TNeuer Buxtehuder Bahnhof: Politik macht Weg frei für weitere Schritte
So kann das Fahrradparkhaus aus Richtung Brüningstraße aussehen. Zu erkennen ist der ebenerdige Eingang von der Giselbertstraße aus. Hier entsteht auch ein neuer Zugang zum Mittelbahnsteig. Foto: Stadt Buxtehude/Bahnstadt
Das Millionenprojekt neuer Bahnhof kommt voran. Ein zweistöckiges Fahrradparkhaus und ein neues Empfangsgebäude sind in Buxtehude geplant. Doch es gibt Risiken.
Buxtehude. Buxtehude soll einen neuen Bahnhof bekommen – wenn alles nach Plan läuft. Der Stadtentwicklungsausschuss hat das Projekt, das mit der Deutschen Bahn ausgehandelt wurde, trotz einiger Bedenken gebilligt. Die Stadt plant, ein zweistöckiges Fahrradparkhaus mit 750 Stellplätzen zu bauen und den Bahnhofsvorplatz neu zu gestalten. Das Parkhaus soll anstelle des maroden historischen Bahnhofsgebäudes entstehen, das dafür abgerissen wird.
T Historische Chance für Buxtehude: Neuer Bahnhof und Fahrradparkhaus
Nach Fertigstellung des Fahrradparkhauses will die Deutsche Bahn ein neues Empfangsgebäude errichten, möglichst nah an der Bahnhofstraße. Dafür wird das Türmchen mit Kiosk und Imbiss an der Bahnunterführung Richtung Altkloster und die jetzige Fahrradabstellanlage weichen müssen.
Buxtehude verdient einen besseren Bahnhof
SPD, Grüne, FDP und Linkspartei stimmten für das Vorhaben, die CDU enthielt sich. AfD und BBG/FWG (Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freie Wählergemeinschaft) sind im Ausschuss nicht stimmberechtigt, lehnen das Projekt jedoch ab. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat. Angesichts der breiten Zustimmung im Ausschuss gilt eine Mehrheit im Rat als wahrscheinlich.

Inga Schlichting von der Deutschen Bahn und Roland Neumann vom Büro Bahnstadt freuen sich auf die Umsetzung des Projekts. Foto: Wisser
Inga Schlichting, Leiterin des Regionalbereichs Nord Personenbahnhöfe bei der Deutschen Bahn, nahm an der Sitzung teil. Sie ist für 571 Bahnhöfe in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein verantwortlich. „Wir investieren nicht so viel Zeit in ein Projekt, wenn wir nicht fest entschlossen sind, den Bahnhof zu modernisieren“, erklärte sie.
T Pudding-Attacke auf Buxtehudes Stadtbaurätin
Der Bund fördert über das novellierte Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSWAG) Maßnahmen zur Barrierefreiheit, zum Ausbau und zur Attraktivitätssteigerung von Bahnhöfen. Fahrradstellplätze finanziert der Bund jedoch nicht. „Buxtehude verdient einen besseren Bahnhof für eine bessere Mobilität“, betonte Schlichting.
An diesen Punkten kann das Projekt scheitern
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 33 Millionen Euro. Die Stadt trägt 15,3 Millionen Euro, von denen sie sieben bis acht Millionen selbst aufbringen muss. Die NBank fördert das Fahrradparkhaus mit circa acht Millionen Euro. Die Deutsche Bahn investiert 17,7 Millionen Euro. Der städtische Anteil für das Parkhaus – 2,7 Millionen Euro – ist bereits im Haushalt eingeplant.

Diese Visualisierung zeigt den Bahnhof von der Südseite mit dem großen Dach und dem Wendebereich für Autos. Foto: Stadt Buxtehude/Bahnstadt
Das Projekt könnte jedoch an mehreren Stellen scheitern. Eine Hürde ist das Eisenbahn-Bundesamt: Verzögert sich die Genehmigung, gerät der Zeitplan ins Wanken. Die Förderung der NBank setzt voraus, dass das Fahrradparkhaus bis Ende 2030 fertiggestellt wird. Sollte die Deutsche Bahn bis März 2028 die Bahnhofstechnik nicht aus dem alten Gebäude verlagert haben, droht ebenfalls der Abbruch des Projekts.
Das stört die CDU am neuen Bahnhof
Die CDU kritisiert die hohen Kosten und die ungeklärten Folgekosten für Betrieb und Personal. Ratsfrau Arnhild Biesenbach äußerte zudem Zweifel an der Zuverlässigkeit der Bahn: „Wir machen alles fertig, und die Bahn baut dann nicht.“ Der städtebauliche Rahmenvertrag ist rechtlich nicht bindend, beide Seiten könnten theoretisch abspringen. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) plant, den Betrieb des Fahrradparkhauses extern zu vergeben, etwa an die Stadtwerke Buxtehude.
Die Grünen bemängeln, dass es vom Fahrradparkhaus an der Giselbertstraße keine direkte Verbindung zur Südseite des Bahnhofs gibt und der Fahrstuhl zum Mittelbahnsteig nicht vergrößert wird. Ein Ausgang zur Südseite war in früheren Planungen vorgesehen, wurde jedoch aus Kostengründen gestrichen.
Sicherheit für Frauen im Erdgeschoss gewährleistet?
Grünen-Ratsherr Ulrich Felgentreu forderte zudem Sicherheitskonzepte besonders für Frauen, die die Anlage nutzen wollen: „Ich möchte wissen, ob meine Tochter das Gebäude gefahrlos nutzen kann.“ Besonders der ebenerdige Bereich an der Giselbertstraße bereitet ihm Sorgen.
Die Planer der Stadt und das externe Büro Bahnstadt haben Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen: viel Licht, freie Sichtachsen und eine gläserne Fassade sollen Transparenz schaffen. Zudem ist eine mit Personal besetzte Fahrradstation geplant. Videoüberwachung sowie ein Alarm- und Notfallsystem sollen die Sicherheit weiter erhöhen. Diese Maßnahmen überzeugten die Grünen.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Nick Freudenthal zeigte sich leicht verärgert aufgrund der zum Teil negativen Debatte. „Das ist für Buxtehude eine historische Chance, die so niemals wiederkommt. Ich vermisse die Euphorie“, sagte er.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.