TKinder attackiert: Hunde greifen auch Amazon-Paketboten an
Die Hunde, die kürzlich in Loxstedt-Nesse Kinder angegriffen haben, waren offenbar schon früher auffällig. Foto: Stache
Hundeangriffe im Stader Nachbarkreis: Die Tiere, die kürzlich zwei Kinder verletzten, sollen bereits mehrmals Menschen angegriffen haben, darunter auch einen Lieferfahrer.
Cuxhaven. In Loxstedt-Nesse im Landkreis Cuxhaven hat es am 12. April 2026 eine Attacke von zwei Hunden auf zwei Kinder gegeben. Dabei wurden die beiden Jungen im Alter von sieben und elf Jahren leicht verletzt. Die Hunde sollen ungesichert gewesen sein und die Kinder auf der Straße angefallen haben. Jetzt zeigt sich, dass die Hunde offenbar schon früher auffällig geworden sind und es weitere Opfer gab.
Nachdem die Meldung über den jüngsten Vorfall veröffentlicht wurde, hatte sich ein 75-jähriger Senior gemeldet. Er berichtete, dass er von den Hunden von hinten umgestoßen und an den Beinen gebissen wurde. Es ist auch von einem Paketzusteller eines bekannten Onlinehändlers die Rede, der ebenfalls angefallen wurde.
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Diesen Fall bestätigen sowohl die Polizei Cuxhaven als auch das Unternehmen Amazon. Die beiden Vorfälle rund um Hundebisse ereigneten sich laut Polizei bereits im vergangenen Sommer.
Amazon und Polizei bestätigen Vorfälle in Nesse
Thorsten Schwindhammer von Amazon hat gegenüber der Nordsee-Zeitung bestätigt, dass ein Fahrer des Unternehmens betroffen war. „Der Vorfall wurde damals der Polizei gemeldet und ist aktuell vor Gericht“, so Schwindhammer. Nach seinen Worten werden nicht alle Fälle bei der Polizei bekanntgemacht. „Es liegt im Ermessen der Fahrer unserer Lieferpartner, rechtliche Schritte einzuleiten.“ Nach Informationen von Schwindhammer hat der betroffene Fahrer nach der Attacke eine Klage eingereicht.
Schwindhammer betont, dass für Amazon die Sicherheit der Fahrer die oberste Priorität habe. „Wenn ein Fahrer einen Hund hört oder sieht an der Adresse, wo er ein Paket liefern muss und er alleine ist, dann ermutigen wir ihn, das Paket nicht zuzustellen.“ Zudem erhalten die Fahrer nach seinen Angaben über ihren Scanner eine Information, dass ein Hund an der Adresse wohnt. „Wir haben zusätzlich Plakate in der Station, die auf mögliche Anzeichen hinweisen, dass Hunde in einem Haus sind.“
Paketbote erstattet Anzeige gegen Hundebesitzer
Die Vorfälle sowie ein weiterer Fall, bei dem ein anderer Hund von den Hunden in Nesse gebissen wurde, werfen die Frage auf, warum trotz Anzeige die Halter der beiden Hunde nicht angehalten wurden, ihre gefährlichen Hunde in einem sicheren Gelände zu halten. So hätte von diesen Hunden keine Gefahr für Passanten und andere Menschen ausgehen können.
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Stephan Hertz, Polizeioberkommissar und Sprecher der Polizeiinspektion in Cuxhaven, betont, dass entsprechende Anzeigen von der Polizei Cuxhaven immer ernst genommen und bearbeitet würden. Die Polizei ist bei strafrechtlich relevanten Sachverhalten verpflichtet, diese aufzunehmen. Für den weiteren Verlauf eines solchen Verfahrens ist laut Hertz die Justiz verantwortlich und nicht die Polizei.
Hundebisse und deren rechtliche Einordnung
Im Fall von Hundeattacken, bei denen Menschen verletzt werden, handelt es sich um eine fahrlässige Körperverletzung. Dies wird strafrechtlich verfolgt, erklärt der Polizeisprecher. Wenn jemand seinen Hund absichtlich auf eine Person hetzt, spricht man von vorsätzlicher Körperverletzung. Bei fahrlässiger Körperverletzung sieht das Gesetz Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor. Für vorsätzliche Körperverletzung sind Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren möglich.
Anders sieht es aus, wenn ein Hund einen anderen Hund angreift. Hunde gelten im deutschen Recht als Sachen. „Wenn Hunde sich gegenseitig verletzen, wäre es eine fahrlässige Sachbeschädigung, und die gibt es im deutschen Strafrecht nicht“, so Hertz. Sollten Kosten auf die Hundebesitzer zukommen, wäre dies eine rein zivilrechtliche Angelegenheit, etwa für entsprechende Versicherungen.
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