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TMaurer, Bäcker, Nachtschichtler: Das halten sie von den späten WM-Spielen

Fans verfolgen das Spiel der deutschen Mannschaft, aber die späten Anstoßzeiten sind für viele auch ein Problem.

Fans verfolgen das Spiel der deutschen Mannschaft, aber die späten Anstoßzeiten sind für viele auch ein Problem. Foto: Thomas Frey/dpa

Die WM-Stimmung steigt. Die späten Anstoßzeiten sind aber eine Herausforderung für viele Fans im Kreis Stade. Oder? Das TAGEBLATT hat sich in zwei Vereinen umgehört.

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Von Moritz Studer,
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Von Jan Bröhan
25.06.2026, 11:55 Uhr

Landkreis. Die deutsche Nationalmannschaft überzeugt bisher und macht Lust auf mehr. Selbst anfängliche Skeptiker unter den Fußballfans wollen die Spiele in den USA sehen.

Die Anstoßzeiten sind durch die Zeitverschiebung nicht mal eben so zu realisieren als Berufstätiger. Am Donnerstag spielt Deutschland um 22 Uhr. Im Sechzehntelfinale ist am kommenden Montag gar erst um 22.30 Uhr Anstoß.

So sehen das Fußballfans. Das TAGEBLATT fragte beim ASC Cranz-Estebrügge und den VSV Hedendorf/Neukloster nach.

Zwei Estebrügger müssen sogar auf Deutschland verzichten

Nils Barrasch.

Nils Barrasch. Foto: FuPa

Nils Barrasch, der zuletzt mit dem entscheidenden Elfmeter die zweite ASC-Mannschaft zum Plaketten-Sieg geschossen hat, ist genervt. „Die Anstoßzeiten sind totale Grütze“, sagt er, „ich gucke kaum, vielleicht mal am Wochenende.“ Barrasch arbeitet bei einer Spedition und macht auch Fernfahrten. „Das ist einfach zu spät, wenn man um 4 oder 5 Uhr wieder aufstehen muss.“

Björn Winzer.

Björn Winzer. Foto: FuPa

Björn Winzer verfolgt nur die „wirklich interessanten Partien“ am frühen oder späten Abend. Die Deutschland-Spiele gehören natürlich dazu. Als Lehramtsanwärter an einer Grundschule sind alle anderen Spiele keine Option, durch die wechselnden Anstoßzeiten könne man zudem keinen WM-Rhythmus wie sonst entwickeln.

Fynn Meyer.

Fynn Meyer. Foto: FuPa

Fynn Meyer wird als Maurermeister selbst bei den Deutschlandspielen ausgebremst. „Die ersten beiden Spiele habe ich geguckt, das jetzige und die K.o.-Spiele gucke ich nicht“, sagt er, „die Anstoßzeiten sind eindeutig zu spät.“ So habe er auch keine WM-Stimmung.

Sven Hubert.

Sven Hubert. Foto: FuPa

Trainer Sven Hubert guckt „explizit nur die Deutschland-Spiele“. Ansonsten kann er durch die späten und wechselnden Anstoßzeiten mit der WM wenig anfangen. „Man kann sich nicht mal mit Freunden treffen und sagen, wir gucken zwei Spiele am Stück“, sagt er. Zudem nerve ihn, dass vieles bei Magenta TV läuft.

Kevin Hahn.

Kevin Hahn. Foto: FuPa

Teammanager Kevin Hahn kann bei Airbus keine Spiele gucken. Es gebe sicherlich Abteilungen, wo das gemacht wird, aber dann muss ausgestempelt werden. Für das jetzige Deutschland-Spiel gegen Ecuador hat er sich deshalb freigenommen. „Ich hätte sonst Nachtschicht gehabt.“

Henrik Kulcke.

Henrik Kulcke. Foto: FuPa

Henrik Kulcke als Student könnte zwar auch die späteren Abendspiele um 22 Uhr gucken, wie er sagt, aber die eher „mäßigen“ Gruppenspiele interessieren ihn nicht. „Da nimmt man sich lieber was anderes vor.“ Wenn später die großen Nationen aufeinandertreffen, werde das bestimmt anders. Die Deutschland-Spiele guckt er aber.

Hedendorfer können sich mit der Arbeit arrangieren

Nils Ahrens.

Nils Ahrens. Foto: FuPa

Nils Ahrens, Co-Trainer der Kreisliga-Mannschaft, findet es „ein bisschen schade, dass tagsüber keine Spiele laufen, sondern 80 Prozent nachts stattfinden“. Der 30-Jährige arbeitet als Mediengestalter Bild & Ton beim NDR. Auch wenn die Spielzusammenfassungen von den Kollegen vom WDR geschnitten werden, ist die WM selbstredend Dauerthema im Büro.

Seine Arbeitswoche setzt sich aus unterschiedlichen Schichten zusammen und kennt nicht das klassische Wochenende. „Nach dem späten Spiel am Samstagabend am nächsten Tag um 8 Uhr zu arbeiten, war schon doof - dafür hatte ich im Frühdienst die Möglichkeit, die Spiele am Morgen live zu verfolgen.“

Mirco Detje.

Mirco Detje. Foto: FuPa

Mirco Detje hat beim letzten Gruppenspiel der DFB-Auswahl Nachtschicht. Wenn die Arbeit es zulässt, wirft er einen Blick auf sein Tablet, für das er extra noch ein Magenta-Abo abgeschlossen hat. Er vermutet aber, dass das Interesse groß ist. „Ich denke, dass einige das Spiel schauen wollen und wir einen Fernseher aufbauen“, sagt der 32-Jährige, der im Dreischichtbetrieb als Industriemechaniker arbeitet. „Wenn wir in der Nachtschicht nicht viele Störungen haben, bekommen wir von den Spielen schon viel mit.“

Jochen Dietz.

Jochen Dietz. Foto: FuPa

Für Jochen Dietz passt es ganz gut, dass er die ersten Wochen der WM im Urlaub auf Sardinien erlebt. Gleichzeitig weiß der Juniorchef der Bäckerei Dietz, dass die WM auch den Arbeitsalltag in der Backstube in Hedendorf beherrscht. „Die Jungs haben sich einen Fernseher aufgebaut, damit sie die Nachtspiele schauen können“, verrät der 30-Jährige, dessen Schlafrhythmus auf die WM auch nach seinem Urlaub bestens vorbereitet ist. „Wenn wir mit unserer Mannschaft abends trainieren oder Freitagabendspiele haben, fahre ich auch meistens direkt zur Arbeit und das funktioniert schließlich auch über das restliche Jahr.“

Björn Stobbe.

Björn Stobbe. Foto: FuPa

Bezirksliga-Trainer Björn Stobbe konzentriert sich auf die Spiele der deutschen Nationalmannschaft. Alle anderen Partien nach 22 Uhr lässt der Außendienstler bei Eisen Trabandt aus, was ihm die Freude an der WM aber keinesfalls nimmt. „Meine WM-Stimmung hat sich glücklicherweise positiv geändert“, sagt der 51-Jährige, der auf ein starkes Turnier Deutschlands hofft. „Zum Finale sind wir auf dem Weg in den Urlaub – beim Maximum werden wir wohl spontan einen Plan B entwickeln.“

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