TMillionen-Sanierung: Was sich im Hemmoorer Hallenbad „Ostewelle“ ändert
Das Bad „Ostewelle“ ist in Hemmoor vorwiegend auf den Sport und üblichen Schwimmbetrieb ausgelegt. Ein „Spaßbad“ ist an der Oste niemals eine Option gewesen. Foto: Christoph Soeder/dpa
Das Hemmoorer Hallenbad ist der krasse Gegensatz zu einem Spaßbad. Doch die „Ostewelle“ ist in die Jahre gekommen - und muss nun aufwändig saniert werden.
Hemmoor. Es ist ein Schwimmbad ohne große Schnörkel. Ein Hallenbad, in dem der Schwimmsport und die Gewöhnung von Kindern ans Wasser und Schwimmen im Mittelpunkt stehen. Ein Schwimmbad ohne Riesenrutsche und anderes Gedöns. Die Rede ist von der Hemmoorer „Ostewelle“. Über fünf Jahrzehnte gibt es das Bad - und das hinterlässt Spuren. Jetzt rollt die nächste Sanierungswelle an. Die Vorbereitungen für eine notwendige Modernisierung laufen.
Gegenüber des Jobcenters in Hemmoor (vorne) befindet sich das Bad "Ostewelle". Dort stehen verschiedene Sanierungsmaßnahmen an. Foto: Egbert Schröder
Vier Millionen Mark - was sich heute wie ein Spottpreis für den Bau eines Schwimmbades anhört -, war 1975 die Summe für eines „der größten Projekte seiner Zeit“. So hatte der amtierende Hemmoorer Verwaltungschef Jan Tiedemann die Bedeutung und Dimension des Hemmoorer Schwimmbades für die Oste-Region beim Jubiläum im vergangenen Jahr bezeichnet. Die Kosten hätten damals aber schon für reichlich Diskussionen in der Politik gesorgt.
Immer standen die Schwimmer im Fokus
Fünf Jahrzehnte sind eine lange Zeit, doch die konzeptionelle Ausrichtung habe sich nicht gravierend geändert. Es sei von Beginn an ein Sportbad gewesen, bei dem die Schwimmerinnen und Schwimmer ihre Bahnen ziehen konnten und Kinder an das nasse Element herangeführt worden seien.
Blaulicht
T Ungewöhnlicher Alarm am Kreidesee Hemmoor
Eine dieser Schwimmerinnen war übrigens Dorothea Brandt: Sie ist 28-malige Deutsche Meisterin auf verschiedenen Streckenlängen, holte auf europäischer Ebene bei Meisterschaften etliche Titel und Podestplätze und nahm in Athen und Rio de Janeiro an den Olympischen Spielen teil. Den Grundstein für ihre Karriere legte die heute 42-Jährige als Jugendliche bei der Schwimmabteilung des TSV Eiche Warstade.
Olympiateilnehmerin zog ihre Bahnen
Die Zeiten, in denen Dorothea Brandt in das Hemmoorer Schwimmbecken sprang, sind längst vorbei. Seitdem hat sich viel getan in dem heute als „Ostewelle“ bezeichneten Schwimmbad. Bei einer solchen Einrichtung stehen natürlich jährlich notwendige Unterhaltungsarbeiten an, doch irgendwann reicht die Kosmetik nicht mehr aus.
Es gab immer wieder technische Modernisierungen. So auch vor rund 15 Jahren, als insbesondere eine energetische Modernisierung auf den Weg gebracht worden war. Dabei waren unter anderem die Außenhülle des Gebäudes ausgetauscht, die völlig veralteten Heizelemente ersetzt und weitere Maßnahmen ergriffen worden. Das Land Niedersachsen förderte das Vorhaben und bezeichnete es als ein energetisches „Leuchtturmprojekt“.
Doch zehn Jahre später klingelten wieder die Bauarbeiter an der Eingangstür der „Ostewelle“. Monatelang und mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro standen weitere notwendige Investitionen an - und der Badebetrieb still. Dabei ging es vorwiegend um die Lüftungsanlage, den Fliesenaustausch und die Bewehrung des zentralen Schwimmbeckens.
Das undichte Dach ist ein Dauerproblem
Fünf Jahre später steht die nächste Sanierung bevor. Finanzmittel in einer Größenordnung von rund 1,3 Millionen Euro hat der Hemmoorer Samtgemeinderat für 2026 und 2027 bereits in der Haushaltsplanung verankert. Dabei steht unter anderem neben dem Dauerproblem - das Dach ist teilweise undicht - auch die Erneuerung des Toilettenbereiches des Schwimmbades auf der Agenda. Zurzeit ist ein Planer damit beschäftigt, die Arbeiten zu koordinieren.
Wann es zu einer ersten baubedingten Sperrung des Badbetriebes kommt, ist nicht absehbar. Sie wäre temporär, aber nicht vermeidbar. Frühestens 2027 dürfte es soweit sein.
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