TNeue Pläne mit Proxima Fusion: Doch noch Kernforschung am Stader AKW?
Illustration des zukünftigen Standorts von Proxima Fusions Stellaris, der nicht in Stade, sondern in München entsteht. Foto: Proxima Fusions
Proxima Fusion und das Land Niedersachsen wollen in der Forschung zur Kernfusion zusammenarbeiten. Proxima Fusion? Da war doch was?!
Stade. Selten gab es so eine verschwurbelte Pressemitteilung aus der Niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover wie in dieser Woche. Irgendwie wollen das Land und Proxima Fusion ein gemeinsames Ding drehen. Es geht um Kernfusion, eine mögliche Energie der Zukunft.
Technologie auf Weltniveau made in Stade?
Genau gesagt handelt es sich um die HSE-Produktion, ein Bestandteil möglicher späterer Kernfusionsreaktoren. Klingt sehr speziell. Ist es auch. Proxima Fusion ist ein Ableger des Max-Planck-Instituts, was wiederum nach Zukunftstechnologie mit weltweitem Niveau klingt. Auch richtig.
Fusions-Technik made in Niedersachsen – wozu?
Münchner Start-up sammelt 411 Millionen für Fusionsreaktor
Im Gespräch ist der Aufbau einer großindustriellen Produktion von Hochtemperatur-Supraleiter-Band (HTS-Band). Für die ersten beiden Projektphasen – bis Ende 2029 – seien Investitionen von rund 140 Millionen Euro vorgesehen. Die Ansiedlung soll neue industrielle Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, klingt es hoffnungsfroh aus Hannover.
Verhinderte Landesregierung die Mega-Investition?
In Stade rauschte es gerade durch alle Kanäle, dass eine mögliche milliardenschwere Einrichtung zur Erforschung der Kernfusion an dem ehemaligen Standort des AKW an der Elbe vorbeigegangen ist. Die Verträge waren gemacht, doch dann gab es Störfeuer. Was das Scheitern wirklich auslöste, ist unbekannt.
Vielleicht lag es an den 400 Millionen Euro, die CSU-Star Markus Söder als bayrische Wirtschaftsförderung auf den Tisch gelegt hat, um Proxima Fusion nach München zu locken, was gelang. Dass er trotzdem bei seinem Besuch in Stade umjubelt wurde, wurde vom politischen Gegner genüsslich kommentiert.
War Bayern stark oder Niedersachsen schwach?
Doch vielleicht ist auch der nicht ganz unschuldig. Die CDU wirft der rot-grünen Landesregierung vor, den fast schon perfekten Deal torpediert zu haben. Vor allem die Grünen hätten ihre Probleme gehabt. Kernfusion klingt so verdammt nach der verhassten Atomkraft, wie soll das den Sympathisanten erklärt werden?
T CDU: Niedersachsen blockiert Milliarden-Investition in Kernfusion in Stade
Proxima Fusion kann so oder so zufrieden sein. In Bayern gab es die Zusage über 400 Millionen, in Niedersachsen jetzt immerhin 21 Millionen Euro als Zuschuss zu den 140 Millionen Euro. Doch wo soll der neue Produktionsstandort in Niedersachsen entstehen? Vielleicht in Stade? So als Ausgleich für den entgangenen fetten Happen? Gute Kontakte zu Proxima gibt es ja bereits.
Die Staatskanzlei schweigt dazu, auch eine Anfrage vom TAGEBLATT bleibt unbeantwortet. Hat da jemand ein schlechtes Gewissen? Aber Stade darf hoffen. Der Standort ist noch nicht ausgeguckt. Doch die Konkurrenz ist groß, vor allem die Orte mit von der Schließung bedrohten VW-Werken könnten - aus politischen Gründen - den Vorzug bekommen.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.