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TNach fast zehn Jahren: Dollerner Friedhofsglocken läuten wieder

CDU-Ratsherr Ralf Kimmel (rechts) steht mit den Dollernern Paul Müller und Werner Tiedemann vor dem frisch sanierten Glockenturm.

CDU-Ratsherr Ralf Kimmel (rechts) steht mit den Dollernern Paul Müller und Werner Tiedemann vor dem frisch sanierten Glockenturm. Foto: Buchmann

Das Holz verfault, die Glocken verstummt: Der Glockenturm auf dem Dollerner Friedhof gab lange ein trauriges Bild ab. Jetzt erstrahlt er in neuem Glanz - und kostet weniger als gedacht.

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Von Steffen Buchmann
17.09.2026, 10:50 Uhr

Dollern. Die frisch lasierten Holzstützen des Glockenturms glänzen, als die Sonne nachmittags über dem Dollerner Friedhof steht. Jahrelang schwiegen die beiden Glocken, Totengeläut aus zwei Lautsprechern begleitete die Verstorbenen zu ihrer letzten Ruhestätte. Das hat jetzt ein Ende.

„Der Glockenturm hat eine historische Bedeutung für Dollern“, sagt CDU-Ratsherr Ralf Kimmel. Die letzten beiden Jahre hatten er und der Dollerner Bürgermeister Jan-Hinnerk Burfeind (CDU) sich für die dringend notwendige Sanierung des maroden Holzturms eingesetzt. Mit Erfolg.

Glocken schweigen seit neun Jahren

Seit 1977 steht auf dem Dollerner Friedhof der hölzerne Glockenturm, gefertigt für damals 20.000 DM von der Schreinerei Schulz aus Bliedersdorf. Die beiden Glocken aus der Glockengießerei der Gebrüder Rincker - eine große Bronzeglocke (Ton E) mit der Inschrift „Frieden“, eine kleine (Ton Fis) mit der Inschrift „Freiheit“ - läuteten stets bei Beerdigungen auf dem kommunalen Friedhof, wenn jemand zu Grabe getragen wurde.

Mithilfe einer wetterfesten Lasur soll der Holzturm wieder für die nächsten Jahre halten.

Mithilfe einer wetterfesten Lasur soll der Holzturm wieder für die nächsten Jahre halten. Foto: Buchmann

Im Herbst 2017 kam dann die Hiobsbotschaft. Der Glockenturm wurde außer Betrieb gesetzt, durch die Schwingungen der Glocken drohte der marode Turm einzustürzen. Ein Neubau musste her.

Regenwasser hat Balken verfaulen lassen

Da das Projekt sich immer wieder hinauszog, nahm Kimmel das Projekt 2024 in die Hand und holte Angebote von Handwerkern ein. Ziel war es, den Holzturm statisch zu ertüchtigen. Ein Stahlbau sei aus Kostengründen verworfen worden, sagt der Horneburger Bauamtsleiter Roger Courtault. Auf circa 50.000 Euro schätzte die Kommune zuletzt die Sanierungskosten. 17.500 Euro Eigenmittel plante die Kommune im Haushalt ein, die restlichen Kosten sollten über Förderungen der Samtgemeinde und des Leader-Programms gedeckt werden.

Der Holzturm drohte durch die Schwingungen der Glocken einzustürzen.

Der Holzturm drohte durch die Schwingungen der Glocken einzustürzen. Foto: Buchmann/Archiv

In den Sommerferien begannen endlich die Arbeiten am Dollerner Glockenturm. Zimmermeister Hans-Dieter Ringe aus Gnarrenburg kümmerte sich darum, den Holzturm wieder instand zu setzen. „Das Wasser hat die Balken zerfressen und sie faulen lassen“, sagt Ringe. Mithilfe eines Motorseilzugs habe er die Stützen einzeln ausgetauscht und das Dach mit Böcken gestützt.

Zimmermeister setzt auf Lärchenholz

Gemeinsam mit seinen Kindern Alyssa und Ruven, die ebenfalls in der Familienzimmerei arbeiten, restaurierte Hans-Dieter Ringe den Glockenturm genau so, wie die Dollerner ihn seit fast 50 Jahren kennen. Das originale Turmdach bleibt erhalten, die Motoren der Glocken mussten getauscht werden. Beim Material setzt der Zimmermann auf Lärchenholz. Das sei haltbarer als das bisher verbaute Fichtenholz.

August 2026: Die Zimmerei Ringe arbeitet am Holzturm auf dem Dollerner Friedhof.

August 2026: Die Zimmerei Ringe arbeitet am Holzturm auf dem Dollerner Friedhof. Foto: Buchmann

Ein metallener Druckstab stützt den Turm zusätzlich, die alten Kupferbleche an den Stützen halten Regenwasser vom Holz fern. Zwei Farbanstriche in dunkelbraun geben dem Holz zusätzlichen Schutz für die nächsten Jahre. „Holz hält nicht ewig“, gibt der Zimmermeister zu bedenken.

Glockenturm wesentlich günstiger als gedacht

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Turms liegen bei etwa 24.000 Euro, sagt Kämmerer Mirko Sturm. Damit liege man weit unter dem kalkulierten Wert von 50.000 Euro. Für die Gemeinde Dollern fallen etwa 8.000 bis 9.000 Euro an Eigenmitteln an, 65 Prozent der Kosten seien durch Leadermittel gefördert.

Zimmermeister Hans-Dieter Ringe lässt bereits gesammelte Erfahrungen mit Glockentürmen in seine Arbeit einfließen.

Zimmermeister Hans-Dieter Ringe lässt bereits gesammelte Erfahrungen mit Glockentürmen in seine Arbeit einfließen. Foto: Buchmann

725 Euro spendeten Bürger für das Projekt an die Kommune, sagt Sturm. Ein erster Testlauf der Glocken war erfolgreich, lediglich die Steuerung müsse noch repariert werden. Zudem wurde der zugewucherte Platz rund um den Turm hergerichtet.

„Ich bin sehr zufrieden“, kommentiert Ralf Kimmel das Ergebnis. Insbesondere die älteren Dollerner seien froh, dass der Glockenturm wieder einsatzbereit ist und haben das Projekt verfolgt. „Es ist mir wichtig, dass der Glockenturm wieder hergerichtet ist“, sagt der 86-jährige Werner Tiedemann. Für Paul Müller sieht der Turm „wesentlich besser aus als vorher“. Auch Heinrich Pralle freue sich über den sanierten Turm und dass die Glocken wieder läuten, wenn er irgendwann in Dollern beerdigt werde.

Transparenzhinweis: In einer früheren Artikelfassung stand, 350 Euro Spenden seien bei der Gemeinde eingegangen.

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