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TMinister unter Strom: Wie ein Grüner der Dow in Stade helfen will

Minister bei der Dow (von links): Amalien Meyer und Karin Aval von den Stader Grünen, Dr. Magnus Buhlert und Christian Meyer aus dem Umweltministerium sowie die Dow-Manager Jörg Schmitz und Olaf Stüven.

Minister bei der Dow (von links): Amalien Meyer und Karin Aval von den Stader Grünen, Dr. Magnus Buhlert und Christian Meyer aus dem Umweltministerium sowie die Dow-Manager Jörg Schmitz und Olaf Stüven. Foto: Strüning

Ein grüner Umweltminister bei der Dow, ist das nicht ein Widerspruch? Nein, sagt Christian Meyer während seiner Sommerreise im Chemiepark Stade und gibt gleich mehrere Gründe an.

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Von Lars Strüning
08.07.2026, 14:05 Uhr

Stade. Christian Meyer ist nicht nur Umweltminister der rot-grünen Landesregierung, sondern er ist auch für Energie und Klimaschutz in Niedersachsen zuständig.

Damit ist das Thema seines Besuchs skizziert: die hohen Stromkosten für einen energieintensiven Betrieb wie die Dow, die zu den größten Stromverbrauchern der Republik gehört.

Meyer: Strom soll nur noch die Hälfte kosten

„Der Strom in Deutschland ist zu teuer“, sagt Meyer in einem Pressegespräch nach seinem Besuch bei der Dow. Damit wird er nicht nur bei der Dow, sondern generell bei Unternehmen und Verbrauchern Zustimmung ernten. Er legt noch einen drauf:

„Der Strompreis muss auf die Hälfte reduziert werden.“ Das müsse langfristig geschehen, um den Unternehmen Planungssicherheit für ihre Investitionen zu geben. Doch wie?

Meyer sieht vor allem den Bund in der Pflicht, das kann er als Landesminister auch leicht fordern. Im Bundesrat mache er dafür Stimmung mit Kollegen aus den anderen Bundesländern. Die Stromsteuer müsse abgeschafft, der Netzausbau vorangetrieben, die Netzentgelte reduziert werden. Klingt gut. Wie die dadurch entstehende Lücke im Haushalt geflickt werden soll, sagt er nicht. Er hat noch weitere Forderungen.

Erneuerbare Energien ausbauen, nicht ausbremsen

Statt den Ausbau der erneuerbaren Energien wie Solar- und Windstrom zu bremsen, müsse er forciert werden. Meyer: „Wir brauchen endlich Verlässlichkeit statt eines Ausbremsens der kostengünstigen erneuerbaren Energien.“ Das Land Niedersachsen setze zum Beispiel auf die zügige Genehmigung zum Bau von neuen Windkrafträdern.

Visite bei der Dow (von links): Dr. Magnus Buhlert, Jörg Schmitz, Christian Meyer, Yvonne Franken, Olaf Stüven und Frank Gubbels.

Visite bei der Dow (von links): Dr. Magnus Buhlert, Jörg Schmitz, Christian Meyer, Yvonne Franken, Olaf Stüven und Frank Gubbels.

Überschüssiger Strom, der bei windigen Wetterlagen nicht genutzt werde, müsse eingespeist werden in neue, große Batteriespeicher oder zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden. Damit könnte auch der Dekarbonisierung der industriellen Produktion, wie bei der Dow, entgegengekommen werden.

Für die Dow wichtig: Sie soll Ende 2028 an das neue bundesweite Wasserstoffnetz angeschlossen werden. Ihr Vorteil auch: Ein großes Umspannwerk für grünen Strom von der Nordsee steht im Chemiepark.

Grüner Minister will „pragmatische Lösungen“

In diesem Zusammenhang kritisiert Meyer die hohen Hürden, Wasserstoff grün zu nennen. Bei diesem Thema muss er bei der EU vorsprechen. Meyer, einst eher der Hardliner grüner Ideen: „Wir brauchen pragmatische Lösungen.“

Denn: „Ich will die Industrie hier haben und nicht irgendwo anders.“ Dazu gehöre auch, dass EU und Bund bei den neuen Emissionsschutzrichtlinien nicht überziehen. Und das sagt ein grüner Minister.

Der Bau des Anlegers für verflüssigte Gase in Stade-Bützfleth sei ein Beispiel. Hier könnten später, nach der LNG-Ära, auch grüne Wasserstoffderivate angelandet werden. Das große LNG-Terminal, das für eine gute Milliarde Euro gerade im Bau ist, sei ein weiterer Schritt, Industrie zu halten und Dekarbonisierung perspektivisch voranzutreiben. Die Dow selbst, so ihre Manager, setzen auf einen Mix der Technologien, wollen Stand heute (noch) nichts ausschließen.

Wichtig für Meyer: der ständige Dialog mit den Unternehmen, so wie während seiner Sommerreise zur Dow. Meyer strebt gar einen „Pakt mit der Industrie“ an, um die hier skizzierten Themen gemeinsam zu bearbeiten. Ziel müsse sein: Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zurückzufahren und gleichzeitig die Jobs zu sichern.

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