Zähl Pixel
Versammlung

TLego-Feuerwache als Symbol: Das erwartet Harsefelds Feuerwehren 2026

Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück präsentierte den rund 300 Gästen dieses Lego-Spielzeug. Was hat es damit auf sich?

Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück präsentierte den rund 300 Gästen dieses Lego-Spielzeug. Was hat es damit auf sich? Foto: Meyer

Lego war ein Hingucker bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Harsefeld. Welcher Appell und welches Bauprojekt dahinterstecken.

author
Von Thies Meyer
Dienstag, 10.03.2026, 09:00 Uhr

Ahlerstedt. Samtgemeindebürgermeisterin Ute Kück unterbricht ihre Rede vor den rund 300 Feuerwehrleuten nach einigen Sätzen, wendet sich mit dem Rücken zum Publikum und kramt in ihrer Tasche vor dem Bühnenvorhang nach etwas. Sie dreht sich zur Menge im Saal des Schützenhofs und hält eine rot-weiße Feuerwache aus Lego hoch.

Die sollte den Feuerwehrleuten am Freitag bei der 46. Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Harsefeld etwas vor Augen führen.

Kück betont Unverzichtbarkeit der Feuerwehr

In der Garage sitzt ein Lego-Feuerwehrmännchen einsatzbereit im Feuerwehrauto. In dem flaschenhohen Turm der Feuerwache gibt es drei Ebenen, auf jeder arbeitet eine Lego-Figur.

Ute Kück dankte den Feuwehrleuten: „Ihr seid immer da für uns und für mich.“ Alle freiwilligen Feuerwehrleute seien „Helden von morgen“, die „nachts aufstehen, wenn andere schlafen“.

Ute Kück dankte den Feuwehrleuten: „Ihr seid immer da für uns und für mich.“ Alle freiwilligen Feuerwehrleute seien „Helden von morgen“, die „nachts aufstehen, wenn andere schlafen“. Foto: Meyer

Das ist nur bei näherem Betrachten zu sehen. Die Menschen im Saal sehen nur die Lego-Feuerwache als großes Ganzes. So sei es auch für die Bürger, sagte Kück. Außenstehende nähmen oft nur Einsätze und die Feuerwehr bei Blaulicht wahr.

Nicht sichtbar sei zum Beispiel die professionelle Vorbereitung, sich mit Lehrgängen - 173 besuchten die Feuerwehrleute der Samtgemeinde 2025 - auf Notfälle vorzubereiten. Alle freiwilligen Feuerwehrleute seien „Helden von morgen“, die „nachts aufstehen, wenn andere schlafen“.

Es war Ute Kücks letzte Rede vor den Harsefelder Feuwehrleuten. Bei den Kommunalwahlen im September kandidiert sie nicht. Kück verglich die Legowelt mit der realen Welt und sagte zu den Feuerwehrleuten: „Ohne einen dieser Bausteine würde etwas fehlen.“ Sie nutzte Lego nicht nur, um die Unverzichtbarkeit dieses Ehrenamts zu betonen. Das Spielzeug nutzte sie auch, um auf ein wichtiges Bauprojekt anzuspielen.

Feuerwehrhaus-Prototyp: Brest darf sich auf Novum freuen

Brest bekommt ein neues Gerätehaus. Feuerwehr, Samtgemeinde und Landkreis erstellen für das Dorf einen Prototypen. „Es liegen zwei Vorschläge vor“, sagte Kück. Der Prototyp könne für den Bau weiterer Feuerwehrgerätehäuser gelten - erst mal innerhalb der Samtgemeinde. Wie beim vorgegebenen Lego-Modell könnten sich die Gerätehäuser der Zukunft von Ort zu Ort ähneln. Das spare „Arbeit für alle“, Planung und Kosten, so Kück.

Mit rund 300 Gästen war der Saal in Ahlerstedt fast voll.

Mit rund 300 Gästen war der Saal in Ahlerstedt fast voll. Foto: Meyer

Über die Idee, das Lego-Feuerwehrhaus in ihre Rede einzubauen, hatte Kück sich mit einer Arbeitskollegin ausgetauscht. Deren Sohn hatte ein solches zu Hause aufgebaut und es Kück für die Versammlung geliehen.

Kinder und Feuerwehr: „Früh übt sich“ und „Jeder fängt mal klein an“, vermittelte Kück. Da durften sich auch 30 Nachwuchskräfte angesprochen fühlen, die bei der Versammlung zu Feuerwehrfrauen und -männern befördert wurden.

Die stellvertretenden Gemeindebrandmeister Frank Josten (von links) und Uwe Heins wurden zum 1. Hauptbrandmeister befördert, Matthias Strasdas zu Harsefelds Hauptbrandmeister und Marek Decker zum Ortsbrandmeister in Bargstedt.

Die stellvertretenden Gemeindebrandmeister Frank Josten (von links) und Uwe Heins wurden zum 1. Hauptbrandmeister befördert, Matthias Strasdas zu Harsefelds Hauptbrandmeister und Marek Decker zum Ortsbrandmeister in Bargstedt. Foto: Meyer

Insgesamt wurden 89 Feuerwehrleute befördert und 56 für langjährige Mitgliedschaften geehrt. Dass die Harsefelder Feuerwehr eine Gemeinschaft über Generationen hinweg ist, wie Kück sagte, wurde bei einer Ehrung deutlich.

Besondere Ehrung für Hans-Joachim Tomfohrde

Hauptfeuerwehrmann Hans-Joachim Tomfohrde (93) gebührte die letzte aller Ehrungen. Seit 75 Jahren brennt der Mann aus Wohlerst für das Ehrenamt Feuerwehr. So etwas erlebt Gemeindebrandmeister Heiko Wachlin selten, denn erst ein Mal sei jemand für 80 Jahre Mitgliedschaft gefeiert worden.

Hans-Joachim Tomfohrde (links) erhält von Gemeindebrandmeister Heiko Wachlin (Mitte) seine Mitgliedsurkunde.

Hans-Joachim Tomfohrde (links) erhält von Gemeindebrandmeister Heiko Wachlin (Mitte) seine Mitgliedsurkunde. Foto: Meyer

Unter Standing Ovations begleiteten ihn sein Sohn Dietmar und Enkel Andre nach vorne. Auch sein Urenkel steht bereits in den Startlöchern, Feuerwehrmann zu werden. Nach einem „Dankeschön“ in Richtung der Applaudierenden, sagte er: „Holt jo man noch en beten länger dör as ik!“

Hans-Joachim Tomfohrde (Mitte) wurde für seine 75-jährige Mitgliedschaft geehrt, Gemeindebrandmeister Heiko Wachlin (links), Enkel Andre und Sohn Dietmar Tomfohrde sowie Henning Klensang gratulierten.

Hans-Joachim Tomfohrde (Mitte) wurde für seine 75-jährige Mitgliedschaft geehrt, Gemeindebrandmeister Heiko Wachlin (links), Enkel Andre und Sohn Dietmar Tomfohrde sowie Henning Klensang gratulierten. Foto: Meyer

Werner Wölk aus Reith, Heinrich Gerken aus Ohrensen und Johannes Heins aus Wangersen feierten ihr 70-jähriges Jubiläum.

Neue Feuerwehreinsatzkleidung kostet rund 1,1 Millionen Euro

Die Wehren der Samtgemeinde Harsefeld wurden 2025 zu 346 Einsätzen alarmiert. Fast 1000 aktive und passive Feuerwehrleute gibt es in der Samtgemeinde, davon 676 aktive und insgesamt 11 Mitglieder weniger als im Vorjahr. „Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren konstant geblieben“, zeigte sich Heiko Wachlin aber zufrieden.

Diese jungen Kameradinnen und Kameraden gehören zu den 176 Mitgliedern der bis 27-Jährigen. 305 sind zwischen 28 und 50 und 195 mindestens 50 Jahre alt. 54 Ehrenamtliche engagieren sich in der Jugendfeuerwehr, die Kinderfeuerwehr hat 13 Mitglieder.

Diese jungen Kameradinnen und Kameraden gehören zu den 176 Mitgliedern der bis 27-Jährigen. 305 sind zwischen 28 und 50 und 195 mindestens 50 Jahre alt. 54 Ehrenamtliche engagieren sich in der Jugendfeuerwehr, die Kinderfeuerwehr hat 13 Mitglieder. Foto: Meyer

Neben dem Baustart in Brest freut sich Wachlin 2026 vor allem auf einen neuen Einsatzleitwagen und ein neues Mannschaftstransportfahrzeug für Bargstedt. Zudem bekämen die Wehren neue Einsatzkleidung. Der Samtgemeindeausschuss rechnet mit Kosten von 1,1 Millionen Euro für 750 Sets aus Jacken und Hosen.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel