TNeustart im Abthaus in Buxtehude nach dem Tod des Wirts Kutz-Kromnow
Manuel Wille ist der neue Wirt des Abthauses. In dieser Küche wird er seine neuen Gerichte umsetzen. Foto: Wisser
Nach dem plötzlichen Tod des Wirts Christian Kutz-Kromnow vom Abthaus in Buxtehude bereitet der neue Wirt Manuel Wille einen Neustart vor, mit Änderungen in der Speisekarte.
Buxtehude. Im Abthaus in der Abtstraße in Buxtehude herrscht eine schwer greifbare Stimmung. Vier Wochen nach dem plötzlichen Tod des Wirts Christian Kutz-Kromnow im Alter von 59 Jahren schwankt die Atmosphäre zwischen Trauer und Aufbruch. Freunde des Verstorbenen ordnen gemeinsam mit dem neuen Wirt Manuel Wille (35) den Nachlass, während Wille den Neustart des Restaurants vorbereitet. Überall wird aufgeräumt, geputzt, Stühle und Tische stapeln sich. Kutz-Kromnow führte das Abthaus 20 Jahre lang. Da hat sich vieles angesammelt. Der Neustart ist für Anfang September geplant, ein genaues Datum steht noch aus.
Mietvertrag mit dem Verein ist unterschrieben
„Ich war geschockt, als ich von Christians Tod erfuhr“, sagt Wille. Er hatte erst vier Wochen vor dem Tod seines Arbeitgebers als zweiter Koch im Abthaus angefangen. Dennoch kannte er den Betrieb gut: Zwei Jahre arbeitete er bereits früher an Kutz-Kromnows Seite, bevor er fünf Jahre im Restaurant VOI im Hotel zur Mühle in Buxtehude kochte. Vor wenigen Tagen unterschrieb Wille jetzt einen Mietvertrag mit dem Heimat- und Geschichtsverein Buxtehude, dem das denkmalgeschützte Gebäude gehört.
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Die Entscheidung, das Abthaus zu übernehmen, fiel Wille leicht. „Christian hat oft angedeutet, dass ich es eines Tages übernehmen soll“, erzählt er. Dass es so schnell passieren würde, habe er nicht geahnt. „Christian war bis zuletzt fit“, sagt Wille. Am Sonnabend vor seinem Tod sahen sich die beiden das letzte Mal im Abthaus. Nach dem plötzlichen Verlust hielt Wille das Abthaus mit dem Team noch zwei Wochen offen, doch schnell wurde klar: Ein Neustart mit zwischenzeitlicher Schließung ist nötig.
So will der neue Abthaus-Wirt kochen
Wille plant einige Änderungen. „Es wird eine neue, kleinere Speisekarte geben“, sagt er. Er möchte das Konzept in Richtung „Fine Dining“ entwickeln – mit hochwertigen, kreativen Zutaten, handwerklich perfekt zubereitet und ansprechend angerichtet. „Mein Ziel ist es aber, möglichst wenige Gerichte über 30 Euro anzubieten“, betont er. Das Essen solle bezahlbar bleiben.

Die Terrasse des Abthauses in der Abtstraße. Foto: Wisser
Auch neue Möbel ziehen ins Abthaus ein: bequemer und gemütlicher, aber im Stil passend zum Abthaus. Zunächst sollen nur das Erdgeschoss und die Terrasse geöffnet werden. „Es ist schwierig, in so kurzer Zeit genug Personal zu finden“, erklärt Wille.
Wer Wille schon vor der Wiedereröffnung in Aktion sehen will, findet ihn auf TikTok. Unter dem Namen dailycooking614 zeigt er live Einblicke in seine Küche und veröffentlicht kurze Videos. Rund 20.000 Follower verfolgen bei TikToK seine Arbeit. Die Videos gibt es auch unter daily_cooking614 bei Instagram.
Todesursache ist noch nicht geklärt
Während Wille den Neustart vorbereitet, bleibt die Todesursache von Christian Kutz-Kromnow ungeklärt. Der vierfache Vater war an jenem Sonntagabend wegen Fußschmerzen allein ins Krankenhaus gefahren und am Dienstagmorgen gestorben. Das Ergebnis der Obduktion steht noch aus.

Historisch wertvoll? Dieses Stück Hausfassade fanden die Freunde des verstorbenen Wirts beim Aufräumen. Foto: Wisser
Zu den Freunden, die der Familie Kutz-Kromnow helfen, gehören André Grote und seine Lebensgefährtin Linda. Grote, in Buxtehude bekannt als Immobilienmakler, FDP-Ratsherr und Vorsitzender von Haus & Grund, war 30 Jahre mit Kutz-Kromnow befreundet. Über ihr gemeinsames Projekt Chili Jungs hatten sie zuletzt fast täglich Kontakt.

Freunde und Koch-Influcener: Christian Kutz-Kromnow und André Grote (rechts). Foto: Wisser
Nachlass-Verkauf im Abthaus am Wochenende
Nach dem Tod seines Freundes startete Grote eine Spendenkampagne bei Gofundme, um die Familie zu unterstützen. Knapp 20.000 Euro kamen zusammen, viele Buxtehuder beteiligten sich. „Mit seinem Tod hinterlässt er eine Lücke, die sich niemals schließen lässt“, sagt Grote. Die Freunde sorgen dafür, dass die Familie den Nachlass nicht allein bewältigen muss.

Das Abthaus in Buxtehude wurde vor rund 400 Jahren errichtet. Eigentümerin des Abthauses ist der Heimat- und Geschichtsverein. Foto: Wisser
Dazu gehört auch, sich um die Möbel im Abthaus zu kümmern. Stühle, Tische, Geschirr, Gläser, Küchenutensilien, Deko und Bilder gehören zum Nachlass. Am Sonnabend (13 bis 18 Uhr) und Sonntag (13 bis 17 Uhr) können Interessierte diese Dinge im Abthaus günstig erwerben.
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