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TNach Kreuzbandriss: D/A-Spieler Martin Sattler lebt für seinen Traum

Martin Sattler riss sich im vergangenen Sommer das Kreuzband.

Martin Sattler riss sich im vergangenen Sommer das Kreuzband. Foto: Berlin

Im Training reißt das Kreuzband. Der D/A-Außenstürmer fällt monatelang aus. Wie geht Martin Sattler damit um? Und wofür quält er sich Tag für Tag in der Reha?

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Von Daniel Berlin
Dienstag, 20.01.2026, 05:50 Uhr

Drochtersen. D/A-Spieler Martin Sattler sitzt im Physiobereich der Soccerhalle auf dem Fahrrad. Aus den Boxen dröhnt laut Musik. Sattler hat seine eigenen Lieder auf dem Ohr. Er fährt gemächlich. Neben ihm drückt Mannschaftskapitän Nico von der Reith auf dem Laufband aufs Gas. So viel Tempo kann Sattler nicht machen. Er kuriert immer noch seinen Kreuzbandriss aus.

Es ist Anfang Januar. D/A steigt gerade in die Vorbereitung auf den Rest der Saison ein. Die Winterpause ist vorbei. Wenn Sattler da so auf dem Rad sitzt, denkt er viel nach. Über den Tag im Juni 2025, als das Kreuzband bei einem normalen Zweikampf riss. An den 5. August. Den Tag der OP. „Ich werde die Daten nicht vergessen. Das ist abgespeichert“, sagt der 26-Jährige.

Martin Sattler erklärt sein größtes Ziel

Sattler denkt an seinen größten Wunsch und an die Zukunft. Er möchte am Ende der laufenden Saison wenigstens noch ein, zwei Mal im Kader des Regionalligisten stehen. Dabei sein, wenn sich die Meisterschaft entscheidet. D/A steht gut da im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga. „Das wäre ein Highlight, ein schönes Gefühl“, sagt Sattler. Und wenn es nicht klappt?

Martin Sattler trainiert sein Knie heute fünf Mal pro Woche mehrere Stunden.

Martin Sattler trainiert sein Knie heute fünf Mal pro Woche mehrere Stunden. Foto: Berlin

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„Dann ist es so“, sagt Sattler. Noch wichtiger sei es, gesund zu sein, komplett wieder da zu sein. Da käme es auf drei Wochen nicht an. Sattler erzählt, er zieht die ganze Reha durch für dieses Ziel, er verzichtet dafür auf vieles. Er will wieder mit seinen Freunden kicken. „Mit meinen Jungs Erfolge feiern. Das ist ein großer Anreiz.“

D/A-Kapitän Nico von der Reith macht auf dem Laufband die letzten Meter im Sprint. Innenverteidiger Nikola Serra drückt nebenan auf einer Bank eine Langhantel mit mehr als 50 Kilo. Mittelfeldspieler Maurits Nagel trainiert am langen Gummiband schnelle Beine. Sattler mobilisiert jetzt auf der Matte das lädierte Knie.

Bekommt der Außenstürmer einen neuen Vertrag?

Sattlers Vertrag läuft am Ende der Saison aus. Mit dem Verein hat er bis zu diesem Tag Anfang Januar noch nicht konkret über seine Zukunft gesprochen. Noch so ein Gedanke, mit dem der Außenstürmer permanent schwanger geht. Sattler konnte sich in dieser Saison sportlich nicht für eine Vertragsverlängerung empfehlen.

Er ist ein halbes Jahr raus. Vorher erlebt hatte Sattler das noch nie. „Man gehört immer noch dazu. Aber man ist nicht mehr so nahe bei der Mannschaft, wie man sein sollte“, sagt Sattler. Bei Pflichtspielen hat Sattler „gemischte Gefühle“. „Zuschauen macht traurig“, sagt er. Aber er sei „stolz auf die Jungs“. Weil D/A noch nie solch eine gute Saison gespielt habe, weil die Kollegen laufen, kämpfen, guten Fußball spielen und viele Tore schießen. „Umso bitterer, dass ich nicht dabei bin“, sagt Sattler.

Er selbst musste nach seiner schweren Verletzung erst wieder Laufen lernen. In der ersten Woche nach der Operation lebte er bei seinen Eltern. Das war praktischer. Sattler war krankgeschrieben. Jeden Tag kümmerten sich er und die Profis der physiotherapeutischen Abteilung um das Knie. Sechs bis acht Stunden lang.

Sattler verzichtet auf Fahrten im engen Bus

Zu Hause setzte er sich, stand wieder auf, setzte sich, stand wieder auf. Er übte im Liegen wochenlang, das Bein zu heben und zu strecken. „Da sind viel Zeit und Nerven draufgegangen“, sagt Sattler. Es sei ungewohnt, Dinge nicht machen zu können, die eigentlich normal seien. „Mental ist das nicht leicht“, sagt Sattler.

Auf lange Auswärtsfahrten verzichtete Martin Sattler. Statt in einem engen Bus zu sitzen, mobilisierte er lieber das Knie. Beugen, strecken, beugen, strecken. „Hätte ich den Kreuzbandriss nicht gehabt, hätte ich von der Qualität her gut mitspielen können“, glaubt Sattler.

Mit den Monaten kam das Leben zurück in dieses bei einem Fußballer so sensible und beanspruchte Gelenk. Heute fehlt noch die Muskulatur. Die Gelenke und Muskeln rund um das Knie erhalten jetzt täglich neue Reize. Das bringt Schmerzen mit sich. „Du musst dich an alles neu gewöhnen“, sagt Sattler.

D/A hält an seinem Langzeitverletzten fest

Alles fühle sich komisch an. Wie genau, sei schwer zu beschreiben. Da ist ein Druck. Das ist wie Ballast am Knie. Sattler bewegt sich noch zaghaft. „Der Kopf spielt eine Rolle. Da ist automatisch ein Schutzmechanismus“, sagt Sattler. Der 26-Jährige bewegt sich weiter auf der Matte. Da klingelt das Handy des Reporters.

So will D/A Martin Sattler sehen: In Aktion. Der Verein will den Vertrag mit dem Außenstürmer trotz der Verletzung verlängern.

So will D/A Martin Sattler sehen: In Aktion. Der Verein will den Vertrag mit dem Außenstürmer trotz der Verletzung verlängern. Foto: Struwe (nomo)

D/A-Sportdirekter Sören Behrmann ist dran. Gedankenübertragung. Bekommt Martin Sattler einen neuen Vertrag? „Drochtersen unterstützt ihn. D/A verlängert“, sagt Behrmann. Der Verein werde Sattler nicht im Stich lassen. Sattler sitzt auf seiner Matte und lächelt.

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