TNeues Schöpfwerk: Bei Gräpel werden Spundwände an der Oste gerammt
Baubeginn am neuen Schöpfwerk Ostendorf. Foto: Ostedeichverband
Mit einem Rammschlag haben die Bauarbeiten begonnen. An der Oste bei Ostendorf wird ein neues Schöpfwerk gebaut. Trotzdem liegt es im Landkreis Stade.
Gräpel. Am Ende des schnurgeraden Ostendorfer Schiffdammgrabens steht das alte Schöpfwerk am Ostedeich. Seine Tage sind gezählt. Das alte Schöpfwerk, Baujahr 1956, muss für den Deichbau weichen. Es liegt auf der Trasse des neuen Deichabschnitts an der Oste.
Mitte Februar hallte der erste und symbolische Rammschlag an der Baustelle nach. Auf „Bremervörder Seite“ in Ostendorf ist der Ostedeichverband zuständig. Der war ebenso wie Vertreter der ausführenden Baufirma Hahn aus Hechthausen und des Planungsbüros Contur auf der Baustelle bei Ostendorf vertreten.
Schnurgerade Kreisgrenze durch die Wiesen
Auf langer Strecke ist die Oste die Grenze zwischen den Landkreisen Stade und Rotenburg (Wümme) und im Norden zum Landkreis Cuxhaven. Aber es gibt wenige Ausnahmen. Eine davon ist der Bereich bei Gräpel, wo die Landkreisgrenze von einer Ostebiegung bis zur nächsten schnurgrade die Gräpeler Wiesen und die Schönauer Wiesen vom Landkreis Rotenburg abtrennt und noch dem Kreis Stade zuschlägt.
In genau diesem Abschnitt liegt auch der Ostendorfer Schiffdammgraben. Am Ende des Grabens wird das neue Schöpfwerk an der Oste gebaut.
Schöpfwerk kostet 2,74 Millionen Euro
Der Auftrag für den Schöpfwerksbau wurde im August letzten Jahres an die Firma J.D. Hahn aus Hechthausen erteilt. Die Auftragssumme beträgt rund 2,74 Millionen Euro. Die Planung des Projekts hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWKN) in Stade gemacht, die Ausschreibung und Bauleitung übernimmt das Büro Contur aus Bremervörde.
Das Schöpfwerk soll über drei baugleiche Rohrschachtpumpen betrieben werden, erläutert Thorsten Ratzke, Geschäftsführer des Ostedeichverbands. Eingesetzt werden Tauchmotorpumpen in Nassaufstellung, die für große Fördermengen bei geringer Förderhöhe ausgelegt seien.
Vieles läuft digital gesteuert und automatisiert: Die schwankenden Zuflüsse könnten durch die Pumpensteuerung mittels Frequenz-Umrichter geregelt werden. Was der Rechen aus dem Schöpfwerk an Treibsel greift, wird durch eine automatische Reinigungsanlage entfernt.
Ein Meilenstein im Deichbau-Projekt
„Der Neubau ist der erste Meilenstein im Zuge des Gesamtprojektes Deichbau Ostendorf-Gräpel“, erklärt Werner Schröder, Oberdeichgräfe des Ostedeichverbandes. Bislang ist der Schutzdeich am Westufer der Oste nicht hoch genug - und schützt damit auch nicht sicher vor Hochwasser.
Durch die Deicherhöhungs- und Verstärkungsmaßnahme soll der Deich in diesem Abschnitt auf einer Länge von etwa 2,8 Kilometern ertüchtigt werden. Dafür soll der Deich verstärkt und erhöht werden: Die Bestickhöhe soll von derzeit +3,15 Meter auf bis zu +3,90 Meter Normalhöhennull (NHN) wachsen. Hinzu kommen Böschungsneigungen von 1:3 oder flacher, eine Deichkronenbreite von drei Metern und ein Abstand des Deichfußpunktes von möglichst 25 Metern zum Osteufer.
Befestigter Deichverteidigungsweg binnenseitig
Ein befestigter Deichverteidigungsweg wird binnenseitig auf der neuen Deichberme - das ist ein mehrere Meter breiter, erhöhter Randstreifen - angelegt. Zwei Deichscharte werden im Zuge des Deichbaus durch Deichüberfahrten ersetzt. Eine weitere Deichüberfahrt wird die Überfahrt im Bereich des Schöpfwerkes Ostendorf ersetzen.
Die Bauarbeiten sind auf etwa fünf Jahre Bauzeit ausgelegt. Es wird mit Baukosten von 8 Millionen Euro gerechnet. Thorsten Ratzke: „Wir sind froh, dass sich Land und Bund gemeinsam ihrer Aufgabe des Küstenschutzes in der Region bewusst sind. Nur durch ausreichende finanzielle Mittelbereitstellung kann Hochwasserschutz langfristig gesichert werden.“

Ein neues Schöpfwerk wird am Ostedeich gebaut. Obwohl jenseits der Oste gehört der Bereich zum Landkreis Stade. Foto: Ostedeichverband

Bauarbeiten an der Oste: Der Deichverband ersetzt das alte Schöpfwerk in Ostendorf. Foto: Ostedeichverband
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