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Bildung

TMarode Gebäude, wenig Lehrer: Sie sprechen für Tausende Buxtehuder Schüler

Marc Höper (links) und Lennardt Gotthardt setzen sich für die Interessen der Schüler ein.

Marc Höper (links) und Lennardt Gotthardt setzen sich für die Interessen der Schüler ein. Foto: Wisser

Viele Buxtehuder Schulen sind in einem schlechten Zustand. Dass dies öffentlich ist und langsam besser wird, ist auch der Arbeit der Eltern und Schüler zu verdanken.

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Von Karsten Wisser
Donnerstag, 04.12.2025, 09:50 Uhr

Buxtehude. Das Wort Schulkrise hat längst Einzug in den Alltag Buxtehudes gehalten. Gemeint ist damit, dass die Schulgebäude vielerorts sanierungsbedürftig sind und die Unterrichtsversorgung schlecht. Und dass das öffentlich bekannt ist, daran haben zwei Gremien großen Anteil: Der Stadtelternrat und die Vertreter der Schüler haben seit einigen Jahren Missstände an den Schulen der Stadt öffentlich gemacht.

„Wir werden unsere Arbeit fortsetzen“, kündigt Marc Höper (50) an. Er ist für zwei weitere Jahre zum Vorsitzenden des Stadtelternrats gewählt worden. Auch seine Stellvertreterin, die Ratsfrau Katharina Mewes, wurde wiedergewählt. Svenja Weil, Pascale Brassat und Matthias Wolken sind als Beisitzer dabei.

Der neue Stadtelternrat (von links): Svenja Weil (Grundschule Harburger Straße), Pascale Brassat (Grundschule Altkloster), Katharina Mewes, Marc Höer und Matthias Wolken (Grundschule Rotkäppchenweg).

Der neue Stadtelternrat (von links): Svenja Weil (Grundschule Harburger Straße), Pascale Brassat (Grundschule Altkloster), Katharina Mewes, Marc Höer und Matthias Wolken (Grundschule Rotkäppchenweg). Foto: Stadtelternrat

Mewes und Höper vertreten die Eltern auch im städtischen Schulausschuss. Ziel für die nächsten Jahre sei es, sich in der Elternschaft noch besser zu vernetzen und die Einflussmöglichkeiten besser zu nutzen, sagt Höper.

Deshalb sind die Eltern- und Schülervertreter so wichtig

In der öffentlichen Diskussion spielen die Eltern und Schüler in Buxtehude eine größere Rolle als in anderen Kommunen. Sie schildern öffentlich aus eigenem Erleben, wie oft Unterricht ausfällt oder welche Toiletten nicht funktionieren. Besonders an der Hauptschule und an der Realschule gibt es zu wenig Lehrer. Die offiziellen Zahlen, die das Land bereitstellt, stammen aus dem Sommer 2024. Ob sie die Wirklichkeit an den Schulen im Herbst 2025 abbilden, ist fraglich.

Ohne die Informationen aus Elternschaft und Schülern ist die Schule oft ein geschlossenes System. Seit die Situation in Buxtehude offen diskutiert wird, haben Politik und Verwaltung schon einige Maßnahmen angeschoben.

Keine Einzelkämpfer: Schülervertreter wollen gemeinsam agieren

„Wir wollen die Schülervertreter der einzelnen Schulen, aber auch die Schüler insgesamt besser vernetzen“, beschreibt Lennardt Gotthardt (15), neuer Sprecher der Schüler in Buxtehude, seine Zielsetzung für die kommenden beiden Jahre. Seine Vorgänger in dem Job waren meistens Einzelkämpfer ohne Unterstützung aus den Schulen. Die Vertreter der Schüler wollen sich öfter treffen und Events organisieren, bei denen Schüler aus Buxtehude dabei sein können.

Der neue Stadtschülerrat (von links): Lasse Gorgs (IGS Buxtehude), Jan Beele (BBS Buxtehude), Lennardt Gotthardt (Gymnasium Buxtehude Süd) und Sam Follmann (Halepaghen-Schule).

Der neue Stadtschülerrat (von links): Lasse Gorgs (IGS Buxtehude), Jan Beele (BBS Buxtehude), Lennardt Gotthardt (Gymnasium Buxtehude Süd) und Sam Follmann (Halepaghen-Schule). Foto: privat

Neben dem Zustand der Schulen und der Unterrichtsversorgung soll ein Schwerpunkt der Arbeit der beiden Gremien auf der Stärkung der demokratischen Teilhabe und Unterstützung der Schülerschaft im Wahljahr 2026 liegen. „Bei den Kommunalwahlen dürfen Schüler mitmachen, die 16 Jahre alt sind“, sagt Marc Höper. „Wir müssen deshalb unser System und die Möglichkeiten der Teilhabe besser erklären.“ Er könne sich auch ein eigenes Schulfach zum Thema Demokratie und Wahlen vorstellen.

2026 ist das entscheidende Jahr für die Schulen

2026 stehen außerdem zentrale Entscheidungen für die Buxtehuder Schulen an. Im Rahmen des Masterplans Grundschulen steht im ersten Quartal des nächsten Jahres die Entscheidung an, wo eine neue Buxtehuder Grundschule gebaut werden soll.

Vieles spricht aktuell dafür, dass Ottensen ein möglicher Standort ist. In der Folge muss auch entschieden werden, welche der bestehenden Buxtehuder Grundschulen zuerst saniert werden. Die Schulen am Stieglitzweg und in Altkloster sind in einem schlechten Zustand und wohl als erstes dran.

Im kommenden Jahr müssen auch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Hauptschule und die Realschule am Schulzentrum Süd zu einer gemeinsamen Oberschule zusammengehen können. Das ist bekundeter Wille der Schulleitungen und der Ratsmehrheit. Der ursprünglich angedachte offizielle Start nach den Sommerferien ist aber wohl nicht umsetzbar. Unter anderem ist die Mensafrage noch nicht geklärt.

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