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Verkehrskontrollen

TBlitzer vor der eigenen Haustür? Das ist im Kreis Stade möglich

Drei mobile Blitzer gibt es im Kreis Stade. Dazu kommen zwölf feste Blitzer.

Drei mobile Blitzer gibt es im Kreis Stade. Dazu kommen zwölf feste Blitzer. Foto: Mangels

„Guten Tag, ich hätte gerne einen Blitzer vor meinem Haus“: Was etwas abwegig klingt, ist beim Kreis Stade tatsächlich möglich. Wie das genau geht, lesen Sie hier.

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Von Birger Hamann
09.10.2026, 05:30 Uhr

Landkreis. Anette, Tina und Zarina: Das sind die Namen des mobilen Blitzer-Trios im Landkreis Stade. Immer wieder stehen sie woanders – und bringen so manchen Autofahrer zur Weißglut. Die Standorte werden in Abstimmung mit der Polizei festgelegt – und die Bürger können tatsächlich ein Wörtchen mitreden.

Fast jede Woche kommen Hinweise der Bürger

„Wir bekommen immer wieder direkt Hinweise von Anwohnerinnen und Anwohnern, die sich über Raserei beschweren“, antwortet Landkreis-Sprecher Daniel Beneke auf eine TAGEBLATT-Anfrage. Hin und wieder kämen Anrufe, E-Mails hingegen oft. „Es vergeht kaum eine Woche, in der wir keine Hinweise bekommen“, so Beneke. Manchmal landeten diese auch bei den Gemeinden, die sich dann entweder direkt oder im Rahmen der Verkehrsschau beim Landkreis melden.

Aber: Werden die Hinweise aus der Bevölkerung überhaupt berücksichtigt? „Aber ja“, versichert Beneke. Das Straßenverkehrsamt prüfe sie und greife die vorgeschlagenen Standorte, wenn möglich, auf.

„Bisweilen werden vorher Langzeitmessungen mit der sogenannten Big-Box erhoben“, so Beneke. Mit dem grauen Kasten können Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeiten statistisch erfasst werden.

„Hängt er zum Beispiel eine Woche an einem Laternenmast, lässt sich in der Datenauswertung erkennen, ob regelmäßig oder nur in Ausnahmefällen an der Stelle zu schnell gefahren wird“, erklärt Beneke.

Monatliche Abstimmung zwischen Landkreis und Polizei

Dieses Prozedere wird auch angewandt, wenn Kommunen im Rahmen der Verkehrsschau beantragen, die zulässige Höchstgeschwindigkeit in einem Bereich zu reduzieren. Welche Standorte bei diesen Langzeitmessungen berücksichtigt werden, wird gemeinsam mit der Polizei festgelegt. Dazu gibt es in der Regel eine monatliche Abstimmung.

Wer meint, in einem bestimmten Bereich werde regelmäßig zu schnell gefahren, so dass das Aufstellen eines mobilen Blitzers gerechtfertigt wäre, kann sich per E-Mail an den Landkreis wenden: strassenverkehr@landkreis-stade. Und womöglich steht dann Anette, Tina oder Zarina bald genau dort. Aber wieso heißen die eigentlich so? Das erfahren Sie bei den folgenden Fragen und Antworten.

Anette, Tina und Zarina: Warum haben die mobilen Blitzer Namen?

Um sie bei Wartungsarbeiten unterscheiden zu können, da sie weitgehend baugleich sind. Die drei haben ein Schild mit ihrem Namen, der übrigens vom Hersteller festgelegt wird.

Wie lange stehen sie an einem Standort?

Meist nur wenige Tage, dann werden sie umgesetzt. Sofern sie nicht geladen oder repariert werden, sind alle drei im Einsatz. Etwa eine Woche hält der Akku der Geräte.

Blitzen die Geräte in beide Richtungen?

Ja, womit auch beide Fahrbahnen erfasst werden. So können übrigens auch Motorräder überführt werden, die nur hinten ein Kennzeichen haben. Bei den festen Stationen ist das nicht möglich, weil sie nur in eine Richtung blitzen.

Wie kommen die Bilder und Daten zum Landkreis: Wird das mobil übertragen oder im Gerät gespeichert?

Das ist abhängig vom Gerät, teilweise ist beides möglich.

Wie viel Geld hat der Landkreis 2026 bislang mit den mobilen Blitzern eingenommen?

Stand jetzt sind durch die Anhänger knapp 600.000 Euro eingenommen worden.

Wie häufig sind sie Opfer von Vandalismus?

Immer mal wieder. Zuletzt wurde die Kameralinse eines mobilen Blitzers im Alten Land mit Stickern zugeklebt.

Welche Vorfälle gab es noch?

Es gab schon Farbattacken, auch den Versuch, einen mobilen Blitzer anzuzünden. Ein anderes Mal wollten Unbekannte die Scheibe eines Geräts zertrümmern, scheiterten jedoch. Und dann gab es noch Täter, die versuchten, einen mobilen Blitzer zu sprengen.

Was kostet den Landkreis die Reinigung oder Reparatur?

Bloße Reinigungen kosten nur die Arbeitszeit plus Reinigungsmaterial. Je nach Aufwand sind das bis zu 200 Euro. Die Scheibe, die zertrümmert werden sollte, kostete knapp 1000 Euro. Bei der versuchten Sprengung waren es circa 75.000 Euro.

Wurde ein mobiler Blitzer schon mal abgeschleppt?

Das ist gar nicht möglich. Ist der Anhänger auf Position gebracht, wird die Deichsel hochgeklappt und hinter einer Klappe fest verschlossen. Das Fahrzeug wird abgesenkt, so dass die Räder geschützt sind und das Fahrzeug nicht mehr zu bewegen ist.

Wie sind die Geräte sonst noch gegen Vandalismus geschützt?

Alle Türen sind durch Sensoren gesichert. Macht sich jemand an einem mobilen Blitzer zu schaffen, sendet er ein Alarmsignal aus.

Sind weitere feste oder mobile Blitzer geplant?

„Konkrete neue Standorte sind derzeit nicht in der Planung. Sollte es aber neue Hinweise aus den Kommunen oder von der Polizei beziehungsweise Gefahrenschwerpunkte geben, ist das nicht ausgeschlossen“, sagt Landkreis-Pressesprecher Daniel Beneke.

Wo stehen die zwölf festen Blitzer im Landkreis?

Die Standorte der sogenannte Traffic Tower, wie die festen Blitzer heißen, sind:

  • Freiburg-Esch,
  • Wischhafen-Neuland,
  • Düdenbüttel-Grefenmoor,
  • Stade-Hagen,
  • Heinbockel-Hagenah,
  • Kutenholz-Aspe,
  • Hollern-Twielenfleth,
  • Jork-Borstel,
  • Buxtehude-Ovelgönne,
  • Buxtehude-Pippensen,
  • Apensen und
  • Sauensiek

Bußgeld, Punkte und Fahrverbot: Wie hoch sind die Strafen für Raser?

Wer deutlich schneller als erlaubt unterwegs ist und dabei erwischt wird, muss mit Bußgeldern, Punkten oder einem Fahrverbot rechnen.

Innerorts: Bis 20 km/h mehr als erlaubt bleibt es innerorts bei einem Bußgeld von bis zu 70 Euro. Wer das Limit um 25 km/h überschreitet, nimmt neben dem Bußgeld einen Punkt in Kauf (bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen).

Bereits ab 26 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit kann es zusätzlich zur Geldstrafe und den Punkten zum einmonatigen Fahrverbot kommen. Drei Monate Fahrverbot riskiert, wer mehr als 61 km/h über dem Tempolimit liegt.

Außerorts: Auch außerorts bleibt es bei Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h beim Bußgeld von bis zu 60 Euro. Bereits bei mehr als 21 km/h über dem Limit kommt ein Punkt hinzu.

Ist ein Fahrer außerorts mehr als 26 km/h zu schnell, kann das schon zum Fahrverbot führen. Wer mehr als 70 km/h über der Höchstgrenze liegt, muss drei Monate lang zu Fuß gehen.

Wo erfährt man, wo die mobilen Blitzer stehen?

Die Standorte werden auf TAGEBLATT-online veröffentlicht, zudem auf der Internetseite des Landkreises.

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