TMit Millionen vom Land: IGS Stade spart künftig viel Energie und Geld
Symbolische Scheckübergabe (von links): Bürgermeisterin Daniela Oswald, Minister Christian Meyer, Landtagsabgeordnete Corinna Lange, Stadtrat Carsten Brokelmann und Schulleiter Jörg Moser-Kollenda. Foto: Strüning
Die Integrierte Gesamtschule am Hohenwedel in Stade wird für 4,3 Millionen Euro energetisch saniert. Das Projekt überzeugte das Land. Es schießt zwei Millionen Euro dazu.
Stade. Nach und nach will die Stadt Stade den Appetit der großen Energiefresser zügeln. Zum Beispiel den der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Hohenwedel. Hier unterrichten 110 Lehrerinnen und Lehrer etwa 1000 Schülerinnen und Schüler - in zum Teil über 60 Jahre alten Gebäuden.
Schule auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern
Die IGS selbst gibt es seit gut 15 Jahren. „Eine Schule für alle Kinder“ sei die IGS, sagte deren Schulleiter Jörg Moser-Kollenda während des Besuchs von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) am Montagnachmittag. Der hatte eine wichtige Nachricht zu überbringen.
Stadtentwicklung
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Das Land Niedersachsen schustert der Stadt als Betreiber der IGS zwei Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln zu für die energetische Sanierung des weitläufigen Komplexes. Das Grundstück ist 40.000 Quadratmeter groß - ohne Sportplatz. Die beiden Schulhöfe dehnen sich auf jeweils 12.000 Quadratmeter aus und die Gebäude bieten 16.000 Quadratmeter Fläche. Die müssen bisher kostspielig beheizt werden. Das wird sich ändern.
Die Schule soll nach der energetischen Sanierung 77 Prozent weniger fossile Energie verbrauchen als bisher. Da kommen im Jahr 370 Tonnen weniger CO2 zusammen, hat die Stadt errechnet. Das überzeugte auch den Minister.
Umweltministerium verteilt 100 Millionen Euro
Sein Ministerium hatte 100 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung. Einzelne Projekte, ob an öffentlichen Gebäuden, in Vereinshäusern oder aus der privaten Wirtschaft, wurden maximal mit zwei Millionen Euro finanziert. Stade bekommt also die volle Förderung. Damit lohnt sich die Investition umso mehr.
Nach bisherigen Rechnungen wird die IGS in Zukunft pro Jahr 300.000 Euro an Gas und Strom sparen. Bei den derzeit steigenden Energiepreisen wird diese Summe wohl höher ausfallen. Wie bekommen Stadt und Schule das hin?
„Wenn man sich so was vornimmt, muss man auch Geld in die Hand nehmen“, sagte Stadtrat Carsten Brokelmann, zuständig für Bildung und Finanzen. Zentrale Maßnahme ist der Bau eines Blockheizkraftwerks, das mit Holzhackschnitzeln gespeist wird. Der Clou: Diese stammen von den Kommunalen Betrieben Stade (Bauhof), der das Material aus gefällten Bäumen und Holzschnitt im Stadtgebiet liefert. Das blieb von der Stadt bisher ungenutzt.
Photovoltaik, neue Fenster und sanierte Fassaden
Auf dem Dach der Sporthalle wird eine großflächige Photovoltaikanlage installiert. Eine Speicherbatterie ist vorgesehen. Zudem werden Fenster ausgetauscht und Fassaden saniert, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Die Maßnahme schont also die Umwelt und das Stadtsäckel. „Ein großes Projekt für eine Stadt mit langfristiger Wirkung“, sagte Minister Meyer. Er dankte der Stadt für ihren Mut.
Die IGS ist derzeit das größte Projekt in Sachen Energieeffizienz in der Stadt. Weitere Gebäude sollen folgen, kündigte Brokelmann an. Im Zwei-Jahres-Rhythmus sollen größere Maßnahmen in Angriff genommen werden. Die Pestalozzi- und Burggraben-Grundschulen stehen ganz oben auf der Liste, eventuell gefolgt von der Realschule Camper Höhe.
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