern, weiß Plath. Einige der leerstehenden Flächen seien allerdings aktuell nicht in der Vermarktung, sagt Schäfer, etwa aufgrund von baulichen Mängeln. In einem speziellen Fall streitet eine Erbengemeinschaft über die Zukunft der Immobilie. Torsten Kramer ergänzt, ein paar Leerstände in der Innenstadt seien gut, denn so könne man neuen Interessenten Mietobjekte anbieten.
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