TMillionenumsätze: So stärkt der Tourismus die Wirtschaft in Stade
Ein Klassiker aus dem Gästeangebot: Führungen durch das historische Stade. Foto: SMTG/Winz
Der Tourismus in Stade entwickelt sich immer mehr zu einer festen Wirtschaftsgröße. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Die Zahlen sprechen für sich.
Stade. Bei der Stade Marketing und Tourismus GmbH (SMTG), eine hundertprozentige Tochter der Stadt, herrscht beim Blick zurück auf das abgelaufene Jahr allenthalben Zufriedenheit. „Es geht die ganzen Jahre nur aufwärts“, sagt Stades Tourismuschef Frank Tinnemeyer. „Der Tourismus ist ein starker Wirtschaftsfaktor“, ergänzt Dr. Andreas Schäfer, Geschäftsführer der SMTG. Dabei waren die Voraussetzungen zuletzt gar nicht so prickelnd.
Städtetourismus im Wandel - Stade profitiert
Die Corona-Zeit legte den Tourismus komplett lahm. Anschließend kamen immer weniger Busse mit Tagesgästen, einst der sprudelnde Quell des Fremdenverkehrs in Stade. Das Verhalten der Besucherinnen und Besucher hat sich verändert, viele bleiben länger. Die Stadt profitiert davon.
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Eine aktuelle Studie weist beeindruckende Zahlen aus: Sie kommt durch Tagestouristen, Gruppen- und Individualreisende und auch durch Wohnmobilisten auf 3,2 Millionen Aufenthaltstage und gut 280.000 Übernachtungen im Jahr 2024. Mehr als 1860 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Die Gäste sorgen für Millionenumsätze, von denen Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister profitieren.

Ein Schwerpunkt für den Stader Tourismus: mit dem Rad die Umgebung erkunden. Foto: SMTG/Boldt
Das geht aus einer aktuellen Analyse des DWIF (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr) hervor, die in Kooperation mit dem Tourismusverband Landkreis Stade/Elbe erstellt wurde. Stade Marketing hat zusätzlich eine Teilstudie des DWIF für die Hansestadt in Auftrag gegeben.
Tourismus generiert Umsatz von 120 Millionen Euro
Die Studie zeige, dass der Tourismus eine klassische Querschnittsbranche sei, von der viele Branchen profitierten, heißt es in der Auswertung der SMTG. Der Tourismus, so das Fazit, sei im gesamten Landkreis und in der Hansestadt Stade von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Wesentlichen Anteil daran hätten allein für Stade die hohen Bruttoumsätze aus dem Tourismus mit 121,2 Millionen Euro.

Maritimer Tourismus zieht: hier der Tidenkieker auf der Elbe. Foto: SMTG/Mattern
56,3 Millionen Euro entfielen auf das Gastgewerbe, gefolgt vom Einzelhandel mit 41,1 Millionen und Dienstleistungen (23,8 Millionen). Der Anteil aus dem Tagesausflugsvolumen an diesen Gesamtumsätzen liege bei 65,7 Prozent, also bei zwei Dritteln. Tagesgäste gäben im Schnitt 29,50 Euro aus bei ihrem Besuch, Übernachtungsgäste, die in gewerblichen Betrieben schlafen, durchschnittlich 141,20 Euro pro Tag.
Die Branche leiste mit 11,4 Millionen Euro aus Mehrwert- und Einkommensteuer einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung des öffentlichen Haushalts und sei ein Jobmotor, der vielen Menschen unterschiedlicher Berufsqualifikationen Einkommensmöglichkeiten biete. Die touristische Wertschöpfung von 55,6 Millionen Euro sichere vor Ort umgerechnet 1864 Arbeitsplätze, die ein durchschnittliches Jahreseinkommen von knapp 30.000 Euro erzielten.
Studie: Tourismus stärkt die regionale Identität
Aufgrund dieser Faktoren, so die Erläuterungen, lohnten sich Investitionen von Kommunen und Unternehmen in den Tourismus, konkret in Infrastruktur, Produkte und die touristische Vermarktung. Der Tourismus sei für Stade weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor. Er präge das Stadtbild, stärke die regionale Identität und steigere die Lebensqualität für Einheimische und Gäste gleichermaßen.
Das soll möglichst so bleiben. Zuversichtlich blickt Frank Tinnemeyer in die Zukunft: „Der Tourismus in Stade hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt, ich bin sehr optimistisch, dass es so weitergeht.“ Sein Chef Andreas Schäfer sagt: „Die Zahlen sind genial, da können wir uns mal selbst auf die Schulter klopfen.“
Im Vergleich zu den Studienergebnissen 2013 habe sich der Umsatz in den Übernachtungsbetrieben um knapp 50 Prozent und aus dem Tagestourismus um fast 55 Prozent gesteigert. Die touristische Wertschöpfung sei um 57,5 Prozent gewachsen.
Kick-off-Veranstaltung für alle in der Seminarturnhalle
Im Vergleich zu vielen anderen Destinationen und zum Vor-Corona-Jahr 2019 seien die Zahlen deutlich gestiegen. Die Übernachtungszahlen wuchsen seit 2013 um 23,6 Prozent und im Vergleich zu 2019 noch mal um 12,1 Prozent.
Die Studie mit vielen interessanten Zahlen und Entwicklungen wird am Montag, 12. Januar, von 18 Uhr an während eines „Neujahrs-Kick-Off Stade 2030“ zusammen mit weiteren Themen in der Seminarturnhalle der Öffentlichkeit vorgestellt. Um Anmeldungen wird gebeten bis Mittwoch, 7. Januar, per E-Mail an veranstaltungen@stade-tourismus.de.
Ein weiterer Bericht über die Zukunft des Stader Tourismus erscheint in den kommenden Tagen im TAGEBLATT und bei TAGEBLATT online.
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