TMobile Blitzer im Kreis Stade: Wenn ein Frauen-Trio immer wieder für Ärger sorgt
Drei mobile Blitzer hat der Landkreis Stade. Meist bleiben sie nur wenige Tage an einem Standort. (Symbolbild) Foto: Otto Baur
Dem Landkreis bescheren sie hohe Einnahmen, bei Autofahrern lösen sie meist Wut aus: die mobilen Blitzer. Vandalismus, Standorte, Strafen - hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Geräten.
Landkreis. Sie heißen Anette, Tina und Zarina – und viele Menschen in der Region dürften die drei, nun ja, tatsächlich hassen. Denn das weibliche Trio sorgt dafür, dass Autofahrer mitunter viel zahlen oder sogar ihren Führerschein abgeben müssen. Annette, Tina und Zarina sind die drei mobilen Blitzer des Landkreises Stade.
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Wiederkehrend sind die drei Opfer von Vandalismus, so auch jüngst im Alten Land. Das TAGEBLATT nimmt den Vorfall zum Anlass, um mit Hilfe des Landkreises viele Fragen zu den mobilen Blitzern zu beantworten – die naheliegendste zuerst.
Anette, Tina und Zarina: Warum haben die mobilen Blitzer eigentlich Namen?
Um sie bei Wartungsarbeiten unterscheiden zu können, da sie weitgehend baugleich sind. Die drei haben ein Schild mit ihrem Namen, der übrigens vom Hersteller festgelegt wird.
Wie häufig sind sie Opfer von Vandalismus?
Immer mal wieder. Zuletzt wurde die Kameralinse eines mobilen Blitzers im Alten Land mit Stickern zugeklebt.
Welche Vorfälle gab es noch?
Es gab schon Farbattacken, auch den Versuch, einen mobilen Blitzer anzuzünden. Ein anderes Mal wollten Unbekannte die Scheibe eines Geräts zertrümmern, scheiterten jedoch. Und dann gab es noch Täter, die versuchten, einen mobilen Blitzer zu sprengen.
Was kostet den Landkreis die Reinigung oder Reparatur?
Bloße Reinigungen kosten nur die Arbeitszeit plus Reinigungsmaterial. Je nach Aufwand sind das bis zu 200 Euro. Die Scheibe, die zertrümmert werden sollte, kostete knapp 1000 Euro. Bei der versuchten Sprengung waren es rund 75.000 Euro.
Wurde ein mobiler Blitzer schon mal abgeschleppt?
Das ist gar nicht möglich. Ist der Anhänger auf Position gebracht, wird die Deichsel hochgeklappt und hinter einer Klappe fest verschlossen. Das Fahrzeug wird abgesenkt, so dass die Räder geschützt sind und das Fahrzeug nicht mehr zu bewegen ist.
Wie sind die Geräte sonst noch gegen Vandalismus geschützt?
Alle Türen sind durch Sensoren gesichert. Macht sich jemand an einem mobilen Blitzer zu schaffen, sendet er ein Alarmsignal aus.
Weil es immer wieder den Vorwurf gibt, die mobilen Blitzer stehen vor allem dort, wo der Landkreis besonders viel kassieren kann: Nach welchen Kriterien werden die Standorte ausgewählt?
Sie werden in Abstimmung mit der Polizei festgelegt, versichert der Landkreis. Immer wieder gebe es auch Hinweise von Bürgern und aus den Rathäusern zu echten oder vermeintlichen Gefahrenstellen mit der Bitte um Stationierung eines mobilen Blitzers.
Wie lange stehen die mobilen Blitzer an einem Standort?
Meist nur wenige Tage, dann werden sie umgesetzt. Sofern sie nicht geladen oder repariert werden, stehen alle drei jeden Tag an einem Punkt im Landkreis. Rund eine Woche hält der Akku der Geräte.
Blitzen die Geräte in beide Richtungen?
Ja, womit auch beide Fahrbahnen erfasst werden. So können übrigens auch Motorräder überführt werden, die nur hinten ein Kennzeichen haben. Bei den festen Stationen ist das nicht möglich, weil sie nur in eine Richtung blitzen.
Wie kommen die Bilder und Daten zum Landkreis: Wird das mobil übertragen oder im Gerät gespeichert?
Das ist abhängig vom Gerät, teilweise ist beides möglich.
Wie viel Geld hat der Landkreis 2026 bislang mit den mobilen Blitzern eingenommen?
Stand jetzt sind durch die Anhänger knapp 580.000 Euro eingenommen worden.
Sind weitere feste oder mobile Blitzer geplant?
„Konkrete neue Standorte sind derzeit nicht in der Planung. Sollte es aber neue Hinweise aus den Kommunen oder von der Polizei bzw. Gefahrenschwerpunkte geben, ist das nicht ausgeschlossen“, sagt Landkreis-Pressesprecher Daniel Beneke.
Wo stehen die zwölf festen Blitzer im Landkreis?
Die Standorte der sogenannte Traffic Tower, wie die festen Blitzer heißen, sind:
- Freiburg-Esch,
- Wischhafen-Neuland,
- Düdenbüttel-Grefenmoor,
- Stade-Hagen,
- Heinbockel-Hagenah,
- Kutenholz-Aspe,
- Hollern-Twielenfleth,
- Jork-Borstel,
- Buxtehude-Ovelgönne,
- Buxtehude-Pippensen,
- Apensen und
- Sauensiek
Bußgeld, Punkte und Fahrverbot: Wie hoch sind die Strafen für Raser?
Wer deutlich schneller als erlaubt unterwegs ist und dabei erwischt wird, muss mit Bußgeldern, Punkten oder einem Fahrverbot rechnen.
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Innerorts: Bis 20 km/h mehr als erlaubt bleibt es innerorts bei einem Bußgeld von bis zu 70 Euro. Wer das Limit um 25 km/h überschreitet, nimmt neben dem Bußgeld einen Punkt in Kauf (bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen).
Bereits ab 26 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit kann es zusätzlich zur Geldstrafe und den Punkten zum einmonatigen Fahrverbot kommen. Drei Monate Fahrverbot riskiert, wer mehr als 61 km/h über dem Tempolimit liegt.
Außerorts: Auch außerorts bleibt es bei Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h beim Bußgeld von bis zu 60 Euro. Bereits bei mehr als 21 km/h über dem Limit kommt ein Punkt hinzu.
Ist ein Fahrer außerorts mehr als 26 km/h zu schnell, kann das schon zum Fahrverbot führen. Wer mehr als 70 km/h über der Höchstgrenze liegt, muss drei Monate lang zu Fuß gehen.
Wo erfährt man, wo die mobilen Blitzer stehen?
Die Standorte werden auf TAGEBLATT-online veröffentlicht, zudem auf der Internetseite des Landkreises.
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