TNeujahrsempfang: Stade zeichnet drei Ehrenamtler aus
Ausgezeichnet für ihr Engagement: Ulrike Ganzemüller (links), Gerda Grade und Michael Bayer Foto: Laudien
Ob Integration, Vereine oder Kultur - ohne Ehrenamt geht‘s oft nicht. Drei Ehrenamtliche wurden beim Stader Neujahrsempfang ausgezeichnet. Wie sie sich engagieren.
Stade. „Diese Auszeichnung ist nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen Ehrenamtler“, sagte Michael Bayer und hielt stolz die Auszeichnung für sein Engagement in die Höhe. Etliche weitere Stader, die sich ehrenamtlich engagieren, saßen am Sonntag im Publikum des bis zum letzten Platz besetzten Königsmarcksaals im historischen Rathaus der Stadt Stade. Drei von ihnen wurden beim mittlerweile 20. Neujahrsempfang ausgezeichnet, bei dem traditionell das Ehrenamt im Mittelpunkt steht.
Michael Bayer: Habe gleich gesehen, wo der Schuh drückt
Michael Bayer engagiert sich seit vielen Jahren kontinuierlich für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Integration und kulturelle Teilhabe. Was hat ihn zu seinem Engagement bewogen? „Ich bin einst vom Kehdinger Land ins Altländer Viertel in Stade gezogen, weil ich im Alter näher an Ärzten und Versorgung dran sein wollte. Ich habe gleich gesehen, wo hier der Schuh drückt und Hilfe notwendig ist.“
Sichtbar wurde Bayers Engagement unter anderem mit der Gründung des integrativen Chors „frischgemischt“, den er mit dem Buxtehuder Musiker Harald Winter 2018 ins Leben rief. Bereits 2019 brachte der Chor beim Stader Neujahrsempfang Menschen unterschiedlichster Herkunft auf die Bühne.

Smalltalk beim Neujahrsempfang: Preisträger Michael Bayer (links) im Gespräch mit Dr. Ingeborg Carmesin und Dr. Hans-Otto Carmesin. Foto: Laudien
Bayer hat den Chor über Jahre hinweg geprägt, organisiert und geleitet. „Ich singe zwar und spiele Gitarre, aber ich bin mehr der Organisator als der Musiker“, gestand der Stader. Im Altländer Viertel organisiert er regelmäßig zusammen mit dem Quartiersmanagement Stadtteilfeste und kulturelle Veranstaltungen und engagiert sich außerdem im Vorstand des Kulturforums Buxtehude.
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„Musik verbindet, ähnlich wie Sport“, sagte Bayer. „Hier können alle mitmachen. Zudem macht Singen glücklich und befreit. Vor allem aber helfe ich dort, wo Hilfe notwendig ist.“
Vom Liebhaberprojekt zum Sinfonieorchester
Dass Musik verbindet, bestätigt sich auch bei dem weiteren Preisträger. Stellvertretend für die 60 Mitglieder im Alter von 20 bis über 70 Jahren des Stader Kammerorchesters nahm Vorstandsvorsitzende Ulrike Ganzemüller die Auszeichnung entgegen. Das Stader Kammerorchester ist seit 1946 ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Stade.
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Was einst als Liebhaberorchester begann, hat sich über Jahrzehnte zu einem nahezu voll besetzten Sinfonieorchester entwickelt. Seit 1999 steht das Orchester unter der Leitung von Dirigent Alexander Mottok.
„An der Welt der sinfonischen Musik teilzunehmen, das ist für mich das Besondere“, sagte Ganzemüller, die im Kammerorchester Cello spielt. Mit 46 Jahren sei sie zum Kammerorchester gekommen, habe nach Klavier und Gesang erst im Alter von 40 Jahren mit dem Cellospiel angefangen.

Stades stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Reinecke (links) mit Laudatoren und Ehrenamt-Preisträgern Foto: Laudien
Das Stader Kammerorchester sei viel mehr als Musik und Spaß, es sei auch eine ständige Investition in Organisation und Finanzierung, betonte die Vorsitzende. „Nur dank der Sponsoren sind unsere Auftritte überhaupt möglich. Wir müssen die Leute durch unseren Einsatz immer wieder begeistern.“ Daher wies Ganzemüller auf zwei kommende Konzerte hin: unter dem Motto „Schubert in Szene gesetzt“ am Samstag, 7. Februar, in der Stader Markuskirche und am Sonntag, 8. Februar, in der St.-Petri-Kirche in Osten.
Von Blutspendeterminen bis Seniorennachmittagen
Ehrenamt verbindet nicht nur, sondern hält auch vital, wie Volker Richter, einst Chef bei Aluminium Oxid Stade (AOS), beim Neujahrsempfang über seine ehrenamtliche Tätigkeit im Kirchenvorstand von St. Wilhadi berichtete.

Volker Richter vom Vorstand St. Wilhadi warb für das Ehrenamt. Foto: Laudien
Die diesjährige Preisträgerin Gerda Grade ist dafür der beste Beweis. Sie wurde für ihr jahrzehntelanges Engagement beim DRK-Ortsverein Wiepenkathen-Haddorf geehrt. Ob Feuerwehrhauptversammlung, Vereinstreffen oder Dorffest – die 76-Jährige unterstützt aktiv die Arbeit des Blutspendenteams. Ihr Engagement endet dabei nicht an der Tür des Dorfgemeinschaftshauses.

Engagement in Politik und Pflege (von links): SPD-Ratsfrau Sigrid Koppelmann, Preisträgerin Gerda Grade, DRK-Schatzmeisterin Gerda Dudde, Wiepenkathens Ex-Bürgermeister Horst Deede und Nachfolger und Sohn Hendrik Deede. Foto: Laudien
Gerda Grade besucht Seniorinnen und Senioren zu Hause, hält Kontakt und ist oft auch der Blitzableiter für Sorgen und Nöte. „Ich komme aus der Altenpflege und finde, die Leute haben es verdient, dass sich jemand um sie kümmert.“ Für ihren Vorsitz beim DRK Wiepenkathen-Haddorf sucht sie jetzt einen Nachfolger. „Alles andere mache ich aber weiter wie bisher“, verspricht Grade.

Das Trio Bop! sorgte für musikalische Unterhaltung. Foto: Laudien
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