TMit „Freundlichkeit und Deutlichkeit“ den BSV zum Klassenerhalt geführt
Isabelle Dölle wollte nicht weinen - konnte die Tränen aber nicht unterdrücken. Foto: Iso Jürgens
Der BSV feiert im letzten Heimspiel einen unterhaltsamen Sieg. Eine nervenaufreibende Saison endet versöhnlich. Einer von vielen Abschieden ist tränenreich.
Buxtehude. 1265 Zuschauer wollten das letzte Heimspiel der Saison in der Halle Nord sehen. Sie bekamen einen unterhaltsamen 32:30-Sieg des Buxtehuder SV gegen Frisch Auf Göppingen geboten. Beide Teams hatten den Klassenerhalt schon gesichert. Der BSV kann nach einer verkorksten Saison mit einem Auswärtssieg beim BSV Sachsen Zwickau (So., 15 Uhr) sogar noch den siebten Tabellenplatz erobern.
Handball-Bundesliga
T Der BSV lässt eine verkorkste Saison versöhnlich ausklingen
Trainer Nicolaj Andersson bekam seinen verdienten Abschied, er hat sich nach der Übernahme von Dirk Leun in prekärer Situation in die Herzen des BSV gecoacht. „Du hast uns den Spaß am Handball zurückgebracht“, sagte die ebenso scheidende Kapitänin Teresa von Prittwitz bei der großen Abschiedszeremonie.
„Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft und dankbar für die Zeit hier. Für uns bedeutete die Situation viel Arbeit und was die Mannschaft Woche für Woche investiert hat, dafür hat sie sich auch heute wieder belohnt“, sagte Andersson.

Nicolaj Andersson hat seine Mission als Übergangstrainer erfüllt. Foto: Iso Jürgens
Die abstiegsbedrohte und lange verunsicherte Mannschaft gehe mittlerweile besser mit Rückschlägen im Spiel um und denke von Angriff zu Angriff. „Es war eine kurze, aber sehr intensive Zeit und ich möchte mich bei allen bedanken, die mir die Arbeit mit diesem Team ermöglicht haben. Vor diesem Publikum spielen zu dürfen, ist etwas Besonderes“, sagte Andersson nach dem letzten Heimspiel.
Leun-Nachfolger erfüllt die Mission
Seit 1989 ist der BSV erstklassig. Dirk Leun war seit 2008 der Erfolgstrainer und ewige Talenteförderer. Nun konnte er einen Umbruch nicht meistern. Nach einer Niederlagenserie und nur 2:14 Punkten, zog Manager Peter Prior die Reißleine und holte Andersson.

Abgänge die den BSV schmerzen: Levke Kretschmann, Jolina Huhnstock, Teresa von Prittwitz, Isabelle Dölle, Annie Linder sowie der lieb gewonnene Interimstrainer Nicolaj Andersson (von links). Foto: Iso Jürgens
Sofort griff die Maßnahme nicht, auch der Neue musste mit dem BSV fünf weitere Pleiten verdauen. „Du hattest aber einen klaren Plan und die Chemie mit der Mannschaft hat gestimmt“, sagte Prior bei seiner Abschiedsrede. Andersson habe „neuen Wind“ gebracht. Mit dann 15:9 Punkten, in den Play-offs 7:1, kam der nötige Erfolg zurück. „Mit Freundlichkeit und Deutlichkeit“, so Prior, vermittele Andersson seinem Team die Inhalte.
BSV muss viele Leistungsträgerinnen verabschieden
Torhüterin Annie Linder kam während der Saison - und war sofort die erhoffte Verstärkung. Auch im letzten Heimspiel zeigte sie einige starke Paraden. Sie zieht es nach Neckarsulm.
Mit Levke Kretschmann, Jolina Huhnstock und Teresa von Prittwitz wechseln gleich drei Leistungsträgerinnen zum Thüringer HC. Das schmerzt. Von Prittwitz, Kapitänin und seit 2015 im Verein, wurde mit warmen Worten verabschiedet.
Am schwersten fiel der Abschied aber Isabelle Dölle und ihr letzter Auftritt in der Halle Nord wurde auch gebührend mit vielen Videobotschaften geehrt.
„Ich hatte mir fest vorgenommen, dass ich keine Tränen vergieße - das konnte ich schon beim Einlaufen vergessen“, erzählte Dölle nach dem Spiel, in dem sie ihre Stärken noch einmal auf die Platte gebracht hatte.
Auch während ihrer Rede konnte sie die Tränen nicht unterdrücken und ihre Stimme stockte immer wieder mal. Der BSV sei für sie Familie, hier habe sie auch ihren zukünftigen Mann Dominik Axmann kennengelernt.
Dölle beendet aus privaten wie beruflichen Gründen ihre Karriere. Die 27-Jährige, seit 2018 im Verein, zählt mit fast 700 Toren zu den erfolgreichsten Schützinnen des BSV.
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