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Komunalwahl 2026

TNach den Wahlen in Stade: Der alte Rat geht – Kai Koeser kommt

Ein erhabener Moment für den neugewählten Bürgermeister: Wahlleiter Carsten Brokelmann gratuliert im Königsmarcksaal des Alten Rathauses Kai Koeser (links).

Ein erhabener Moment für den neugewählten Bürgermeister: Wahlleiter Carsten Brokelmann gratuliert im Königsmarcksaal des Alten Rathauses Kai Koeser (links). Foto: Strüning

Nach der Wahl ist vor der Zusammenrottung: Wer mit wem im Stader Rat? Was macht eigentlich der neugewählte Bürgermeister jetzt? Und was der noch gewählte Rat? Die Antworten.

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Von Lars Strüning
01.10.2026, 17:15 Uhr

Stade. Selten war der Rat der Stadt Stade so zersplittert wie nach der Kommunalwahl am 13. September. Neun verschiedene Parteien schicken Vertreterinnen und Vertreter in das Gremium, das am 2. November mit der konstituierenden Sitzung seine Arbeit aufnimmt. Bis dahin hat noch der alte Rat das Sagen.

Der alte Rat der Stadt tagt am Montag ein letztes Mal

Der tagt am Montag, 5. Oktober, ein letztes Mal. Mit 21 Männern und Frauen wird mehr als die Hälfte des 40-köpfigen Rates verabschiedet. Viele altgediente Kräfte sind dabei wie eine Kristina Kilian-Klinge (CDU), einst Bürgermeisterkandidatin der CDU, die nicht wiedergewählt wurde.

Bei der SPD verabschieden sich zum Beispiel der langjährige Fraktionsvorsitzende Kai Holm, die noch 2. stellvertretende Bürgermeisterin Daniela Oswald, der ehemalige Ratsvorsitzende Hans Blank, Martina Bredendiek (beide aus Hagen), Franziska Scheschonk oder Hermann Müller aus Haddorf aus der politischen Arbeit. Horst Deede (UBLS) oder Reinhard Elfring (Grüne) waren lange Jahre dabei. Der Wechsel ist erheblich.

Jetzt wird hinter den Kulissen die neue Ratsperiode vorbereitet - unter völlig neuen Voraussetzungen. Die haben sich mit der Wahl von Kai Koeser zum hauptamtlichen Bürgermeister am Sonntag noch einmal verändert. Seine Stimme im Rat wird zwar die SPD-Fraktion stärken, er wird ihr aber nicht mehr angehören. Für Koeser rutscht Dr. Brigitte Ebbe aus Hagen nach.

So setzt sich der neue Stader Rat zusammen

Zur Erinnerung: Die CDU ist mit elf Mitgliedern stärkste Fraktion im Rat. Die SPD hat neun, die AfD sieben Sitze. Die Linken und die Grünen kommen auf je vier Mandate, die FDP auf zwei. Dazu gesellt sich jeweils ein Ratsmitglied von Parteilos Stade, eins von Volt und eins der WG. Grüne, Linke und AfD werden wohl keine Koalitionen mit anderen Gruppen bilden. Doch was ist mit den einzelnen Vertretern?

Sie hätten es ohne Anbindung an eine andere Gruppe als Einzelgänger schwer. So wird dem Vernehmen nach die FDP den Volt-Vertreter aufnehmen, damit sie eine Fraktion bilden können, was erst ab drei Personen möglich ist. Das garantiert ihnen zum Beispiel auch Stimmrecht in den Fachausschüssen. Das WG-Mitglied könnte sich der SPD anschließen. Das wären dann schon zehn Stimmen für diese Gruppe - plus Bürgermeister. Bleibt noch die neue Gemeinschaft Parteilos Stade.

Wer nimmt Jörg Baumann in seine Reihen auf?

Sie hatte als Einzelbewerber Jörg Baumann sogar ins Bürgermeister-Rennen geschickt. Bei der Wahl zum Rat reichte es nur für Meike Ossenbrügge. Sie wird, so Baumann, auf ihr Mandat verzichten. Dann käme er zum Zuge und könnte sich der CDU anschließen, wenn die es will. Die SPD hat ihm wohl einen Korb gegeben.

Parallel arbeiten die Fraktionsspitzen bereits an der Aufteilung der Ausschüsse, damit die erste Sitzung des neuen Rates gut vorbereitet ist. Also: Wer bekommt wo den Vorsitz? Zu einer ersten FraVo-Runde mit den Fraktionsvorsitzenden wird Stadtrat Carsten Brokelmann einladen. Für die CDU wird das wohl wieder Daniel Friedl sein, die SPD hat bereits Sigrid Koppelmann zur Chefin der Fraktion gewählt.

Wahl zum Bürgermeister mit Domino-Effekt

Die SPD wird sich als Folge der Bürgermeisterwahl auch im Ortsverband Stade neu aufstellen. Kai Koeser bleibt bis Ende Oktober noch Vorsitzender, dann sollen Elena Brückner und Philipp Lausch übernehmen. Koeser kündigt an, von allen Ehrenämtern in der Stadt zurückzutreten. Zudem will er die Zeit bis zur Übernahme der Geschäfte von Sönke Hartlef (CDU) zum 1. November nutzen, um sich auf das anspruchsvolle Amt vorzubereiten.

Das fing am Mittwochabend an, als er offiziell die Wahl zum Bürgermeister annahm, nachdem der Wahlausschuss getagt und das Endergebnis festgestellt hatte.

Zweimal Kai: Landrat Kai Seefried (CDU, rechts) gratuliert Kai Koeser (SPD).

Zweimal Kai: Landrat Kai Seefried (CDU, rechts) gratuliert Kai Koeser (SPD). Foto: Strüning

Gespräche mit seinen Vorstandskollegen Brokelmann und Erstem Stadtrat Lars Kolk folgen, um die Arbeitsbereiche im Rathaus festzulegen. Mit dem Vorstandsbüro um Heide Ramann werden erste zu besetzende Termine ab dem 1. November besprochen. Das ist ein Sonntag. Schon am Montag, 2. November, wird er dann den Amtseid während der ersten Sitzung des neuen Rates ablegen.

Fairer Verlierer: Jörg Baumann, der für Parteilos Stade im ersten Wahlgang ausschied, gratuliert Kai Koeser zur Bürgermeisterwahl.

Fairer Verlierer: Jörg Baumann, der für Parteilos Stade im ersten Wahlgang ausschied, gratuliert Kai Koeser zur Bürgermeisterwahl. Foto: Strüning

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