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Ermittlungen

TMassenschlägerei in Stade: Erste Hintergründe werden bekannt

Auf dem Sportplatz vor der Halle wird normalerweise nur der Ball gekickt. Doch Freitag kam es dort zu einer Massenschlägerei.

Auf dem Sportplatz vor der Halle wird normalerweise nur der Ball gekickt. Doch Freitag kam es dort zu einer Massenschlägerei. Foto: Richter

Nach einer blutigen Schlägerei vor einer Stader Sporthalle ermittelt die Polizei. Die Moscheegemeinde Bützfleth macht dort seit acht Jahren ein Jugendsport-Angebot. Doch Freitag ging etwas schief.

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Von Anping Richter
14.10.2026, 16:00 Uhr

Stade. Wie berichtet, sollen bis zu 50 junge Männer am Freitagabend vor der Sporthalle hinter den Berufsbildenden Schulen (BBS III) aufeinander losgegangen sein. Viele wurden verletzt, mindestens sechs von ihnen schwer. Die Polizei ermittelt nach wie vor zu den Hintergründen der Massenschlägerei.

Veranstalter des Sportangebots, das von 20 bis 22 Uhr in der Sporthalle hätte stattfinden sollen, ist die Moscheegemeinde Bützfleth (Ulu Camii Bützfleth e. V.). Wie deren Gemeindevorsteher Atil Aras erklärt, läuft das Jugendsportangebot in der Halle schon seit acht Jahren: „In all den Jahren gab es noch nie Ärger.“

Vorsteher der Moschee schildert die Ereignisse

Atil Aras ist zurzeit in der Türkei im Urlaub, wurde von Gemeindemitgliedern aber ausführlich über die Vorfälle und die Schlägerei informiert. Danach schildert er die Ereignisse so:

Der Mann, der die Schlüsselgewalt für die Halle hat, war an diesem Abend verhindert. Er übergab zwei jungen Leuten aus der Gruppe die Schlüssel und wollte später dazukommen, um nach dem Rechten zu sehen und wieder abzuschließen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Der Streit: Bützfleth gegen Altländer Viertel

Denn eine andere Gruppe von jungen Männern kam dazu und wollte mitspielen. Das wurde ihnen von den Sportlern der Moscheegemeinde aber nicht gestattet. „Bei uns können nur Mitglieder des Moscheevereins teilnehmen. Sonst sind sie nicht versichert und wir können die Verantwortung nicht übernehmen“, erklärt Aras. Die jungen Männer, die an diesem Abend plötzlich mitmachen wollten, seien nicht aus Bützfleth, sondern aus dem Altländer Viertel und sie seien nicht Mitglieder der Bützflether Moscheegemeinde.

Die Sporthalle wird seit acht Jahren von einer Jugendsportgruppe der Moscheegemeinde Bützfleth genutzt - bisher ohne Probleme.

Die Sporthalle wird seit acht Jahren von einer Jugendsportgruppe der Moscheegemeinde Bützfleth genutzt - bisher ohne Probleme. Foto: Richter

Die Hallenaufsicht verwies sie der Halle. Daraufhin brach Streit aus. Der sei extrem eskaliert, als die jungen Leute aus dem Altländer Viertel telefonisch Verstärkung aus ihrer Verwandtschaft herbeiriefen, die dann auch mitmischte, sagt Aras. Dass der Schlüsselverantwortliche nicht selbst vor Ort war, sei misslich, aber kein Grund für die Eskalation. Die jungen Leute aus seiner Gemeinde seien immer friedlich gewesen. Er sieht sie eher in der Opferrolle.

Seiner Meinung nach ging der Streit von den jungen Leuten aus dem Altländer Viertel aus. Er weist darauf hin, dass es in diesem Quartier in der Vergangenheit mehrfach zu Massenschlägereien kam.

„Wer bringt denn Messer, Schlagstöcke und Pfefferspray zum Sport mit?“, fragt Gemeindevorsteher Aras. „Ich werde noch herausfinden, wer das war und was das soll“, sagt er. „Es gibt Leute, die nur darauf warten, über Muslime etwas Negatives sagen zu können.“ Diejenigen, die zu der Gewalteskalation beitrugen, hätten den Muslimen und damit auch sich selbst keinen Gefallen getan: „Das tut mir weh.“

Tatsächlich will der Landkreis Stade, der Träger der Sporthalle ist, dem Moscheeverein künftig keine Hallenzeit mehr geben, wie Pressesprecher Daniel Beneke mitteilt.

Hintergründe: Vieles liegt noch im Dunkeln

Andere Beteiligte konnte das TAGEBLATT nicht um eine Stellungnahme bitten - mangels Informationen. Laut Sprecher Daniel Kraus von der Polizeiinspektion Stade wertet die Polizei die Aussagen von Zeugen und Beteiligten derzeit aus. Es gebe noch keine spruchreifen neuen Erkenntnisse.

Fest steht, dass jemand in der Sporthalle Pfefferspray versprühte, weshalb alle die Halle verlassen mussten. Auf dem Sportfeld draußen, das sonst zum Kicken und für Basketball benutzt wird, kam es dann zu der großen Schlägerei. Mehrere Opfer waren blutüberströmt. Ob außer Schlaggegenständen und Pfefferspray auch Messer oder Schusswaffen benutzt wurden, steht bisher nicht fest.

Die Verletzten wurden in mehrere Krankenhäuser eingeliefert, andere begaben sich selbst dorthin. Vorsichtshalber hatte die Polizei Streifen zu den Elbe Kliniken Stade und Buxtehude geschickt, um möglichen weiteren Auseinandersetzungen dort vorzubeugen. Doch der Rest der Nacht verlief friedlich.

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